Online-Telefonie Microsoft-Messenger läuft künftig über Skype

Es ist offiziell: Microsoft hat angekündigt seinen Internet-Kurznachrichtendienst Messenger mit der Online-Anrufplattform Skype zu verschmelzen. "Skype und Messenger kommen zusammen", teilte Microsoft am Dienstagabend auf seiner Internetseite mit.

Der Microsoft-Messenger läuft künftig per Skype. Quelle: dpa

Mit der neuesten Version des Online-Telefondienstes sollen bisherige Messenger-Nutzer mit den Zugangsdaten zu ihren Microsoft-Konten auch über Skype kommunizieren können. So verspricht es ein Blogeintrag des Unternehmens. Der Messenger in seiner bisheriger Form werde im ersten Quartal des kommenden Jahres bis Ende März eingestellt. Nur in China bleibt er erhalten, da er hier in einer abgewandelten, zensierten Form am Markt ist.

"Wir wollen uns auf unsere Anstrengungen konzentrieren, Dinge für unsere Nutzer einfacher zu machen", erklärte Microsoft. Skype erlaubt neben Internet-Telefonaten mit Ton und Bild auch den Versand von Kurznachrichten über Computer und Smartphones. Die Kommunikation mit dem Dienst ist weitgehend kostenlos. Microsoft hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr gekauft.

