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Neuer Google-Service Mit Inbox gegen das E-Mailchaos

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Die Grenzen zwischen E-Mailverwaltung und Terminplanung verwischen

3. Erinnerungen: „Auf Wiedervorlage“ war über Jahrzehnte das Schlagwort in deutschen Büros und Behörden, wenn der Chef sein Sekretariat bat, ihm in einigen Tagen oder Wochen eine Akte erneut vorzulegen. Mit der Erinnerungsfunktion greift Google dieses Prinzip bei Inbox wieder auf. Wer eine Mail zwar gelesen hat, aber erst später beantworten möchte, kann sich daran erinnern lassen.

Mit Inbox verwischen zunehmend die Grenzen zwischen E-Mailverwaltung und Terminplanung. Erinnerungen jeglicher Art kann man nun direkt bei Inbox einfügen und erscheinen noch vor der ersten E-Mail im Posteingang. Für besonders vergessliche Personen ist das sicherlich ein hilfreiches Feature.

Neben der klassischen Erinnerungsfunktion können Hinweise und E-Mails in eine Art Schlummerzustand versetzt werden. Mit einiger Verzögerung werden sie neu empfangen.

Für diesen ersten Kurztest habe ich Inbox rund zwei Stunden lang ausprobiert. Ein kurioser Effekt dieses Tests: Zunächst schien es mir zu bunt und zu überladen. Nachdem ich dann wieder in die normale Gmail-Übersicht wechselte, kam mir diese trist und langweilig vor. Anders ausgedrückt: Inbox ist vor allem eine Gewöhnungsfrage.

Das wichtigste Feature, die Bündelung von E-Mails nach Themen oder Aufgaben, kann zwar hilfreich sein und beispielsweise nervige Werbemails aussortieren. Allerdings habe ich die Sorge, dass wichtige E-Mails fälschlicherweise ebenfalls aussortiert werden könnten. Dann hätte Inbox das Gegenteil von dem erreicht, wofür es programmiert wurde: Wichtiges von unwichtigem zu trennen.

Derzeit ist der Service noch nicht für alle Nutzer freigeschaltet. Wer Inbox testen möchte, schickt eine leere E-Mail an inbox@google.com. Interessenten erhalten dann nach und nach Zugang.

Schon einmal hatte Google probiert, die E-Mail neu zu erfinden. 2009 stellte Google „Wave“ vor, eine Art Mischung aus E-Mail, Chat und Kurznachrichten. Damals sollten all diese Nachrichtenformen miteinander verschmelzen. Nur ein Jahr später wurde das Projekt wieder eingestampft. Kaum ein Nutzer hatte das abstrakte Konzept verstanden.

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Inbox ist zum jetzigen Zeitpunkt deutlich ausgereifter als es Wave je gewesen ist. Zunächst ersetzt Inbox das klassische Gmail nicht, beide Produkte laufen parallel und können mit derselben Googlemail-Adresse genutzt werden. Ob Inbox künftig zum neuen Standard bei Google wird, hängt davon ab, ob die Nutzer das Produkt annehmen.

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