Neue Kindle-Modelle Amazons Spiel mit dem Feuer

Amazon geht mit der neuesten Version seines Tablet Computers Kindle Fire erneut in die Attacke. Das könnte den Internet-Konzern befeuern, ihn aber auch böse verbrennen.

Die neuen Kindle Fire HD Tablets. Quelle: dpa

Jeff Bezos ist als schwieriger Chef bekannt, der sich gern in Details verbeißt. Der, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, vor Hindernissen nicht zurückweicht. Egal wie hoch der Preis ist, sie zu überwinden.  Zum Beispiel mit der neuen Kindle-Linie, die der Gründer von Amazon.com am gestrigen Mittwochmittag höchstpersönlich in einem Flugzeughangar im kalifornischen Santa Monica präsentierte. Mission: Amazons digitale Inhalte in den Massenmarkt drücken. Aufgabe: Interessante Geräte entwickeln und diese so billig wie möglich anzubieten.

Ergebnis: Eine Flotte von verbesserten Lesegeräten sowie überholten und ganz neuen  Tablets zu Preisen vom 69 Dollar Einstiegsmodell bis zur Premiumvariante  für 499 Dollar, ausgestattet mit einem eigens  entwickelten Modem für die  superschnelle Datenübertragungstechnologie LTE.

Amazon nimmt Apple ins Visier

 „Wir nehmen viele unbekannte Wege“, erklärt Bezos seine Umtriebigkeit. „Es sind Sackgassen dabei, aber manchmal eröffnet sich plötzlich eine große, strahlende Allee für uns.“

Solche eine Allee soll vor allem die neueste Ausgabe des Tablet-Flaggschiffs Kindle Fire HD sein, der gegen die Herausforderer von Apple, Google und Samsung antritt. Seine Einstiegsversion mit 16 Gigabyte Speicher, hochauflösendem Display mit einer Diagonale von 7 inch (18,8 Zentimeter) kommt in den USA Mitte September zum Kampfpreis von 199 Dollar auf den Markt.

Kindle Fire kommt Ende Oktober

Ab 25. Oktober soll das Modell auch in Deutschland für 199 Euro erhältlich sein. Die Version ohne HD-Display wird schon für 159 Euro offeriert. Noch interessanter ist die 8.9 inch Variante zum Preis von 299 Dollar, die im November in den USA auf den Markt kommt.

Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Der Starttermin für Deutschland steht noch nicht fest. Offenbar will man erst den Markt in den USA austesten und dort die Nachfrage befriedigen. Zumal das dortige Inhaltsangebot wesentlich umfangreicher als in Deutschland ist.

Mit dem Herausforderer von iPad, Samsung Galaxy und  Google Nexus lehnt sich Bezos weit aus dem Fenster. „Das Gerät ist wichtig. Es ist aber nur Teil eines Services“, sagt Bezos. Und bekräftigt mit einem Seitenhieb auf Apple und Samsung: „Wir wollen Geld mit der Nutzung der Hardware verdienen, nicht mit ihrem Verkauf.“

Mit anderen Worten – Amazon.com subventioniert die Geräte. Das macht Bezos spätestens, seit er im Herbst vergangenen Jahres die erste Version des Kindle Fire vorstellte, die ebenfalls 199 Dollar kostete.

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