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Multimedia Schluss mit frustig: Vernetzen für alle

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Ban & Olufsen: Der Spezialist konnte mit seiner Strategie bislang lukrative Nischen erschließen - für den Massenmarkt war diese jedoch Gift Quelle: Bang & Olufsen

Endlich nämlich haben sich Unterhaltungselektronik- und Computerhersteller auf einheitliche und leicht bedienbare Standards für die Vernetzung von Videorekorder, Computer und Telefon geeinigt. Bisher scheiterte das allzu oft, weil jeder Anbieter auf eigene Systeme setzte. Eine Strategie, mit der Spezialisten wie Bang & Olufsen lukrative Nischen erschließen konnten – für den Massenmarkt aber war sie Gift.

Heute jedoch können immer mehr Endgeräte – über Herstellergrenzen hinweg – weitgehend problemlos miteinander kommunizieren. Das ist das Verdienst eines industrieweiten Normungsgremiums, der sogenannten Digital Living Network Alliance (dlna). Sie definiert die Standards der Kommunikation zwischen den Elektronikkomponenten – ähnlich wie sich Teilnehmer einer internationalen Tagung auf eine Konferenzsprache einigen. Rund 250 Hersteller vereint das Bündnis inzwischen – darunter fast alle Branchengrößen.

Tür auf, Netz an, Film ab

Vorteil für den Käufer: Das dlna-Logo bietet die Sicherheit, dass selbst technische Laien ihre Stereoanlagen, TV-Geräte, DSL-Router, externe Festplatten oder Mobiltelefone problemlos im Heimnetz verbinden können und die Geräte anschließend miteinander kommunizieren. Ähnlich dem HDready-Logo auf Flachfernsehern, das Mindeststandards zur Wiedergabe hochauflösender Fernsehprogramme garantiert.

Einmal im Netzwerk angemeldet, starten dlna-Geräte einen Rundruf nach passenden Partnern. Der Fernseher etwa sucht nach Videos oder Fotos. PC-Software, wie etwa Microsofts Windows Mediaplayer, wiederum meldet, welche Filme, Bilder, Musikdateien oder Internet-Radiosender sie via Hausnetz übertragen kann. Und betritt der Hausherr seine Wohnung, melden sich auch Handy oder Digitalkamera im Netz und bieten den anderen Geräten die neuesten Bilder an.

Am einfachsten verbindet man die Geräte mit rechteckigen Netzwerksteckern, über die etwa Bürorechner mit dem Firmennetz verkabelt sind. Sie gehören mittlerweile auch in der Unterhaltungselektronik oft zur Standardausstattung. Weil aber nicht überall im Haus solche Netzwerkkabel liegen, setzen viele Hersteller auch auf kabellose Verbindungen: Millionen deutsche Haushalte betreiben ohnehin eigene Router fürs schnelle DSL-Internet. Und die sind oft mit einem WLAN-Sender ausgestattet. Über das Funknetz können immer mehr Unterhaltungselektronikgeräte kommunizieren.

Branche arbeitet schon am nächsten Vernetzungsschritt

Das spart die aufwendige und teure Zusatzverkabelung, um Fernsehgeräte mit Online-Zugang und Empfänger fürs Web-Radio ans Internet anzuschließen oder mit dem Multimediaverstärker in der Stereoanlage aufs digitale Musikarchiv zuzugreifen. Die leistungsstärkste WLAN-Funktechnik – im Fachjargon „802.11n“ genannt – ermöglicht es inzwischen sogar, hochauflösende Filme und hochauflösendes Fernsehen ruckelfrei zu übertragen.

Ähnliches leistet auch die Verbindung der Geräte über das Stromnetz mithilfe spezieller Stecker, sogenannten Powerline-Adaptern. Die werden in die Steckdose gesteckt, über Netzwerkkabel mit Fernseher, Computer oder DSL-Zugang verbunden und übertragen dann die Daten über die Stromleitung. Adapter der 85-Megabit-Klasse, die für Internet. Zugriffe und die Übertragung von Musik oder Videos reichen, gibt es ab 20 Euro pro Stück. Schnellere Adapter der 200-Mbit-Klasse, die hochauflösende TV-Sendungen und Videos ohne Stocken übertragen, kosten ab 40 Euro.

Während die vernetzte Unterhaltungselektronik damit auf dem Sprung zum Massenmarkt steht, feilen Tüftler wie Achim Berg bereits an den nächsten Feinheiten ihres Heimnetzwerks: „Inzwischen kann ich auch die neuen Solarmodule auf dem Dach über den Home-Server steuern und auswerten“, erzählt der Microsoft-Spitzenmann.

Lange wird ihm der technische Vorsprung nicht bleiben. Im Bitkom-Projekt „Connected Living“ arbeitet die Branche schon am nächsten Vernetzungsschritt. Dann nämlich sollen sämtliche Elektrogeräte und die gesamte Haustechnik – vom Türöffner über die Heizung bis zur Rollladensteuerung – in die Heimvernetzung integriert werden.

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