Öffentliche Posts möglich Facebook lockert Datenschutz für Jugendliche

Teenager können bei Facebook künftig ihre Beiträge mit allen Menschen im Internet teilen. Entsprechende Einschränkungen für Benutzer zwischen 13 und 17 Jahren werden aufgehoben.

Wie Sie Facebooks Suche entkommen
Wie kann man sich schützen, damit nicht jedes peinliche Partyfoto oder der Gefällt-mir-Klick von vor drei Jahren für jeden sichtbar ist? Eine Möglichkeit ist, oben rechts auf das Schloß zu klicken und den Anweisungen zu folgen. Damit will Facebook gerade den Übergang zur Graph Search erleichtern. Für den vollen Überblick über Ihre Daten gibt es aber noch andere Einstellungen...
Klicken Sie dafür auf das Zahnrad und wählen Sie die Privatsphäre-Einstellungen aus. Facebook macht es recht kompliziert, alle Daten übersichtlich zu verwalten. Die Nutzer müssen sich durch viele verschiedene Ansichten klicken.
So können Sie einstellen, wer Ihre zukünftigen Beiträge sehen kann. Wählen Sie am besten „Freunde“ aus. Doch Achtung...
....dadurch sind Ihre alten Einträge noch nicht verändert. Sie können auch „das Publikum für alte Beiträge in der Chronik beschränken“, wie Facebook es etwas kompliziert ausdrückt. Konkret heißt das: So stellen Sie alte Beiträge darauf um, dass nur noch Freunde und nicht auch die Freunde Ihrer Freunde alte Posts von Ihnen sehen können.
Grundsätzlich gilt: Was öffentlich ist, kann jeder finden. Um sicherzustellen, dass nur das gefunden wird, was Sie möchten, steuern Sie das Aktivitätenprotokoll an. Das befindet sich rechts auf Ihrem Titelbild. Dort können Sie dann Ihre gesamte Chronik überprüfen. Das kostet Zeit, lohnt sich aber. Checken Sie dann, ob Ihre Posts mit einer kleinen Weltkugel markiert sind. Dann kann sie jeder sehen. Das sollten Sie ändern, wenn es sich um private Beiträge handelt.
Die neue Suche von Facebook macht es jedem Nutzer leichter, schnelle Verbindungen herzustellen. Prüfen Sie daher, ob Sie wirklich allen Freunden Ihre Informationen zugänglich machen wollen. Das funktioniert im Aktivitätenprotokoll. Diese Leiste sehen Sie links, daneben erscheinen dann Ihre Beiträge, deren Sichtbarkeit Sie ändern können. Zudem ist es lohnenswert, Ihre gesammelten Fotos genau unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht sind Sie auf einem alten, unvorteilhaften Foto markiert. Das können Sie ändern, indem Sie die Markierung entfernen.
Unter „Chronik und Markierungen“ können Sie einstellen, wer auf Ihre Seite posten kann oder wer markierte Beiträge sieht. Ein Tipp: Stellen Sie ein, dass Sie Beiträge mit Markierung vor Veröffentlichung prüfen können, so behalten Sie immer die Übersicht. Weiterhin gilt: Machen Sie sich klar, ob Sie allen Freunden von Ihnen alle Informationen zugänglich machen wollen. So können Sie Listen anlegen, damit ihr bester Freund andere Dinge sieht als etwa Ihr Chef.
Abschließend können Sie Ihre Veränderungen prüfen, indem Sie auf Ihrem Titelbild das Zahnrädchen und dann „Anzeigen aus der Sicht von…“ anklicken. So sehen Sie, wie Ihr Profil für andere aussieht – und für die, die nicht mit Ihnen befreundet sind. Weitere Informationen gibt es außerdem unter: https://www.facebook.com/about/graphsearch/privacy

Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook verändert die Einstellungen zur Privatsphäre für Teenager: Nutzer im Alter zwischen 13 und 17 Jahren werden künftig auch für alle sichtbare öffentliche Einträge machen können. Bislang konnten die geteilten Texte, Fotos und Videos nur von ihren Freunden oder den Freunden von Freunden gesehen werden. Wenn die Teenies nun einen größeren Empfängerkreis zulassen, wird ihnen beim ersten Mal ein Warnhinweis angezeigt, wie Facebook am späten Mittwoch in einem Blogeintrag ankündigte.

Zugleich wird bei neuen Facebook-Mitgliedern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren künftig als Standard-Empfängerkreis für ihre Einträge „nur Freunde“ voreingestellt. Bisher waren die Informationen automatisch auch für Freunde von Freunden freigegeben. Die Grundeinstellung für bestehende Nutzer ändert sich nicht, auch sie werden aber die Warnung bei ihrem ersten öffentlichen Eintrag bekommen. Der Warnhinweis besteht aus einem Pop-up-Fenster, in dem es heißt: „Wusstest Du, dass öffentliche Beiträge von jedem gesehen werden können, nicht nur von Personen, die du kennst?“ Außerdem wird darauf hingewiesen, dass der Nutzer und alle in dem Beitrag markierten Freunde damit Freundschaftsanfragen und Nachrichten von Personen erhalten können, die sie nicht persönlich kennen. Eine kürzere zweite Warnung folgt, wenn man weiterhin öffentliche Einträge posten will.

„Wir haben besonders auf eine klare, verständliche Sprache geachtet“, sagte der Facebooks deutscher Politik-Verantwortlicher Gunnar Bender zu den Warnhinweisen. Facebook sei es wichtig, dass junge Nutzer erst öffentlich Beiträge posten könnten, nachdem sie auf diese Weise eine „Lernkurve“ durchlaufen. „Wir wollen den Jugendlichen die Möglichkeit geben, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.“ Es gebe etwa politisch engagierte Teenager wie zum Beispiel das pakistanische Mädchen Malala Yousafzai, für die weitreichende Kommunikationsmöglichkeiten wichtig seien. Die 16-Jährige, die sich für Kinderrechte einsetzt, war nach einem Attentat der Taliban weltbekannt geworden.

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Facebook verwies in dem Blogeintrag zugleich darauf, dass Teenager bei anderen Online-Diensten auch öffentlich posten könnten. Sie werden künftig ihre Einträge bei dem Online-Netzwerk auch für Abonnenten freischalten können. „Wir nehmen die Sicherheit der Teenager sehr ernst“, betonte Facebook und verwies auf die Warnmeldungen.

Um Privatsphäre und Datenschutz bei Facebook mit seiner mehr als einer Milliarde Mitglieder gibt es seit Jahren Diskussionen. In den USA stimmte Facebook nach Ermittlungen wegen einer verwirrenden Änderungen der Einstellungen regelmäßigen Kontrollen für 20 Jahre zu. In Deutschland werfen einige Datenschützer wie Thilo Weichert aus Schleswig-Holstein dem Netzwerk systematische Regel-Verstöße vor. Auf Drängen der Datenschützer stellte Facebook in Europa die automatische Erkennung der Gesichter von Freunden in Fotos ein. Zugleich hat Gründer Mark Zuckerberg frühere Versuche aufgegeben, die Nutzer zu mehr öffentlichen Einträgen bei Facebook zu drängen.

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