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Nick D`Aloisio verkauft App Die getarnte Inszenierung um jugendlichen Yahoo-Millionär

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Professionelle Vermarktung des Wunderkindes

Die Billion-Dollar-Start-ups
Foursquare auf dem iPhone Quelle: dapd
airbnb Quelle: Screenshot
Das undatierte Firmenhandout des Internet-Musik-Diensts Spotify zeigt den Firmengründer einen Screenshot der Plattform Quelle: dpa
Bleacher ReportDie Sportseite Bleacher Report gibt es erst seit 2007. Mittlerweile besuchen rund 25 Millionen Nutzer pro Monat die Homepage, um sich Videos, Analysen und Hintergrundberichte zu verschiedensten Sportthemen anzusehen. Die Zahl der sogenannten unique user macht den bleacher report zur viertgrößten Sport-Website im Netz. Für Nachrichtendienste ohne Sportberichterstattung wäre der Kauf von br also eine Überlegung wert. Quelle: Screenshot
FabBei der Shopping-Community Fab macht pro Tag rund 300.000 Dollar Umsatz. Die mehr als drei Millionen Nutzer können über Fab nach ihren Lieblings-Designer-Stücken suchen und beim Einkauf bis zu 70 Prozent sparen. Das Unternhemen hinter der Community hat bereits 50 Millionen Dollar Investorengelder einsammeln können und ist derzeit um die 200 Millionen Dollar wert. Für Groupon oder andere Schnäppchen-Anbieter wäre Fab eine gute Ergänzung. Quelle: Screenshot
A visitor tries on the new game "Angry Birds Space" during a launching ceremony in Hong Kong Quelle: dapd
PathMit der App Path können Nutzer private Momente, Bilder und Videos mit ihren Freunden teilen. Path funktioniert quasi wie ein Tagebuch, das ein bestimmter Kreis von Menschen lesen darf und von dem bestimmte Einträge auch bei Twitter, Foursquare, Facebook oder Tumblr veröffentlicht werden können. Rund drei Millionen Menschen nutzen das soziale Netzwerk für unterwegs. Google hatte schon einmal bei Erfinder Dave Morin angeklopft und ein 100 Millionen Dollar für Path geboten. Morin lehnte jedoch ab. Quelle: Screenshot

Dem jugendlichen Tech-Unternehmer hat Yahoo nun nämlich einen Job in seiner Londoner Niederlassung angeboten - nebenbei will der allerdings noch die Schule fertigmachen und später eventuell in Oxford oder Cambridge Philosophie studieren.  D`Aloisio, der in Australien geboren wurde ist allerdings kein unbedarfter Technik-Nerd, der aus dem Nichts zum Weltruhm kam. Der Hype, der jetzt um ihn betrieben wird, lässt darauf schließen, dass eine äußerst professionelle Marketingagentur im Hintergrund des Wunderkindes die Strippen zieht. Der Schüler, der früher in Wimbledon die Privatschule King`s College besuchte, für die im Jahr umgerechnet rund 21.000 Euro Schulgebühren fällig werden, wird ganz offensichtlich von einem Team äußerst hochkarätiger Berater unterstützt. Da sind zunächst seine Eltern: Vater Lou Montilla ist Investmentbanker bei Morgan Stanley, Mutter Diana D'Aloisio Anwältin. Mit ihnen und seinem zwölfjährigen Bruder Matthew lebt er in Wimbledon. Seine Mutter ist Anteilseignerin in seiner Firma.

Welche Apps wir am längsten nutzen
Platz 10: AmazonDie Amazon-App wird für 23,1 Minuten im Monat genutzt. 20 Prozent der Panel-Mitglieder haben sie auf ihrem Smartphone eingerichtet. Quelle: dpa
Platz 9: k-9 MailDas mobile E-Mail-Programm k-9 Mail haben zwar nur 22 Prozent der Befragten installiert, dafür nutzen sie es mit 88 Minuten im Monat intensiv.
Platz 8: EbayWer einmal auf der mobilen Seite von Ebay unterwegs ist, bleibt auch eine Weile. 80 Minuten im Monat wird die Ebay-App genutzt. Fast 33 Prozent der Befragten haben sie installiert. Quelle: dpa
Platz 7: Facebook MessengerSatte 94 Minuten im Monat wird der Facebook Messenger genutzt. Doch während 70 Prozent der Befragten die Facebook-App installiert haben, nutzen den separaten Messenger nur 49 Prozent. Quelle: dpa
Platz 6: YouTubeDas Video-Portal YouTube hält die Nutzer mit 75 Minuten pro Monat lange auf ihrer Seite. Fast 49 Prozent der Befragten nutzen die mobile Version des Anbieters. Quelle: dpa
GmailMit dem Mail-Programm von Google wird sich etwa 30 Minuten im Monat mobil beschäftigt. Die Nutzerquote liegt bei fast 50 Prozent. Quelle: dapd
Platz 4: Google MapsFast 24 Minuten im Monate beschäftigen sich die User mit Google Maps. 58 Prozent der Befragten nutzen die App. Quelle: dpa

Von seiner Schule, wo er unter anderem Russisch, Mandarin, Latein, Griechisch und Französisch lernte, hatte sich der Einser-Schüler schon vor rund einem Jahr beurlauben lassen, um sich der Vermarktung seiner App zu widmen. Dafür brauchte er finanzkräftige Investoren und ganz alleine dürfte es ihm kaum gelungen sein, für Summly hochkarätige Ventur-Capital-Investoren wie den Milliardär Li Ka-shing,  die Beatles-Witwe Yoko Ono, den Schauspieler Ashton Kutcher und Zynga-Chef Mark Pincus von seinem Projekt zu überzeugen. Der Hongkonger Unternehmer Li Ka-shing, der einst Wagniskapital für Facebook, Siri und Spotify gestellt hatte, stellte für "TrimIt" den Vorläufer  von "Summly" rund 300.000 Dollar als Investition zur Verfügung. Das Geld verwendete D'Aloisio unter anderem dafür, gemeinsam mit Experten vom Standford Research Institute in Kalifornien seine App zu optimieren. Denn Nick D`Aloisio hat sich das Programmieren selbst beigebracht.

In Arbeit
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Für die externen Geldgeber dürfte sich die Finanzierung des Schüler-Start-Ups gelohnt haben, wie der Yahoo-Deal jetzt demonstriert. Der Teenager selbst bleibt am Boden: seinen neuen Reichtum werde von seinen Eltern verwalten lassen und sich allenfalls einen neuen Computer, Turnschuhe und eine Schultertasche gönnen. "Ganz im Ernst, ich habe nie damit gerechnet, dass mir so etwas passieren würde. Für mich war das anfangs ein Hobby und mir war nicht klar, dass ich damit Geld verdienen könnte", sagte er dem "Evening Standard".

In einem seiner zahlreichen Interviews meinte er, nun wolle er erst einmal das Abitur ablegen, das aber möglichweise außerhalb einer Schule. Nebenbei wird er wohl noch ein paar Apps entwickeln.

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