Musikstreaming Spotify führt Follow-Funktion für Künstler ein

Der On-Demand-Musikdienst Spotify hat heute in New York neue soziale Funktionen vorgestellt, mit denen die Nutzer Künstlern folgen können und personalisierte Empfehlungen erhalten. Damit schließen die Schweden aber nur zur Konkurrenz auf. Interessanter ist eine Personalie.

Weiteres Spielzeug für Technik-Freaks
Was tun, wenn unterwegs der Akku schlapp macht? Dieses Problem soll die Solartasche vom Schweizer Startup Element 5 beheben: Sie ist mit einer Folie ausgestattet, die Sonnenstrahlen in Energie umwandelt und in eine Batterie speist, mit der sich die mobilen Geräte betanken lassen. Der Steckdosen-Ersatz ist allerdings teuer: In der Schweiz kostet er ab 350 Franken. Quelle: Presse
Wenn es draußen fröstelt, werden beim Telefonieren die Hände schnell eiskalt. Dass lässt sich mit den Smartphone-Handschuhen von Hi-call verhindern. In die wärmende Hülle hat der Hersteller Mikro und Lautsprecher eingebaut, die sich per Bluetooth mit dem Handy verbinden. Anrufe nehmen Nutzer einfach entgegen, indem sie auf eine Bedienfläche tippen. Außerdem erlaubt der Stoff, Touchscreens zu bedienen. Der Akku hält im Standby-Betrieb zehn Tage. Die Handschuhe kosten rund 50 Euro. Quelle: Presse
Erst knipsen, dann scharfstellen: Die Digitalkameras von Lytro erlauben genau das. Fotografen können mit den Geräten nachträglich auf verschiedene Objekte im Bild fokussieren. Das funktioniert über ein spezielles Objektiv, das mit sehr vielen Mikro-Linsen ausgestattet ist. Diese fangen eine Masse an Bildinformationen ein – über eine eigens entwickelte Software wählen Fotografen später aus, welcher Bildbereich wichtig ist. Neuerdings können Nutzer auch den Betrachtungswinkel leicht verändern. In Europa ist das Gerät nicht verfügbar, in den USA kostet es je nach Ausstattung 400 bis 500 Dollar – plus Versand. Quelle: Presse
Das Internet hält auf dem Fernseher Einzug – zumindest, wenn Zuschauer sich eine Zusatzbox wie den Internet Player NSZ-GS7 von Sony zulegen. Das Gerät mit dem Betriebssystem Google TV bindet Dienste wie Youtube eng ein, außerdem einen Browser zum Surfen. Mit Apps lässt sich das Gerät um Wettervorhersage, Nachrichten oder Spiele erweitern. Damit Surfer sich beim Eintippen der Web-Adressen nicht die Finger brechen, hat die Fernbedienung auf der Rückseite eine vollwertige Tastatur, die sich bequem mit den Daumen bedienen lässt. Preis: rund 200 Euro. Quelle: dpa
Der Tracker von Fitbit ist eine Motivationshilfe für Statistikfreaks: Das leichte Teil zählt die Schritte, errechnet die zurückgelegte Strecke und führt außerdem Buch über bewältigte Stockwerke. Nachts soll es den Schlafzyklus verfolgen. Die Daten werden automatisch synchronisiert, so dass Nutzer sie in Echtzeit auf dem PC, Smartphone oder Tablet nachvollziehen können. Ob das als Motivation für ein gesünderes Leben taugt? In Deutschland ist das Gerät ab rund 100 Euro zu haben. Quelle: Presse
Ein Spielzeug für Nerds ist Sphero: Der Ball lässt sich mit dem Smartphone über den Boden steuern. Außen besteht das Gerät aus Plastik, innen ist viel Technik drin – neben einem Motor etwa diverse Sensoren, damit die Orientierung nicht verloren geht. Wer will, kann die Farbe des Spielobjektes ändern. Für Spaß sollen diverse Apps sorgen, darunter eine Art Büro-Golf. Geladen wird der Ball kabelfrei über eine induktive Ladestation. Der Hersteller hofft, dass die Entwicklergemeinde weitere Anwendungen entwickelt. In Deutschland ist Sphero ab rund 120 Euro erhältlich. Quelle: Presse
Es klingt nach Zukunftstechnologie vom „Raumschiff Enterprise“: Der Replicator 2 vom US-Anbieter Makerbot kann Gegenstände produzieren. Der 3D-Drucker baut die Konstruktionsvorlage aus geschmolzenem Kunststoff Schicht für Schicht nach. Inspiration finden Tüftler im Thingiverse – auf der Online-Plattform können Nutzer ihre Designs veröffentlichen und gemeinsam an Projekten arbeiten. Mit einer Abmessung von 50 Zentimetern passt der Replicator sogar auf den Schreibtisch. Preis in Deutschland: 1890 Euro. Quelle: Presse

