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Neues Betriebssystem Microsofts Neustart mit Windows 8

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Bruch mit alten Gewohnheiten

Was Windows 8 kann
Windows 8
Windows 8 soll damit der dramatischste Versionssprung seit Windows 95 werden. Die neue Plattform hat sich radikal von der altbekannten Oberfläche mit Startbutton und Taskleiste verabschiedet und nimmt stattdessen kräftig Anleihen bei Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Die Startoberfläche ist wie die Handy-Software nach dem „Metro“-Design gestaltet: „Live-Kacheln“ zeigen zum Beispiel Nachrichten aus Sozialen Netzwerken oder E-Mail-Konten an. Der Nutzer kann zwischen verschiedenen Anwendungen wie Spielen oder Videoprogrammen wechseln (Multitasking), ohne eine Anwendung beenden zu müssen.
Erstmals unterstützt das PC-Betriebssystem auch Chipsätze des Designers ARM und eignet sich damit speziell auch für kleine mobile Geräte wie die derzeit populären Tablet-Computer. In diesem Markt, der derzeit klar von Apple und Google dominiert wird, hatte Microsoft mit seinen Windows-Vorgängern lange Probleme, Fuß zu fassen. Windows 8 soll sich nun für alle Plattformen gleichermaßen eignen. Auch die Zusammenarbeit mit Peripheriegeräten wie Druckern etc wurde optimiert.
Fotos sucht das System über die Anwendungsgrenzen hinweg - egal, ob sie von der Festplatte, aus Flickr oder Facebook stammen. Wie Apples iOS erhält Windows 8 nun auch einen App-Store namens „Windows Store“, der Entwicklern den Vertrieb ihrer Anwendungen erleichtern soll. Die Programmierung soll besonders einfach sein und auch in den Web-Sprachen HTML und JavaScript möglich sein. Mit nur wenigen Programmierzeilen lassen sich Apps für die verschiedenen Plattformen Computer, Tablet oder Smartphone anpassen, wie Microsoft-Manager Antoine Leblond demonstrierte.
Einen Zeitpunkt, wann das neue Betriebssytem verfügbar sein wird, nannte Sinofsky allerdings nicht. Microsoft stellt für Entwickler von Anwendungen eine Vorschau, Beispiele, einen Leitfaden und andere Inhalte für das Programmieren von Apps im Netz bereit. „Wir lassen uns von Qualität antreiben, nicht von einem Datum“, sagte Sinofsky. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Windows 8 nicht vor Anfang 2012 erscheinen wird. Für einzelne Anwendungen wie dem Office-Paket oder dem Internet Explorer 10 soll die alte Umgebung allerdings weiter verfügbar bleiben. Alle Programme, die unter Windows 7 laufen, lassen sich auch auf Windows 8 nutzen, erklärte Sinofsky.

Vorausgesetzt allerdings, der Nutzer wirft alle Gewohnheiten zur PC-Steuerung über Bord, die Microsoft ihm seit Einführung von Windows 95 anerzogen hat. Denn mit der Bedienung älterer Windows-Versionen hat Ausgabe 8 kaum noch etwas gemein.

Statt des gewohnten Desktops mit seinem „Start“-Button und den bekannten Programm-Symbolen erstrecken sich nun nur noch große, quadratische Kacheln über die Displayfläche. Diese „Tiles“ genannten Symbole öffnen nicht nur per Klick klassische Windows-Programme oder rufen die neuen, speziell für Windows 8 geschriebenen Apps auf.

Die Kacheln zeigen auch wechselnde Informationen aus den zugehörigen Programmen an – wie die Zahl neu eingetroffener E-Mails oder das Bild des Bekannten, der als Letzter sein Facebook-Profil aktiviert oder eine Skype-Nachricht gesendet hat.

Vorbild sind Optik und Bediensystematik von Microsofts Handysoftware Windows Phone, mit der das neue PC-Windows nun auch technisch eng verwandt ist – und deren aktuellste Programmversion Microsoft ebenfalls in diesen Tagen auf den Markt bringt. Angesichts der Erkenntnis, dass die Zukunft der Computerei von mobilen Geräten bestimmt wird, ist das ein logischer Schritt; gemessen an der Umgewöhnung, die er den Anwendern abnötigt, allerdings auch ein sehr mutiger.

Und er ist konsequenter, als es Apple oder Google mit ihren mobilen Betriebssystemen iOS beziehungsweise Android bisher gewagt haben: Fingersteuerung, Sprachbefehle, Tastatureingabe oder Mausbedienung – mit den neuen Windows-8-Computern kann jeder Anwender die für ihn und den Einsatzzweck passende Kombination der Bedienkonzepte wählen.

In Arbeit
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„2012 wird das Jahr von Windows“, gab sich Microsoft-Chef Ballmer bei der Vorstellung der Software Anfang September in New York kämpferisch. Angesichts der Innovationen in Hard- und Software, die das neue Windows 8 mit sich bringt, stehen die Chancen gut, dass es dieses Mal nicht bloß eine Durchhalteparole ist.

Im Gegenteil: Nach Jahren des Hinterherhechelns setzt erstmals wieder Microsoft in der mobilen Computerwelt Standards für Apple und Android.

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