Neuseeland Telefonzellen werden zu Wlan-Hotspots

Im Zeitalter von Smartphones werden Telefonzellen zum Auslaufmodell. In Neuseeland werden sie nun zu Wlan-Hotspots aufgerüstet. Ein Gigabyte Internet für jeden gibt's dort kostenlos.

So sind wir im mobilen Internet unterwegs
1. Killer-App Nachrichten Sechs von zehn Smartphone-Besitzern fragen am Handy Nachrichten, Wetterinformationen oder Blogs ab. 40 Prozent nutzen Soziale Netzwerke, 30 Prozent kaufen via Smartphone ein. Nur jeder Zehnte twittert via Telefon. Quelle: dpa
2. Flut durch Bilder Nur jeder fünfte Mobilfunkkunde schaut auf seinem Handy Videos an. Dennoch verursachen diese 20 Prozent aller Nutzer mehr als 50 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs in Handynetzen. Quelle: AP
3. Europa beim Tempo im Mittelfeld Knapp die Hälfte der aufgerufenen mobilen Internet-Seiten in Europa sind in weniger als 20 Sekunden geladen. Deutlich schneller ist das mobile Web in Asien (nur 41 Prozent der Downloads brauchen mehr als 20 Sekunden), wesentlich langsamer ist es in Nordamerika (69 Prozent benötigen 20 Sekunden und mehr). Quelle: dpa
4. Run auf Android-Apps Besitzer von Android-Smartphones und Tablets laden mit rund 7,5 Megabyte fast eineinhalb mal mehr Daten aus den App-Stores als Mobilfunkkunden mit iOS-Geräten. Quelle: rtr, Montage
5. Aktive Apple-OnlinerDafür nutzen Benutzer von iPhones und iPads die Geräte deutlich intensiver im mobilen Internet. Sie laden mit gut 33 Megabyte (iPad) beziehungsweise 12,9 Megabyte (iPhone) pro Tag zweieinhalb bis gut als dreimal so viele Daten auf ihre Geräte wie Besitzer von Android-Tablets und Smartphones. Quelle: dpa
6. Mobiler Zeitvertreib Die beliebtesten mobilen Smartphone-Spiele sind
7. Spiel mit Worten Mehr als ein Drittel des durch die Top-Fünf-Spiele verursachten Datenvolumens stammt von

Der Test lief seit Ende 2012: In mehreren Urlaubsgebieten hatte Neuseelands größter Telefonkonzern, Telecom New Zealand, klassische Telefonzellen mit Wlan-Technik aufgerüstet und so in schnelle Internet-Hotspots verwandelt. Kommt der Service an, und funktioniert die Technik, wollten die Telecom-Manager ermitteln.

Nach gerade mal drei Monaten war klar: Der Feldversuch geht in Serie. In den kommenden Wochen rüstet TNZ nun mehr als 3000 Standorte im Land um und bietet landesweit das Internet aus der Zelle. Der Clou für die Nutzer, der Online-Zugriff ist kostenlos - und zwar bis zu einem Gigabyte Datenvolumen pro Nutzer und Tag.

Voraussetzung für den Zugriff ist allerdings eine neuseeländische Mobiltelefonnummer. Wer sich bei einem der vom kalifornischen Technologiepartner Ruckus Wireless gelieferten Hotspots anmeldet, muss die Nummer eingeben und bekommt dann einen Anmeldecode als SMS zugeschickt. Damit ist der Nutzer bei Bedarf, etwa im Falle von Straftaten übers Netz, auch identifizierbar. Einmal gekoppelt, können die Benutzer pro Mobilfunknummer mit bis zu fünf Geräte am Zugangspunkt surfen.

TNZ setzt mit der Umrüstung der alten Zellen ein Konzept um, das unter anderem auch Telekommunikationsgesellschaften wie PCCW in Hong Kong oder Oi in Brasilien schon realisiert haben. Auch in New York entsteht seit Mitte 2012 ein Netz öffentlicher, kostenloser Wlan-Hotspots. Dort vernetzt das städtische Department of Information Technology and Telecommunications Telefonzellen des Netzbetreiber Titan in mehreren Stadtteilen.

Deutschland zieht hinterher

Und auch in Deutschland hat zumindest ein Teil der inzwischen an Unterbeschäftigung leidenden Telefonzellen mittlerweile eine zweite Karriere als schnurlose Zugangspunkt ins Netz begonnen. Im Rahmen ihres Wlan-Dienstes hotspot.de hat die Deutsche Telekom derzeit rund 5000 ihrer aktuell mehr als 12.000 öffentlichen Hotspots in Telefonzellen installiert. Die Nutzung wächst kontinuierlich - von rund 600 Millionen Minuten 2010 auf rund 2,1 Millionen Minuten im vergangenen Jahr.

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Anders als in Neuseeland, sind die Zugriffe auf die Telekom-Hotspots aber nicht grundsätzlich kostenfrei. Zwar ist der Internet-Zugang in einigen, vorwiegend teureren Telekom-Tarifen schon enthalten. Und mancherorts, etwa in vielen McDonalds-Restaurants sowie den Flughäfen München oder Frankfurt ist der Surftrip per Wlan auch für Nicht-Telekom-Kunden für einen bestimmten Zeitraum kostenfrei.

Im Standardangebot aber kostet der nach Nutzungsdauer abgerechnete (dafür im Volumen unlimitierte) Online-Zugang am Hotspot für Telekom-Kunden 9 Cent pro Minuten. Für Nutzer ohne Telekom-Vertrag gibt's 24-Stunden Web-Zugriffe über beliebige hotspot.de-Stationen für 4,95 Euro, den Monat für 34,95 Euro.

Gemessen an den Internet-Tarifen mancher Business-Hotels, die für das 24-Stunden-Ticket auch schon mal 25 Euro in Rechnung stellen, kann das Internet aus der Zelle so die oftmals deutlich bezahlbare Alternative sein.

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