Spotify gilt als Vorreiter für soziales Musikstreaming. Bereits heute kann man sich mit seinen eigenen Freunden vernetzen, sich ansehen und hören, was sie gerade hören. Künftig soll das auch mit Künstlern und anderen “Influencern” der Musikszene möglich sein, etwa Produzenten oder namhaften Musikjournalisten. Über den Music Graph wird es möglich, Künstler wie Bruno Mars oder Paul McCartney zu abonnieren und damit in Echtzeit zu verfolgen, was sie gerade hören. Click here to find out more!

Ein weiteres Feature: Stellt ein Künstler, dem man folgt, neue eigene Musik vor, schickt Spotify auf Wunsch eine Push-Benachrichtigung aufs Smartphone. Öffnet man diese, werden der neue Song oder die neuen Songs sofort abgespielt. Über Neuerscheinungen werden Spotify-Nutzer damit künftig als erste informiert. Die neue Webversion von Spotify wird ein mehrspaltiges “Endlos”-Design nach dem Vorbild von Pinterest und iTunes erhalten. In dieser “Discovery”-Funktion empfiehlt Spotify Musik basierend auf dem eigenen Geschmack und liefert zusätzliche Infos zu jedem Künstler. Hier wird es auch möglich, die neue Musik für später zu speichern, ohne sie in einer Playlist ablegen zu müssen. Man findet sie in der eigenen Sammlung (“Collection”) wieder. Mit den neuen Funktionen der Desktop-App soll es noch im Dezember losgehen. Neue Apps für die verschiedenen Plattformen soll es früh im kommenden Jahr geben.

Zwei Punkte sind daran interessant: Mit der Follow-Funktion führt Spotify das Prinzip ein, die Playlisten anderer Nutzer und vor allem seiner Stars in Echtzeit zu verfolgen. Ob man sie auch in Echtzeit hören kann, also praktisch die Musikauswahl eines Künstlers wie ein Radio benutzen, hat Spotify leider nicht genau verraten. Das wäre das Prinzip, mit dem das – inzwischen von Senzari aufgekaufte – Berliner Startup WahWah.fm sich lange abgemüht hatte. Die Follow-Funktion zumindest bringt die Nutzer ihren Künstlern näher.

Alles zum Wohle der Künstler?

Spotify-Gründer Daniel Ek wurde bei seiner Präsentation nicht müde, immer wieder zu betonen, dass man viel, wenn nicht alles, nur zum Wohle der Künstler tue. Hierzu holte er sich auch namhafte Vertreter der Musikindustrie auf die Bühne wie Daniel Glass, der als President des Indie-Labels GlassNote unter anderem die Folkband Mumford & Sons vertritt. Glass sagte medienwirksam: “Wir raten Musikern, ihre Discografie für Streaming zur Verfügung zu stellen.” Es kämen signifikante Einnahmen dabei zustande.

500 Millionen US-Dollar habe man in den vier Jahren des Bestehens an Künstler und ihre Rechte-Inhaber ausgezahlt, sagte Ek, was 70 Prozent der Gesamteinnahmen entsprächen. Jeder vierte der mittlerweile 20 Millionen Nutzer in 17 Ländern sei inzwischen ein zahlender Kunde, eine Million davon alleine in den USA. Dennoch schreibt das Unternehmen jährlich einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe. Auch die Einnahmen, die Künstler dabei erzielen, sind umstritten. Spotify und andere zahlen pro Play weniger als einen Cent an die Künstler aus. Bei diesen Preisen kann nur eine Masse an Nutzern langfristig zufriedenstellende Einnahmen erzielen.

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