Oculus-Übernahme Facebook stößt auf Probleme

Ende März wurde bekannt, dass Facebook den Datenbrillenhersteller Oculus übernehmen will. Doch jetzt gerät der Kauf ins Stocken. Ein Entwickler soll Geschäftsgeheimnisse verraten haben.

Ein Mann probiert das Oculus Virtual-Reality-Headset auf der Game Developers Conference 2014 in San Francisco aus. Quelle: AP

Eigentlich schien alles klar: Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Facebook Oculus VR übernimmt - für bis zu 2,3 Milliarden Dollar. Bis dahin war das Untenrnehmen nur Brancheninsidern bekannt.

Oculus produziert Datenbrillen, die dem Träger eine virtuelle Realität vorgaukeln - und zwar präziser als jedes andere Gerät. Doch nun scheint die Übernahme zu stocken.

Wie das "Wall Street Journal" heute berichtete, ist Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der geplanten Übernahme auf ein Problem gestoßen. Der Spiele-Entwickler ZeniMax erhebt demnach Anspruch auf eine besondere Technologie in der 3-D-Brille.

Wie Oculus Rift funktioniert
Die Brille „Oculus Rift“ lässt die Anwender in virtuelle Welten eintauchen. Das Gerät sieht aus wie eine übergroße Ski-Brille, vor den Augen steckt ein 7 Zoll (17,8 cm) großer Bildschirm. Das reicht aus, um dem Menschen recht wirksam vorzugaukeln, dass er sich mitten im Geschehen zum Beispiel in einem Spiel befindet. Quelle: AP
Das Display ist eine Spezialentwicklung mit erhöhter Helligkeit und einer besonders hohen Bildwiederholungsrate für schnelle Reaktionszeiten. Ein entscheidendes Element ist eine Menge Sensoren, die Bewegungen verfolgen, damit sich das Geschehen exakt anpasst, wenn man zum Beispiel den Kopf dreht. Die 3D-Effekte sollen besonders gut an menschliche Sehgewohnheiten angepasst werden. Quelle: AP
In der aktuellen Entwicklerversion hängt die fast 400 Gramm schwere „Oculus Rift“ noch an diversen Kabeln für die Stromversorgung und den Anschluss an das Steuergerät. Wann die Brille für Verbraucher auf den Markt kommt, ist nach fast zwei Jahren Entwicklungszeit immer noch offen. Quelle: AP
Spiele und andere Programme müssen speziell angepasst werden, um mit „Oculus Rift“ zu funktionieren. Den Softwareentwicklern werden dafür Programmiercode-Bausteine zur Verfügung gestellt. Quelle: AP
Der Ansatz von Oculus unterscheidet sich fundamental von dem Konzept für die Datenbrille Google Glass. Die „Oculus Rift“ soll den Anwender für eine begrenzte Zeit - etwa für ein Spiel - komplett von der Außenwelt abschirmen. Quelle: AP
Das Konzept von Google Glass dagegen sieht vor, dass die Brille den ganzen Tag lang getragen werden kann. Sie soll ausdrücklich keine Barriere zur Außenwelt bilden. Quelle: dpa

Im Zentrum der Vorwürfe steht der Spieleentwickler John Carmack. Der 43-Jährige gilt als einer der Pioniere moderner 3D-Spieleoptik. Er war erst im vergangenen August als Technikchef zu Oculus gewechselt.

ZeniMax wirft ihm nun vor, eine geschützte Technologie mitgenommen zu haben. Ein Oculus-Sprecher sagte dem Wall Street Journal, man werde sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr setzen. Facebook selbst hat sich bislang nicht geäußert.

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