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Neue Computer Lenovo hängt Apple ab

Der chinesische Computer-Riese Lenovo will mit neuen High-End-Rechnern seinen Führungsanspruch in der PC-Welt untermauern. WirtschaftsWoche-Gadget-Inspektor Thomas Kuhn erklärt, was davon zu halten ist.

Die größten Computerhersteller der Welt
Platz 5: AsusDer Konzern aus Taiwan konnte um 16.9 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2013 zulegen. Der Marktanteil lag im dritten Quartal 2014 mit 7,3 Prozent aber trotzdem am Schluss des Rankings des Marktforschungsunternehmens Gartner. Apple ist im PC-Geschäft immer noch nicht groß genug, um unter die Top 5 Anbieter zu kommen. Quelle: AP
Platz 4: AcerMit 8,6 Prozent Marktanteil im dritten Quartal 2014 landet die ebenfalls taiwanische Konkurrenz Acer Group auf dem vierten Platz. Im Vergleich zum dritten Quartal 2013 verkaufte Acer 9,0 Prozent mehr PCs. Dem Marktforschungsunternehmen zufolge sanken die Computer-Verkäufe im letzten Jahr, unabhängig vom betrachteten Hersteller, in allen Regionen der Welt um 0,5 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 3: DellMit 12,8 Prozent Marktanteil liegt Dell ein ganzes Stück weit hinter den beiden Erstplatzierten. Die weltweiten PC-Verkäufe legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,7 Prozent zu. Eine gute Bilanz für den ehemaligen Branchenprimus aus Texas. Quelle: REUTERS
Platz 2: HPDer langjährige Marktführer Hewlett-Packard musste sich erneut der Konkurrenz aus China geschlagen geben. Der Marktanteil lag im dritten Quartal 2014 bei 17,9 Prozent. Die Marktforschungsfirma Gartner stellte bei dem US-Konzern ein stärkeres Wachstum von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal fest. Quelle: AP
Platz 1: LenovoDer Marktanteil im dritten Quartal 2014 lag bei 19,8 Prozent. In der aktuellen Studie von Gartner liegt Lenovo damit noch vor HP. Der chinesische Konzern hat seine Spitzenposition als der größte PC-Hersteller der Welt weiter ausbauen können: Lenovo steigerte die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11,4 Prozent. Quelle: REUTERS

Was Kirk Skaugen Anfang September auf der Technikmesse IFA in Berlin erzählte, klang nach dem üblichen Werbesprech amerikanischer Top-Manager: Intel werde in Kürze mit seiner neuen Core-m-Serie eine völlig neue Prozessor-Generation vorstellen, versicherte der Chef des PC-Geschäfts beim US-Chipriesen mit der branchenüblichen Technikeuphorie.

Die Bauteile würden minimale Bauform und enorme Leistungsfähigkeit mit extrem geringem Stromverbrauch verbinden. "Damit werden Computertypen möglich, die es so zuvor noch nie gegeben hat," so der Intel-Manager. Wieder so eine typische Übertreibung? Konnte man meinen.

Die drei wichtigsten künftigen Standbeine von Lenovo

Seit Ende vergangener Woche ist klar, was Skaugen gemeint hat – und, dass er nicht übertrieben hat. Denn da stellte der chinesische Computerkonzern Lenovo in London gleich ein ganzes Paket neuer Rechner vor. Fünf davon neue Tablet-PC; dazu ein weiterer, der am ehesten in die Kategorie Laptop fällt und in dem einer von Skaugens neuen Super-Chips den Takt vorgibt: der Yoga 3 Pro.
Der Rechner sorgt nicht bloß durch seine außergewöhnliche Bauform für Aufsehen – Tastatur und Display-Deckel lassen sich durch eine Art Klavierband-Scharnier um 360 Grad gegeneinander verdrehen. Damit fungiert der neue Yoga wahlweise als klassisches Notebook, als aufrechtes Standdisplay für Präsentationen, als schräg stehender Bildschirm für die Videowiedergabe oder als Tablet-Rechner mit angelegter Tastatur.

Schlanker, leichter, schärfer

Der entscheidende Designkracher aber ist, dass der ganze Rechner wegen der extrem platzsparenden Intel-Chips und trotz vollwertiger Ausstattung (einschließlich 13,3-Zoll-Bildschirm, 8 Gigabyte Arbeits- und 512-Gigabyte SSD-Speicher, WLAN, Mikro-HDMI-Bildschirmanschluss und Vierfach-Kartenleser) gerade einmal 12,8 Millimeter hoch ist. Das ist nochmal rund ein Viertel weniger Bauhöhe als etwa bei Apples Schmuckstückchen MacBook Air. Das bringt es an der höchsten Stelle auf 13,7 Millimeter.

Auch beim Gewicht ist der Yoga mit nicht mal 1,2 Kilogramm Gewicht noch mal mehr als ein Zehntel leichter als der 13,3-Zöller von Apple. Der ist zwar wegen seines massiven Alu-Gehäuses noch etwas robuster. Doch auch der chinesische Wettbewerber ist dank eines massiven Geräterahmens alles andere als instabil. Draufsetzen sollte man sich ohnehin weder auf den einen noch auf den anderen Klapprechner. Preislich liegen beide Modelle – bei vergleichbarer Ausstattung – mit 1599 Euro gleich auf.
Nur an die langen Laufzeiten des Mac reicht der Yoga in einem ersten Praxistest nicht ganz heran. Während Apples Flachrechner unter Alltagsbedingungen gut sechs bis sieben Stunden durchhielt, ruft der Lenovo – je nach Nutzungsszenario – bereits nach fünf bis sechs Stunden wieder nach der Ladebuchse. Irgendwo macht sich die schlankere Bauform dann wohl doch bemerkbar, trotz der rund 30 Prozent geringen Stromaufnahme der neuen Chips, verglichen mit ihren Vorgängern.

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