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Mobilfunk-Neuheiten Mark Zuckerberg sucht neue Partner

Milliarden in der Dritten Welt sind ohne Internet-Anschluss. Der Facebook-Gründer will das ändern. Gleichzeitig stellt Europa die Weichen für eine neue Generation von Netzen. Wie die Netze der Zukunft aussehen könnten.

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Er ist kein typischer Unternehmensgründer: Mark Zuckerberg. Quelle: REUTERS

Die europäische Mobilfunk-Branche rüstet sich für die Zukunft: Industrie und EU-Kommission wollen, dass Europa den Ton beim nächsten Datenfunk-Standard angibt. Brüssel förderte die Forschung und Entwicklung mit drei Milliarden Euro, betonte Kommissarin Neelie Kroes auf dem Mobile World Congress in Brüssel. „Das ist kein Taschengeld mehr.“

Die Mobilfunk-Branche tischte bei ihrem Gipfel in Barcelona zahlreiche Neuheiten auf. Nokia sorgte für Schlagzeilen: Der einstige Handy-Primus stellte seine ersten Smartphones auf Basis des Google-Betriebssystems Android vor. Damit will Nokia in den schnell wachsenden Märkten der Entwicklungsländer ausgerechnet den Internet-Konzern selbst ausstechen. Android ist im Kern ein offenes System und kann von jedem verändert werden.

Mit dem populären Kurznachrichten-Dienst WhatsApp wird man spätestens zum Jahresende auch Telefonieren können. Das kündigte in Barcelona Mitgründer Jan Koum an. Er versprach zugleich erneut, dass sich mit der insgesamt 19 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch Facebook nichts ändern werde. WhatsApp werde weiterhin unabhängig arbeiten. „Die Partnerschaft von Mark (Zuckerberg) und mir wäre nicht zustande gekommen, wenn wir uns nicht bei der Vision für das Produkt einig wären“, sagte Koum. „Letzte Woche habe ich eine Facebook-Freundschaftsanfrage angenommen“, scherzte der gut aufgelegte Unternehmer, dem Milliarden aus dem Deal winken.

Die aktuellen Trends auf dem Mobile World Congress

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg begab sich in Barcelona höchst persönlich auf Partnersuche in der Mobilfunk-Branche für seinen Plan kostenloser Internet-Anschlüsse in der Dritten Welt. Das Projekt Internet.org stehe für drei bis fünf neue Netzbetreiber offen, sagte Zuckerberg. Die Idee von Internet.org ist, Nutzern in Entwicklungsländern den Zugang zu einigen Diensten wie Facebook, Wikipedia oder Wetterinformationen kostenlos anzubieten. Davon profitierten am Ende auch die Netzbetreiber, betonte Zuckerberg. „Jetzt haben dort viele Menschen vielleicht sogar freies Geld für einen Internet-Zugang, wissen aber nicht, was sie damit anfangen sollen.“ Die Nutzung populärer Dienste mache ihnen aber Appetit auf mehr und werde sie zu Kunden mit Daten-Tarifen machen, zeigte er sich überzeugt.

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    „Ich hoffe, wir können in den kommenden zwei, drei Jahren beweisen, dass unser Modell funktioniert“, sagte der Facebook-Gründer. Derzeit seien nur 2,7 Milliarden Menschen im Internet. Er erwarte, dass mit Hilfe von Internet.org ein großer Teil der restlichen Erdbevölkerung online gebracht werden könne. Er glaube nicht, dass die Enthüllungen über die Internet-Überwachung durch die NSA die Akzeptanz der Initiative bremsen werden. Die US-Internetbranche habe als Reaktion auf den Skandal zusammenarbeitet wie er es noch nie gesehen habe.

