NSA-Affäre Die wichtigsten Antworten zu XKeyscore

Prism, Tempora, NSA – in den aktuellen Spitzelenthüllungen kommen immer mehr Details zum Vorschein. Neuestes Thema ist das Programm XKeyscore, mit dem sogar Echtzeitüberwachung möglich ist. Was das genau ist und welche Auswirkungen es hat.

Eine Kuppel der ehemaligen Abhörstation der NSA auf dem Berliner Teufelsberg. Bis 1992 hörte der amerikanische Geheimdienst NSA von dort aus den Funk-und Telefonverkehr im Osten ab. Quelle: dpa

Was kann XKeyscore?

Optisch ist XKeyscore etwa so spannend wie ein Outlook-Fenster, wie beim Guardian veröffentlichte Bilder zeigen. Doch hinter der simplen Eingabemaske mit Auswahlmenüs und Zusatzbuttons verbirgt sich die vermutlich umfassendste Überwachungsmaschine der Welt. Offiziell nennt es die NSA (National Security Agency) "System zur Ausnutzung von Digital Network Intelligence / Analysestruktur".

XKeyscore erlaubt den amerikanischen Geheimdiensten den Zugriff auf Abermillionen private, berufliche und öffentliche E-Mails, Chats, aber auch Browser-Daten wie IP-Adressen. Für die Überwachung stehen der Behörde NSA 700 Server an 150 Standorten zur Verfügung. Das Programm wird angeblich von Australien und Neuseeland aus gesteuert. Insgesamt soll die NSA im Monat Zugriff auf etwa 180 Millionen Datensätze haben, die mit XKeyscore erhoben wurden.

So lesen Deutsche Behörden mit

Wie gelangen NSA-Mitarbeiter an Mail-Informationen?

Wenn NSA-Mitarbeiter in dem gesammelten Datenchaos eine bestimmte E-Mail einsehen wollen, müssen sie angeblich lediglich ihre E-Mail-Adresse angeben, das Zeitfenster, in dem die Nachricht verschickt wurde und eine Begründung, warum sie die Suchanfrage stellen. Dann kann in einer Suchmaske ganz einfach nach den Informationen gewühlt werden. Ein richterlicher Beschluss scheint nach bisherigen Informationen nicht nötig zu sein. Seitens der Regierung hieß es jedoch in einer Erklärung, dass auf die NSA-Analyseprogramme lediglich Personen mit besonderen Zugangsberechtigungen zugreifen können. Außerdem gäbe es strenge Kontrollen.

Wie gelangt der Geheimdienst an Facebook-Informationen?

Dazu kommt ein weiteres Tool namens „DNI Presenter“ zum Einsatz. Hier wird einfach der Facebook-Benutzername der gesuchten Person eingetippt. Über dieses Werkzeug soll es den Mitarbeitern der NSA möglich sein, auf die kompletten Chat-Inhalte im Social Network zugreifen zu können. Und das in Echtzeit. Konkret bedeutet das: Der Geheimdienst kann während ein User die Nachricht noch schreibt, jedes Wort mitlesen. Ähnlich sollen auch die Browser-Daten und die gesamte Aktivität über das Übertragungsprotokoll „http“ überwacht werden – und damit alles, was wir im Netz tun.

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