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Mobilität Taxi per Knopfdruck

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Neue Software für Blackberrys

Taxi fährt in Berlin Quelle: dapd

„Apps werden die Szene verändern, aber eine Nische bleiben“, gibt sich Hermann Waldner mit Blick auf MyTaxi gelassen. Er ist Geschäftsführer von Taxi Berlin. Verglichen mit dem Programm der Hamburger Gründer ist seine App eher schlicht gehalten. Sie ersetzt den Anruf bei der Zentrale. Möglichkeiten, den Fahrer direkt zu kontaktieren, bietet sie nicht.

Auch in Hamburg schaut man selbstbewusst auf den Konkurrenten MyTaxi: „Jetzt verändert sich die Landschaft ein bisschen“, sagt Günther Möller, Geschäftsführer von Taxi Hamburg 6x6. „Aber es ist nur die Gruppe der iPhone- oder Smartphone-Nutzer, die das Programm einsetzt.“

Werbewirksames Unternehmen

Külper und Mewes haben die Taxi-Zentralen auch schon weniger entspannt erlebt: „Die versuchen uns den Markteintritt zu erschweren“, sagt Külper. „Manchmal dürfen Fahrer keine Werbung für uns machen oder nicht für uns fahren“, sagt er.

Unternehmer Möller in Hamburg zumindest versichert, er habe kein Problem mit MyTaxi. „Wir haben auch nicht auf unsere Fahrer eingewirkt, wenn diese Aufträge von MyTaxi ausführen.“ Man habe ja eine eigene App, und die laufe gut.

E-Business-Experte Tobias Kollmann sieht MyTaxi dennoch im Vorteil. „Sie haben es bereits auf die mobilen Endgeräte und in die Aufmerksamkeit des Kunden geschafft. Der fragt sich somit, ob er noch eine zweite App haben muss“, sagt er.

Daimler und Telekom steigen ein

Das reicht den MyTaxi-Gründern nicht: Nach dem kürzlich erfolgten Start in Wien sollen Zürich und Barcelona folgen, und bis Jahresende soll die Mannschaft auf 80 Köpfe wachsen. Frisches Kapital dafür ist vorhanden: Mehrere Geldgeber - darunter Daimler und die Deutsche Telekom - haben sich gerade mit 10 Millionen Euro beteiligt. Zu den neuen Investoren gehören die Daimler-Tochter Car2Go und der Internet-Unternehmer Lars Hinrichs, der 2003 das Online-Netzwerk Xing gegründet hat. Die Telekom-Tochter T-Ventures und die KfW-Bank erhöhen ihre Anteile.

Zahlen ohne Bargeld, Beleg per Mail

Auch technisch rüsten die Macher auf. Inzwischen läuft die Software neben iPhones auch auf Android-Handys. Eine Blackberry-Version ist im Test. Und bald soll das Programm auch Vorbestellungen und bargeldloses Zahlen ermöglichen: Wer will, hinterlegt als Vielfahrer seine Kreditkartendaten in der App und kann damit nach der Fahrt bezahlen. Der Beleg kommt per E-Mail.

Digitale Welt



Bei allem Wachstum aber wollen die Gründer den Kontakt zu den Taxifahrern halten. Die gehören im MyTaxi-Büro sowieso zu den Dauergästen – sei es, um sich für den Dienst anzumelden oder um mit den „plietschen Jungs von der Elbstraße“ zu plaudern, wie die „klugen Jungs“ Külper und Mewes bei den Hamburger Chauffeuren mittlerweile heißen.

Und als einer von ihnen jüngst von einer 375-Euro-Tour nach Dänemark zurückkehrte, schickte er per Handy ein Foto vom Taxameter mit der Notiz „Danke, Boys“.

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