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MWC Brechen die Mobilfunknetze in vier Jahren zusammen?

Der Daten-Tsunami im Mobilfunk setzt die Netzbetreiber unter Druck. Experten prognostizieren den Blackout für 2020. Realistisch – oder übertriebenes Horror-Szenario?

Die spannendsten Gerüchte zum MWC
Samsung Galaxy S6 Quelle: AP
G5 von LGLG wird sein neues Premiummodell vorstellen: Das etwa fünf Zoll große G5 (Bild: G4S). Insider erwarten auch einen kleineren Ableger, das LG5 Lite. Im Gegensatz zu Samsung hat LG Electronics schon im Vorfeld des MWC offiziell bestätigt, dass das neue Geräte mit einem Always-on-Display ausgestattet sein wird. Der südkoreanische Herrsteller will eine dazu passende Hülle mit Touch-Funktion präsentieren. In Sachen Kamera-Auflösung sind bislang noch keine konkreten Zahlen durchgesickert. Klar scheint allerdings zu sein, dass in das Gerät zwei Kameras mit Weitwinkellinsen integriert sein werden. Spannend: Über einen Magic-Slot soll der Nutzer das G5 durch eine Action-Cam, Tastatur und Audioverstärker ergänzen können. Das G5 soll zwischen 600 und 700 Euro kosten.
Lumia650 von Microsoft Quelle: Presse
Tone Platinum Bluetooth-Kopfhörer von LG Quelle: Presse
360-Grad-Kamera von SamsungNeben dem Samsung Galaxy S7 soll der koreanische Gerätehersteller auch die Kamera Gear 360 in Spanien vorstellen. Seit Längerem arbeitet Samsung an einer Virtual-Reality-Kamera. Die Brille soll mit zwei 360-Grad-Fischaugen-Objektiven Rundum-Filme aufnehmen können. Den Stream können Verbraucher laut Insider auf einem Smartphone sehen – ob er auch übertragen werden kann, sei noch unklar. Quelle: REUTERS
Mi4 Quelle: REUTERS
Sony Xperia Z4 Tablet Quelle: AP

Wenn die Veranstalter des Mobile World Congress (MWC) in die Glaskugel blicken, dann präsentieren sie immer die allerhöchsten Wachstumszahlen. Das Ritual wiederholte sich auch am Montag beim offiziellen Start der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona.

Getreu dem Motto "Connecting everything for a better Future" werden die Eckdaten eines boomenden Mobilfunkmarktes vorgelegt, der eigentlich nur eine Richtung kennt: konstant steiles Wachstum nach oben.

Natürlich hat bald jeder Erdenbürger mindestens ein Handy oder Smartphone. Natürlich sind im Jahr 2020 schon 1,2 Milliarden Maschinen drahtlos untereinander vernetzt. Und natürlich verkauft sich das vernetzte Auto besser als jedes herkömmliche Auto. In vier Jahren sollen schon 220 Millionen Connected Cars über die Straßen in aller Welt rollen.

Was der neue Mobilfunk 5G leisten soll

Die hohen Wachstumsraten dienen als Beleg, dass möglichst schnell weitere Frequenzbänder geräumt und Milliardenbeträge in die Entwicklung von noch schnelleren und leistungsfähigeren Mobilfunknetzen der fünften Generation (5G) fließen. Bis 2020, versprechen die Vorstandschefs der drei führenden Netzausrüster Nokia, Ericsson und Huawei bei ihren Auftritten, wollen sie die Forschung und Standardisierung dieser neuen Mobilfunktechnologie abschließen und ein marktreifes Produkt anbieten.

Datenstrom steigt um das Siebenfache

Der für Digitales zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger hofft, dass Europa dabei eine Führungsrolle übernimmt und zumindest einen Teil der in den vergangenen zehn Jahren an US-amerikanische und asiatische Konzerne verlorenen Expertise im mobilen Internet zurückgewinnt.

Von 1G bis 5G: Die Ahnengalerie der Netze

Das Jahr 2020 gilt als das ultimative Datum. Die bei der Erforschung der zweiten, dritten und vierten Mobilfunkgeneration eingetretenen Verzögerungen soll es nicht noch einmal geben. Ansonsten, so suggerieren die jüngsten Prognosen des US-Routerherstellers Cisco, brechen die bestehenden Mobilfunknetze unter der Last der rasant anschwellenden Datenströme zusammen.

Bis 2020 steigt der Datentransfer in den Mobilfunknetzen, so die jüngsten Zahlen, um das Siebenfache und wächst damit schneller  als der Verkehr über feste Leitungen. Allein in Deutschland summiert sich der mobile Datenverkehr dann auf monatlich 345 Petabyte. Das entspricht dem Speicherinhalt von 86 Millionen DVDs. Im vergangenen Jahr waren es knapp 53 Petabyte.

Anstieg des Datenverkehrs pro Gerät bis 2017

Die Cisco-Prognosen erfüllen ihren Zweck. Sie zwingen Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom und Vodafone, ihre Investitionen zu erhöhen und mehr über die Anforderungen künftiger Mobilfunkinfrastrukturen nachzudenken. Das ist gut fürs Geschäft der Techniklieferanten. Allerdings zeigt ein Blick in ältere Prognosen auch, dass beispielsweise Cisco gelegentlich übertreibt.

Vor fünf Jahren sagte der US-Routerhersteller voraus, dass bis zum Jahr 2015 der weltweite Datenverkehr auf 49 Exabyte pro Jahr anschwillt.

In Arbeit
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Erreicht wurden, wie sich jetzt zeigt, aber nur 44 Exabyte. Der Anteil des mobilen Datenaufkommens sollte 2015 schon bei acht Prozent liegen. Letztendlich schaffte der Mobilfunk aber nur eine Quote von fünf Prozent.

Ein bisschen Luft bleibt also, falls die Entwickler der revolutionären 5G-Technik doch ein paar Jahre mehr brauchen.

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