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Neofonie Das WePad macht Apples iPad Konkurrenz

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Höhen und Tiefen erlebt

Die Anspannung ist in den Firmenräumen der Neofonie förmlich greifbar. Auf den Gängen wuseln viele junge Leute umher, kaum einer ist älter als 30. In einer Ecke faucht und zischt eine Cappuccino-Maschine, die die Mitarbeiter kostenlos nutzen können. Über den Flur wabert der Duft von Arabica-Bohnen – es riecht nach New Economy 2.0.

Mit seinen 36 Lenzen ragt von Ankershoffen nur wenig, mit seiner Erfahrung seit der Unternehmensgründung 1998 jedoch ziemlich deutlich aus dieser Mannschaft heraus. Die erste deutsche Internet-Suchmaschine Fireball basierte auf Technologie aus dem Hause Neofonie. Mit ihr erlebte von Ankershoffen binnen kurzer Zeit alle Höhen und Tiefen des Dotcom-Zeitalters: Noch im Jahr der Freischaltung 1998 wurde Fireball die meistgenutzte Web-Seite in Deutschland. „Doch Fireball-Gesellschafter Lycos wollte nicht weiter in Suchtechnologie investieren“ erinnert sich von Ankershoffen mit einer unterschwelligen Frustration, die ihn bis heute verfolgt. Denn dann kam Google – und das Fireball-Schicksal war besiegelt.

Schwerpunkt Verlage

Ein zweites Mal, sagt der Mann mit den kinnlangen Haaren, wolle er sich von einem US-Konzern nicht den Schneid abkaufen lassen. Dabei sollen die 30 Mitarbeiter helfen, die von Ankershoffen in den vergangenen Jahren für Forschung und Entwicklung abgestellt hat – für ein Unternehmen mit rund 180 Leuten eine beachtliche Quote. Die Entwickler haben sich auf Suchtechnologien im Internet, auf mobile Anwendungen für Medienunternehmen und auf soziale Netzwerke konzentriert. Ein wichtiger Umsatzbringer ist bereits die Programmierung von Anwendungen für das Apple-Handy iPhone, der sogenannten Apps. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf Apps für Verlage. Konkrete Kunden nennt Ankershoffen nicht, aber in der Branche gilt es als offenes Geheimnis, dass Neofonie die Apps für die Boulevardzeitung „Bild“ und die Tageszeitung „Die Welt“ des Axel Springer Verlags programmierte.

Apple überwacht

Diesen Erfolg hofft von Ankershoffen nun als Sprungbrett ins Geschäft mit Gedrucktem im Internet nutzen zu können. So soll die Software von Neofonie den Verlagen ermöglichen, digitale Daten papierener Publikationen ohne allzu großen Programmier- oder Layout-Aufwand automatisch in ein Digitalmagazin umzuwandeln. Überdies können Verlage die so erzeugten elektronischen Zeitschriften mit Zusatzinhalten wie etwa der von Neofonie entwickelten Suchmaschine We Find oder weiteren Online-Inhalten wie etwa Videos weiter aufpeppen. „Diese Kombination aus Publishing-Software und Suchmaschine hat nur Neofonie“, behauptet von Ankershoffen.

Wie dem auch sei – mit einem zweiten Argument hofft der forsche Mittdreißiger potenzielle Kunden noch mehr zu überzeugen. „Wir befreien die Verlage aus den Fesseln, die Apple beim iPad aufstellt“, verspricht von Ankeshoffen vollmundig. „Ich bewundere Apple und die Art, wie Steve Jobs exzellente Geräte konzipiert – aber viele kritisieren eben auch zu Recht, dass die Produkte geschlossene Systeme sind, die Apple total überwacht.“

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