    Snapchat bietet nun auch Chat-Funktion
    Facebook-MessengerZwar kaufte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Messenger-Giganten WhatsApp, der mittlerweile eine Milliarde Nutzer hat. Trotzdem schafft es auch der Facebook-Messenger unter die beliebtesten Nachrichtendienste. Er hat mittlerweile 800.000 User und soll bald auch die Grenze von einer Milliarde knacken. Quelle: AP
    SkypeSkype ist für fast alle Plattformen verfügbar und funktioniert sogar plattformübergreifend. Dabei kann der Anwender mit anderen nicht nur die Videochat-Option nutzen, sondern auch einfache Textnachrichten verschicken. Seit Mai 2011 gehört der Dienst zu Microsoft. Skype hat nach Schätzungen von Trefis.com weltweit etwa eine Milliarde Nutzer. Quelle: dpa
    SnapchatDie App, die mit automatisch verschwindenden Fotos einen Trend auslöste, bietet künftig auch Textnachrichten und Videochats an. Getreu dem Snapchat-Grundprinzip verschwinden die ausgetauschten Nachrichten nach dem Ende der Konversation, wie die Entwickler im Blogeintrag " Putting the Chat into Snapchat" erläuterten. Über Snapchat wurden nach Angaben der Firma im Jahr 2014 mehr als 700 Millionen Bilder pro Tag geteilt. Die Fotos verschwinden wenige Sekunden, nachdem der Adressat sie geöffnet hat. Die Popularität des Dienstes lockte bereits Facebook an: Laut Medienberichten schlug Snapchat-Mitgründer und Chef Evan Spiegel ein drei Milliarden Dollar schweres Kaufangebot des weltgrößten Online-Netzwerks aus. Quelle: dpa
    Threema Quelle: dpa
    HoccerDer deutsche Messenger Hoccer ist Testsieger der Stiftung Warentest. Der Dienst verschlüsselt die Nachrichten, der Server des Start-ups steht in Deutschland. Die Nutzer müssen bei der Nutzung keine Daten über sich preisgeben. Im Herbst 2015 hatte Hoccer eine halbe Million aktive Nutzer. Quelle: Presse
    Line Quelle: AP
    TinderTinder zeigt an, wer sich gerade in der Nähe befindet und nutzt dabei alle Daten, die bei Facebook hinterlegt sind – auch auf die Freunde. So soll auch erreicht werden, dass vor allem Menschen gefunden werden, die gut zum Suchenden passen. 2015 nutzten zwei Millionen Deutsche die App. Quelle: Screenshot

    Nach dem NSA-Skandal stellte der Hersteller Blackphone in Barcelona ein weitgehend abhörsicheres Smartphone für Verbraucher vor. Wer das Handy kauft, bekommt dazu für zwei Jahre Dienste zum verschlüsselten Telefonieren, sicheren Speichern von Daten und geschützten Surfen im Internet. „Wir sehen das als richtungsweisend“, sagte Blackphone-Manager Toby Weir-Jones. Das Betriebssystem des Geräts basiert auf Googles Android. Allerdings seien mehrere Grundeinstellungen Datenschutz-freundlicher gestaltet worden.

    Ford ging als erster Autohersteller auf die Mobilfunk-Messe, um ein neues Modell vorzustellen. In den neuen Focus packte Ford viele elektronische Helfer, die man sonst eher aus der Oberklasse kennt. Unter anderem hat das Modell jetzt auch einen Auspark-Assistenzen und warnt beim Rückwärtsfahren vor Fahrzeugen, die den Weg kreuzen. „Die Welten der Autoindustrie und der IT-Branche verschmelzen“, sagte Ford-Europachef Stephen Odell. „Wir müssen uns an das Tempo der Technologiebranche anpassen.“

    Zahlen und Fakten zum Mobilfunk-Markt

    Der Vorstoß der Entwicklungsländer ins Smartphone-Zeitalter verändert derzeit die Mobilfunk-Branche. Unter anderem steigt dadurch der Absatz günstiger Geräte rasant und verschafft ihren Herstellern Rückenwind. Zugleich wächst das Datenvolumen in den Netzen immer schneller. Einen noch größeren Schub wird es aber mit dem Internet der Dinge geben. So rechnet der Netzwerk-Ausrüster Ericsson mit 50 Milliarden vernetzten Geräten zum Jahr 2020. Es sei außerordentlich wichtig, schnell die neuen Datennetze zu entwickeln, betonte Kroes. Zunächst muss für die neue Generation, die mit dem Schlagwort „5G“ versehen wurde, allerdings erst noch ein Standard ausgearbeitet werden.

    Digitale Welt



    Schon jetzt will Ericsson will gemeinsam mit Philips Straßenlaternen in Mobilfunkmasten verwandeln. „Wir glauben, dass Städte in Zukunft viel mehr Mobilfunkabdeckung brauchen“, sagte Ericsson-Chef Hans Vestberg am Montag auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona. Ericsson und Philips wollen die Mobilfunk-Laternen noch dieses Jahr in ersten Städten in Nordamerika aufstellen, sagte Ericsson-Managerin Cecilia De Leeuw der dpa. Dort sei das Kapazitätsproblem für Mobilfunkanbieter besonders akut.

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      Auf der Mobilfunk-Messe zeigen von Montag bis Donnerstag über 1700 Aussteller ihre Geräte und Dienste. Erwartet werden wieder über 70.000 Fachbesucher und Journalisten.

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