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NaturalMotion Zynga kauft Spieleentwickler für halbe Milliarde Dollar

„Farmville“-Erfinder Zynga will sich erneut mit viel Geld einen Weg auf Smartphones und Tablets erkaufen. Ein vorheriger Versuch ging schief. Doch der neue Zukauf hat mehr als nur ein paar bekannte Spiele zu bieten.

Anleger jubeln über Zynga-Pläne für Großübernahme und Jobabbau. Quelle: dapd

Der kriselnde Onlinespiele-Anbieter Zynga sucht den Ausweg in einer teuren Übernahme. Der „Farmville“-Erfinder kauft für 527 Millionen Dollar den Spieleentwickler NaturalMotion. Die britische Firma steht hinter Games für Smartphones und Tablets wie „Clumsy Ninja“ und ist zudem auf Grafik-Technologie spezialisiert. Im eigenen Haus streicht Zynga zugleich 314 Jobs - das sind 15 Prozent der Belegschaft. In diesem Jahr sollen bis zu 35 Millionen Dollar vor Steuern eingespart werden, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Zynga verliert weiter Kunden: Im vierten Quartal gab es monatlich 112 Millionen aktive Nutzer. Das waren 16 Prozent weniger als im Vierteljahr davor. Im Vorjahresquartal hatten die Zynga-Spiele noch 298 Millionen Nutzer im Monat angezogen.

Zehn Freeware-Spiele, die Laune machen
PerspektiveDie Studenten von der Gamer-Talent-Schmiede DigiPen haben ein sehenwertes Puzzle-Spiel namens Perspective programmiert. In dem Jump-Run-Spiel lotsen die Spieler eine 2D-Figur durch eine dreidimensionale Welt. Um weiter in den Levels voranzukommen, muss mit einer Kamera gearbeitet werden, die die Perspektive im Raum verändert. Wenn dadurch die Klötze aneinander stoßen, können sie überwunden werden. Zum Download Quelle: Presse
DeityEbenfalls DigiPen-Studenten waren es, die die düstere Welt von Deity entworfen haben. Hier springt der Spieler als kleiner Kobold von Fackel zu Fackel und schießt dabei patrouillierende Wachen mit bunten Blitzen ab. Vor allem die bunten Effekte sorgen für einen hohen Suchtfaktor. Zum Download Quelle: Presse
CantripDas Spiel der dänischen Studenten der DADIU ist ein zauberhaftes Märchen in schwarz-weiß. Darin übernehmen die Spieler die Rolle von zwei Waisenkindern, die jeden Tag dadurch überleben, dass sie Dosen sammeln. Dabei gelangen sie an einen Schrottplatz, auf dem alle möglichen Gefahren auf sie lauern. So harmlos das Spiel auf den Bildern aussieht, es ist nichts für Kindern, da doch ordentlich Blut fließt. Zum Download Quelle: Presse
MonoEine Farbexplosion ist das Geschicklichkeitsspiel des Entwicklers Binary Zoo. Es führt durch ein Labyrinth voller Lichter. Dabei schießt der Spieler farbige Kugeln ab, die den schwarzen Hintergrund bunt färben, sobald sie getroffen wurden. Jede getroffene Kugel hinterlässt kleinere Kugeln, die ebenfalls wieder getroffen werden müssen. Entsprechend wird es immer voller und die Herausforderung wächst. Zum Download Quelle: Presse
You must escapeHochgradig minimalistisch und kreativ ist das Spiel „You must escape“. Denn das Geschicklichkeitsspiel setzt voll auf Soundeffekte. Nur die von Spielern produzierten Schallwellen werden vor dem schwarzen Hintergrund sind sichtbar und werden von Wänden zurückgeworfen. Auf diese Art können sich die Spieler in einem stockfinsteren Komplex aus Gängen auf der Suche nach dem Ausgang navigieren. Fallen und Feinde stehen ihnen dabei im Weg. Zum Spiel Quelle: Screenshot
EvolandEin kleines Abenteuer ist das Spiel Evoland, in dem sich die Gamer durch die Geschichte der Computerspiele zocken. Mit jedem Level werden Grafik und Sound ein bisschen besser. Eine kleine Version steht kostenlos zur Verfügung. Für eine erweiterte Fassung müssen die Spieler zahlen. Zum Download Quelle: Presse
Terminally IllWer behauptet, er sei des Multitaskings mächtig, sollte sich an diesem Spiel ausprobieren. Es ist etwa so einfach wie eine Hand über dem Kopf und die andere vor dem Bauch kreisen zu lassen. Denn hier wurden zwei minimalistische Spiele zu einem integriert. Wer gewinnen will, muss beide perfekt spielen. Zum Download Quelle: Presse

Die Serie der Verluste ging weiter: Das vierte Quartal brachte ein Minus von 25 Millionen Dollar. Im gesamten Jahr sammelten sich rote Zahlen von knapp 37 Millionen Dollar an. Der Quartalsumsatz brach im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 176 Millionen Dollar ein. Zynga war einst mit Facebook-Spielen wie „Farmville“ oder „Cityville“ sehr erfolgreich, schaffte es jedoch nicht, mit neuen Hits daran anzuknüpfen. Inzwischen haben die Zynga-Titel auch im weltgrößten Online-Netzwerk an Popularität verloren. Und viele Spieler wanderten zu Smartphone- und Tablet-Games ab.

In Arbeit
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Das Unternehmen war sich des Problems im mobilen Bereich zwar schon lange bewusst. Doch die teure Übernahme des Spiele-Studios OMGPOP, die es lösen sollte, machte die Lage nur schlimmer. Zynga kaufte die kleine Firma im März 2012 auf dem Höhepunkt des Erfolgs des Bilder-Ratespiels „Draw Something“. Entsprechend hoch fiel der Kaufpreis mit 180 Millionen Dollar aus. Doch schon kurz nach der Übernahme verging den Spielern die Lust am Bilderraten, die Nutzerzahlen brachen ein. Im vergangenen Juni wurde das New Yorker Studio dichtgemacht.

Der neue Zukauf NaturalMotion hat allerdings mehr als nur einige Spieletitel zu bieten. Die britische Firma entwickelte auch die 3D-Animations-Programme Euphoria und Morpheme, die in zahlreichen Videospielen stecken.

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