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Mobilität Taxi per Knopfdruck

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Neuer Taxi Dienst: erfolgreich und schnell

Screenshot MyTaxi-App

Inzwischen beschäftigen Külper und Mewes in ihrem Unternehmen Intelligent Apps 55 Mitarbeiter. In ihrem Büro, im Hamburger Stadtteil Altona, herrscht noch immer Startup-Atmosphäre. In den hellen Räumen sitzen die Programmierer hinter großen silbernen Apple-Rechnern. Glastüren lassen das Büro größer wirken, als es ist.

„Der Anfang aber war hart“, erinnert sich Mitgründer Mewes. „Wir waren auf Gelder der Familie und eigene Reserven angewiesen.“ Die erste Test-Software finanzierten sie mit Investoren aus dem Bekanntenkreis. Mewes brachte das technische Wissen aus seiner kleinen Softwarefirma mit. Külper, einst BWL-Student in Hamburg und Sydney, übernahm das Marketing. Zusätzlichen Schwung brachte ein glücklicher Zufall: Ein Manager von T-Venture, der Investmenttochter der Deutschen Telekom, war unterwegs zu einem Termin, hatte von MyTaxi gehört und probierte die Software aus. Das klappte so reibungslos, dass er beschloss, bei MyTaxi einzusteigen. Dazu kam noch ein mittlerer sechsstelliger Euro-Betrag des Risikokapitalgebers E42.

In zwei Minuten zum Taxi mit Cloud-Dienst

So finanziert, entwickelten die Gründer eine erste reguläre Software für ihre Heimatstadt und stellten sie ein paar Taxifahrern vor: „Die haben das Programm mit uns verfeinert“, sagt Külper. Immer wieder monierten die Chauffeure: „Das geht gar nicht, Jungs.“ Zum Beispiel hatten die Gründer überlegt, Fahrtwünsche an mehrere Fahrer zu schicken. Wer zuerst akzeptiert, sollte den Zuschlag bekommen. Zu frustrierend, fanden die Fahrer.

Jetzt geht es so: Landet ein Fahrtwunsch eines Kunden via Handydatenfunk beim MyTaxi-Server, berechnet der anhand von GPS-Informationen der Taxen die Entfernung zum Kunden und pickt aus dem Pool der Taxen den Wagen heraus, der am schnellsten beim Kunden sein kann. Der Fahrer bekommt eine Handynachricht. Akzeptiert er nicht binnen fünf Sekunden, geht der Job an den nächsten Kollegen.

Das lief zunächst reibungslos. Ende 2010 aber hielt ihr Server dem Silvester-Ansturm nicht stand. „Das Programm ging in die Knie“, sagt Mewes. Daraufhin verlagerten die Gründer Teile ihrer IT ins Internet und nutzen nun Cloud-Dienste von Amazon. Mit Erfolg: In Berlin etwa dauert es tagsüber oft nicht mehr als zwei Minuten, bis ein MyTaxi-Wagen da ist.

Die Konkurrenz holt auf

„Die Fahrer machen zwischen 2 und 15 Fahrten am Tag mit uns“, sagt Unternehmer Klüper, der über die eigenen Umsätze aber schweigt. Das Gehalt der Gründer entspräche Startup-Niveau, sagt er nur. Immerhin: Bei 79 Cent Gebühr, rund 7000 Fahrern und angenommenen durchschnittlich drei Fahrten pro Tag summierte sich der Umsatz von MyTaxi auf mehr als 450 000 Euro – im Monat.

Der Erfolg spricht sich herum: In London etwa sind mittlerweile die Apps Hailo und Go taxi auf dem Markt. Und die deutschen Taxizentralen kontern die Handykonkurrenz mit eigenen Programmen, wie etwa Taxi.eu, das von Taxi Berlin vertrieben wird. Damit kann der Reisende 40 000 Taxen und 150 000 Fahrer in 60 Städten europaweit kontaktieren. Daneben haben viele lokale Zentralen weitere Handydienste.

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