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"LogJam" Sicherheitslücke gefährdet mehrere Browser

Ein neues Sicherheitsleck in diversen Internetbrowsern ist aufgetaucht. Das Heikle daran: Wenn man die Lücke stopft, könnten Zehntausende Websites nicht mehr erreichbar sein.

Ein Mann tippt auf einer Laptoptastatur. Eine neue Sicherheitslücke ist aufgetaucht. Quelle: dpa

Experten sind laut Medienberichten auf ein neues Sicherheitsleck gestoßen, das Angreifern Zugang zu verschlüsselten Verbindungen zu Websites verschafft. Besondere Schwierigkeiten macht das Leck, da beim Schließen der Lücke möglicherweise Zehntausende Websites nicht mehr erreichbar sein könnten.

Die Entwickler gingen daher sehr vorsichtig vor, sagte Richard Barnes, der für den Firefox-Anbieter Mozilla an einer Lösung arbeitet, dem „Wall Street Journal“. „Die Frage ist: Wie bekommen wir eine Lösung hin, die so viel Sicherheit wie möglich bringt, ohne viel Störung im Netz zu bewirken.“ Mit einem Schlag könnten mehr als 20.000 Websites nicht mehr erreichbar sein.

Die neue Schwachstelle „LogJam“ ist demnach mit der bereits im März entdeckten Sicherheitslücke „Freak“ verwandt, die ungewollt aus der von den US-Behörden verordneten laxen Verschlüsselung hervorgegangen sein soll. Damit wollten die USA die internationale Verbreitung effizienter Verschlüsselungs-Technologien verhindern. Die Vorschriften seien zwar bereits in den 90er Jahren gelockert worden, doch viele Computer enthielten immer noch die schwachen Sicherheitsschlüssel.

Die dümmsten Passwörter der Welt
"Dadada"Nein, die Rede ist hier nicht von dem Neue-Deutsche-Welle-Song von Trio, sondern dem Passwort des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg in Netzwerken wie Twitter, LinkedIn und Pinterest - zumindest wenn man den Hackern Glauben schenkt, die im Anfang Juni 2016 mehrere seiner Profile gehackt haben. Beim Foto-Dienst Pinterest gelang es den Hackern mithilfe des Passworts, das sie nach eigener Auskunft in den gestohlenen des Karriere-Netzwerks LinkedIn gefunden haben, den Profiltext für kurze Zeit durch den Text „gehackt vom OurMine Team“ zu ersetzen. Bei Twitter gab es eine verdächtige Aktivität auf Zuckerbergs Account mit dem Namen „@finkd“, in dem er seit Januar 2012 nichts mehr veröffentlicht hatte. Und bei Pinterest wurde das angebliche Passwort sogar öffentlich gemacht: "dadada". Damit wählte der Facebook-Entwickler scheinbar nicht nur ein ziemlich simples Passwort (übrigens nicht besser als "12345" oder "password"), sondern benutzte das Passwort gleich für mehrere Profile - ebenfalls absolute No-Gos, die aber immer wieder vorkommen, wie die folgenden Beispiele zeigen. Quelle: Screenshot
Simple Zahlen- oder BuchstabenfolgenSicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben 2015 fast 35 Millionen geraubte Identitätsdaten aufgespürt. Wie die Potsdamer Sicherheitsforscher anhand der gesammelten Daten analysierten, stehen bei den Internetnutzern in aller Welt immer noch Zahlenreihen oder Zeichenfolgen auf der Tastatur (z.B. qwerty auf der amerikanischen Tastatur) an der Spitze der Beliebtheitsskala bei Passwörtern. Gern werden auch Vornamen oder andere simple Begriffe verwendet, etwa das Wort "password". "Unangefochten weltweit auf Platz 1 liegt leider nach wie vor die Zahlenreihe 123456, obwohl automatische Cracker solche simplen Passwörter als erstes und blitzschnell ermitteln", sagte HPI-Direktor Christoph Meinel. Dass Passwörter dieser Art überhaupt nicht sicher sind, ändert nichts an ihrer Beliebtheit: Schon 2014 wurden mehr als 3,3 Millionen Passwörter geknackt, auf dem ersten Platz landet auch da schon "123456". Auch wenn die Länge variiert wird, hilft das nicht: Auf dem dritten und vierten Platz finden sich "12345" und "12345678". "123456789" landet auf Rang sechs, gefolgt von "1234" auf Platz sieben. Auf Rang elf liegt "1234567". Nachfolgend ein Überblick der meistgeknackten Passwörter 2014: Quelle: dpa
Passwort: "Password"Wer sich für ganz schlau hält und einfach "password" als Zugangscode verwendet sei hiermit gewarnt: Die vermeintlich simple und sichere Lösung liegt auf Rang zwei der meistgeknackten Passwörter. Quelle: dpa
FantasiewörterSie denken sich, kein Mensch weiß was "qwerty" ist? Falsch gedacht. Die Buchstabenfolge, die auf einer amerikanischen Tastatur nebeneinander liegt, landet auf Platz fünf. Auf deutschen Tastaturen wäre es übrigens "qwertz". Quelle: REUTERS
Das sportliche PasswortSport-Fans müssen sich etwas besseres einfallen lassen, als nur den Namen ihrer Lieblingssportart: Auf Platz acht der meistgeknackten Passwörter landet "baseball". Quelle: AP
Mystische GestaltenAuch Drachen-Fans gibt es einfach zu viele. Das Passwort "dragon" ist jedenfalls alles andere als originell. Es findet sich auf Rang neun. Quelle: REUTERS
Sport, die zweiteAnhänger des Football sind auch nicht besser dran als Baseball-Freunde: Das Passwort "football" findet sich auf Rang zehn der gehackten Zugangsdaten. Quelle: AP

Der „LogJam“-Bug ähnelt seinem Vorgänger, betrifft allerdings sichere Internetverbindungen etwa über SSL in nahezu allen Browsern und einigen Mailservern. Die Lücke könne Angreifern erlauben, die verschlüsselte Verbindung erheblich zu schwächen, sagte Matthew D. Green von der Johns Hopkins University dem Online-Magazin „PCworld“. Rund 7 Prozent der Websites im Netz sind demnach anfällig für „LogJam“. Laut Green hat Microsoft im Internet Explorer bereits vergangene Woche die Lücke geschlossen, für Firefox und Apples Safari sollten die Updates demnächst erscheinen.

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