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Online-Piraterie Google erhielt im vergangenen Jahr 345 Millionen Löschanfragen

Piratenseiten, die urheberrechtlich fragwürdige Inhalte verlinken, erhalten viel Zustrom - auch dank Google. Dagegen gehen der Suchmaschinenanbieter sowie die Rechteinhaber vor.

Das Google-Logo. Quelle: AP

Wer einen Online-Stream für die neuesten Kino-Blockbuster sucht, hat es zumeist nicht schwer. Gibt der Nutzer die richtigen Stichwörter in die Google-Suchmaske ein, hat er binnen weniger Klicks auf dem Bildschirm, was eigentlich nur im Kino zu sehen sein sollte.

Das funktioniert nicht nur bei Filmen sondern auch bei Musik, Computerspielen und anderen Programmen. Google verschafft sogenannten Piratenseiten – also Webseiten, die illegalen Content anbieten – viel Traffic.

Ausgewählte Randaktivitäten von Google

Die Geschädigten sind dabei die Copyright-Inhaber. Sie wehren sich, so gut sie können. Allein im vergangenen Jahr hat Google über 345 Millionen Löschanfragen zu einzelnen Angeboten solcher Piratenseiten aus seiner Suchmaschine erhalten.

Google selbst weist die Jahreszahlen der Löschanfragen von Copyright-Inhabern nichts aus. Lediglich Wochenzahlen veröffentlicht Google. Diese hat der amerikanische Branchendienst TorrentFreak ausgewertet.

Die meisten Löschanfragen der Rechte-Besitzer gingen auf Angebote der Piratenseiten 4shared.com, rapidgator.net und uploaded.net zurück – jeweils über fünf Millionen URLs dieser Seiten wurden aus den Suchergebnissen entfernt.

Am meisten Anfragen hat die Interessenvertretung der britischen Musik-Labels, British Phonographic Industry (BPI) gestellt – 60 Millionen waren es im vergangenen Jahr.

Im Vergleich zum Vorjahr entsprechen die 345 Millionen Löschungen einer Steigerung von 75 Prozent. 2008 stellten die Rechteinhaber gerade einmal eine Hand voll Löschanfragen. Trotzdem sind sie nicht zufrieden und forderten Google auf, mehr Verantwortung zu übernehmen.

In Arbeit
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Im Oktober vergangenen Jahres reagierte Google und überarbeitete seine Suchalgorithmen. Künftig sollen Webseiten, die häufig mit Urheberrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden, auf den hinteren Seiten der Suchergebnisse verbannt werden.
Google nimmt derweil auch die Rechteinhaber in die Pflicht. „Piraterie entsteht erst, wenn die Nachfrage des Verbrauchers nicht durch angemessene Angebote gedeckt wird“, zitiert TorrentFreak Google.

Netflix, Spotify und iTunes hätten gezeigt, wie man Piraterie am einfachsten bekämpfe: Angebot, Preis und Nutzerfreundlichkeit müssten in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Googles Bemühungen scheinen den Urheberrechts-Besitzern immer noch nicht zu genügen. Nachdem es zu weiteren Spannungen zwischen Google und den Rechteinhabern kam, beendete Google seine Anti-Piraterie-Kooperation mit der Hollywood-Gruppe.

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