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Künstliche Intelligenz Zehn deutsche Pioniere, die Sie kennen sollten

Künstliche Intelligenz: Diese deutschen Unternehmen sind Vorreiter. Quelle: Getty Images

Google, IBM & Co. investieren Unsummen in selbstfahrende Autos und smarte virtuelle Assistenten. Doch auch deutsche Unternehmen treiben spannende Entwicklungen voran – und eilen der US-Konkurrenz sogar voraus.

Die Schlacht um kluge Maschinen scheint geschlagen, nimmt man die Ausgaben zum Maßstab. Laut der Analysten von Crisp Research steckten große amerikanische Internetkonzerne wie Facebook, Amazon oder Apple allein im Jahr 2015 rund zehn Milliarden Dollar in das neue Hype-Thema der Tech-Szene: die Künstliche Intelligenz (KI). Wer will da mithalten?

Geld ist nicht alles, halten die Pioniere der deutschen KI-Szene selbstbewusst dagegen. Und rollen das Feld im Stillen auf. Mit ausgefeilten Konzepten, zuverlässigen Systemen und ganz frischen Ideen. Ob etabliert oder neu: Sie haben vielversprechende Märkte für ihre Produkte gefunden. Mit welchen Qualitäten die Innovatoren von der Saar bis zur Spree punkten:

Arago

Hans-Christian Boos, den alle Mitarbeiter kurz Chris nennen, vibriert förmlich vor Energie. Das spürt man sofort, die Worte sprudeln nur so aus ihm heraus. Medienvertreter empfängt der Gründer und Kopf des Frankfurter IT-Hauses Arago am liebsten in einem Restaurant am Flughafen – bevor er wieder einmal zum zweiten Firmensitz in New York City abhebt. Hindernisse konnten den 43-Jährigen mit den schlohweißen Locken noch nie von seinem Ziel abbringen. Auch nicht, dass seine hellblauen Augen extrem schlecht sehen. Boos bringt Maschinen bei, schnell vom Menschen zu lernen und ihm unproduktive Routineaufgaben abzunehmen. Kunden wie die Schweizer Großbank UBS oder der US-Dienstleister CompuCom etwa automatisieren mit der intelligenten Plattform Hiro IT-Prozesse wie Software-Updates und Datensicherung.
Jüngst hat Boos mit dem Stahlhändler Klöckner einen ersten deutschen Großauftraggeber gefunden. Gemeinsam wollen sie eine Art digitales Handelsportal für Stahl aufbauen, das Geschäfte aus Basis zuverlässiger Preis- und Mengenprognosen abwickelt. Boos beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und setzt nach eigenen Angaben, da wird er dann doch einmal wortkarg, einen dreistelligen Millionenbetrag um.

Was Künstliche Intelligenz für die Zukunft des Menschen bedeutet
Wird künstliche Intelligenz langfristig unser gesamtes Wirtschaftsmodell auf den Kopf stellen? Wird ein Robot bald ein Cobot sein? Wie sieht die Welt in Zeiten intelligenter Suchmaschinen, optischer Zeichenerkennung und maschineller Übersetzung aus? Diesen Fragen widmete sich das Innovationsforum 2017 von WirtschaftsWoche, Accenture, EnBW und Evonik am 31. März 2017 in München. Quelle: Hasan Baran Özkan für WirtschaftsWoche
Gastgeber Frank Riemensperger. Er leitet seit 2009 als Vorsitzender der Geschäftsführung die Accenture-Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz. Quelle: Hasan Baran Özkan für WirtschaftsWoche
Die Keynote "Künstliche Intelligenz - was ist Wissenschaft, was ist Fiktion?" hielt Wolfgang Wahlster. Als Vorsitzender der Geschäftsführung leitet Wahlster mit dem 1988 gegründeten Deutschen Forschungs­zentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) die weltweit größte Forschungseinrichtung zur KI mit über 800 Wissenschaftlern. Quelle: Hasan Baran Özkan für WirtschaftsWoche
Moderatorin Andrea Thilo diskutiert mit IPSoft Managing Director Olav Strand und Evoniks Foresight Manager Björn Theis über Künstliche Intelligenz. Quelle: Hasan Baran Özkan für WirtschaftsWoche
Volker Tresp sprach über KI und Digitalisierung in Unternehmen. Tresp führt seit 1989 verschiedene Machine Learning-Teams im Forschungs- und Technologiebereich bei Siemens. Quelle: Hasan Baran Özkan für WirtschaftsWoche
Sigrid Stinnes hat als Innovation Lead für Deutschland, Österreich und die Schweiz einen guten Überblick über alle strategischen Initiativen und leitet unsere Design Thinking Practice. In ihrer Keynote ging es um das Thema: "Künstliche Intelligenz braucht neue IT und neue Arbeitswege". Quelle: Hasan Baran Özkan für WirtschaftsWoche
Neben vielen spannenden Vorträgen... Quelle: Hasan Baran Özkan für WirtschaftsWoche

Ava

Was ihr Ziel angeht, messen sich Aleksandar Stojanovic und sein Kompagnon Sascha Knopp mit den Tech-Giganten aus dem Silicon Valley. „Wir wollten 2014 nicht einfach ein weiteres Start-up in die Welt setzen“, sagt Stojanovic. „Unser Anspruch ist es, die Gesellschaft mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz besser zu machen.“ In ihrem Fall heißt das: sicherer. Die Gründer zielen mit ihrer Datenanalyse-Plattform gleich aufs internationale Publikum. Sie soll zum Beispiel vorhersagen können, wie gefährlich es sein kann, nachts in einer fremden Stadt ein bestimmtes Viertel aufzusuchen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dort überfallen oder belästigt zu werden? Aber auch vor anderen Gefahren soll die Software warnen. Schädigt dreckige Luft die Gesundheit? Gibt es dort Erdbeben, Terrorismus oder akute Seuchen?
Aus Millionen Informationen, aufgestöbert im Internet, in Datenbanken oder in sozialen Medien wie Facebook, erstellt die Software für Unternehmen wie Privatpersonen ein aktuelles Lagebild. Individuelle Risikoabschätzung für jedermann. Das gibt es bisher nicht. Mit Londons Sicherheitsbehörden wollen die Berliner ihr smartes Prognosesystem dieses Jahr erstmals im großen Stil unter realen Bedingungen testen.

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