Apple und Microsoft versus Android
iOS 6 – Google muss raus Quelle: dapd
Facebook-IntegrationZu den großen Ankündigungen gehörte auch die Integration von Facebook. Das größte soziale Online-Netzwerk der Welt ist nun in zahlreiche Apple-eigene-Apps integriert. So lassen sich nun direkt aus dem Notification Center heraus Meldungen für Facebook verfassen, Safari erhält eine Funktion für das Teilen von interessanten Links mit Freunden und im Game Center ist eine Funktion zum Teilen von Spielständen hinzugekommen. Auch die Kalender-App von iPad und iPhone lässt sich nun mit den Facebook-Events synchronisieren. Quelle: dapd
Siri Quelle: REUTERS
Apple Maps und Facetime Quelle: dapd
Bitte nicht stören!Auch eine neue Funktion bekommt das iPhone in den Einstellungen mit iOS 6. Anrufe und SMS werden damit lautlos. Bekommt der Nutzer einen Anruf, den er gerade nicht beantworten kann oder will, hat er außerdem zwei neue Optionen: „Erinnere mich später“ oder „Antworte mit einer SMS“ stehen zu Auswahl. Die App stellt dabei ein paar SMS-Bausteine wie „Ich rufe dich später zurück“ zur Auswahl. Quelle: Reuters
Passbook verwaltet FlugticketsDaneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer kleinerer Neuheiten im Detail – unter anderem für die iCloud, Mail und eine neue Hörhilfe. Mit Passbook bekommt das iPhone außerdem eine neue App für das zentrale Verwalten von Flugtickets und anderen Coupons und Tickets. Aufgrund der Geo-Informationen via GPS zeigt das iPhone dabei automatisch das jeweils richtige Ticket auf dem Lockscreen zum Scannen an. Quelle: dpa
VorteileHard- und Software sind bei allen iOS-Geräten aufeinander abgestimmt – egal ob iPad, iPhone oder iPod touch. App-Programmierer kennen die Hardware für ihre Software genau und können sie gezielt darauf optimieren. Ein weiterer Vorteil ist die nach wie vor größte Auswahl an Apps: Programmierer schätzen iOS, da Apple-Nutzer für ihre Zahlungsbereitschaft bei Apps bekannt sind. Besonders groß ist der Vorsprung des iPads gegenüber den Tablets der Konkurrenz. Auf Android-Tablets optimierte Apps sind immer noch Mangelware. Die mit iOS 5 eingeführten iCloud sorgt für eine komfortable Synchronisierung aller Daten über verschiedene Geräte hinweg. Auch Backups lassen sich darüber im Internet speichern. Die Sprachsteuerung Siri ist die beste, die derzeit für Smartphones verfügbar ist - allerdings ist auch sie noch lange nicht alltagstauglich. Quelle: Reuters
NachteileDie Freiheit des Nutzers wird eingeschränkt. Nur aus Apples eigenem App Store können Anwendungen heruntergeladen werden, bei der Hardware steht nur Apples iPhone zur Auswahl. Immer wieder scheitern Programmierer daran, Apps im App Store unterzubringen. Dabei greift Apple auch inhaltlich ein, beispielsweise wenn es um Erotik oder politische Satire geht. Außerdem ist das iPhone ist im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten Android-Smartphone teuer. Das iPad hingegen ist vergleichsweise günstig – selbst die Version mit hochauflösendem Retina-Display gibt es schon ab 480 Euro. Quelle: Reuters
Windows Phone 8 – neue BasisMit Windows Phone 8 rücken die Smartphones mit dem Windows-Betriebssystem deutlich näher an die PC-Welt heran. Anders als Vorgänger Windows Phone 7 basiert Version 8 auf demselben Kern wie die PC- und Tablet-Variante – dem Windows-NT-Kernel. Windows Phone 7 basierte noch auf dem Kern von Microsofts alten Smartphone-System Windows CE und konnte daher beispielsweise nicht mehr als einen Prozessor nutzen. Windows Phone 8 kann dagegen unbegrenzt Prozessoren nutzen, verspricht Microsoft. Windows Phone 7 und 8 sind miteinander inkompatibel, weshalb es auch kein Update geben wird. Samsung, HTC und Nokia haben bislang Smartphones für Windows Phone 8 angekündigt. Quelle: Reuters
Polierte OberflächeAuch an der Oberfläche hat sich mit Windows Phone 8 etwas getan. Dem Kachel-Konzept bleibt Microsoft treu: Die sogenannten Tiles repräsentieren Anwendungen – und geben dabei anders als die allermeisten App-Symbole bei Android und iOS auch Informationen über ihren Status preis. So zeigt die Mail-Applikation  beispielsweise die Anzahl der ungelesenen Mails an, die Kalender-App kann schon in Tile das aktuelle Datum anzeigen. Mit Windows Phone 8 wird der Start-Screen flexibler. Die Kacheln können nun in drei verschiedenen Größen dargestellt werden. Damit lassen sich nun auch mehr Kacheln auf einer Seite darstellen. Zudem sind nun auch höhere Auflösungen möglich. Neben der bekannten Windows-Phone-Auflösung 800 x 480 Pixel können die Hersteller nun auch Geräte mit 1280 x 720 und 1280 x 768 Pixeln herstellen. Die Windows-Phone-8-Geräte haben laut neuer Spezifikation außerdem einen Micro-SD-Kartensteckplatz. Quelle: dpa
Neuer Browser und Kartendienst von NokiaEinen der größten Kritikpunkte von Windows Phone 8 ist Microsoft ebenfalls angegangen: Der Webbrowser. Mit Windows Phone 8 zieht der Internet Explorer 10 in das mobile Betriebssystem ein – samt dessen neuer Rendering-Engine. Das dürfte das Websurfen beschleunigen. Der Microsoft-Kartendienst Bing wird durch Nokias Kartenprogramm ersetzt. Im Gegensatz zu Bing und Google Maps lässt sich Nokias Kartendienst auch offline nutzen, weil das Kartenmaterial auf dem Telefon gespeichert ist. Das ist vor allem im Ausland praktisch.
Apps Quelle: REUTERS
Zweigeteilte Tablet-Welt bei MicrosoftAuf dem Tablet kommen bei Microsoft zwei verschiedene Windows-Versionen zum Einsatz - deren Kern jeweils derselbe ist wie bei Windows Phone 8: Windows 8 RT läuft auf Tablets mit sparsamen ARM-Prozessor, die in Konkurrenz zum iPad stehen. Das klassische Windows 8 dagegen läuft auf Tablets, die einen PC-Prozessor und PC-Schnittstellen wie USB besitzen und damit in Konkurrenz zu den Ultrabooks stehen. Apps für Windows Phone 8 werden nur auf der RT-Variante laufen - klassische PC-Software nur auf Tablets mit PC-Prozessoren. Quelle: Reuters
NachteileAls Spätstarter hat es das Microsoft-System schwer, Programmierer zu überzeugen, Apps für die Smartphone-Plattform zu schreiben. So lange aber Apps fehlen, ist die Plattform auch für Anwender nicht attraktiv. Die spezifischen Anforderungen von Microsoft an die Hardware-Hersteller sind Segen und Fluch zugleich. Die Bandbreite der Geräte ist kleiner – sehr günstige Einsteiger-Smartphones wie bei Android gibt es nicht. Wer Interesse an einem Windows-Smartphone hat, sollte auf Windows Phone 8 warten. Windows Phone 7 ist derzeit eine technische Sackgasse – ein Update auf die kommende Version 8 wird nicht möglich sein. Quelle: dapd
VorteileMicrosoft stellt Hardwareanforderungen an die Hersteller, die für Windows Phone 7 und 8 produzieren. Sie sorgen für eine einigermaßen einheitliche Hardware-Plattform. Anders als bei Apples iOS gibt es dennoch eine gewisse Auswahl an Geräten. Durch die einheitlichen Hardware-Anforderungen laufen Apps in der Regel reibungslos auf allen Windows-Smartphones. Applikationen nisten sich auf den Smartphones als „Kacheln“ (englisch Tiles) ein, die sich frei verschieben lassen. Über die Kacheln hat jede App die Möglichkeit, den Nutzer über ihren aktuellen Zustand zu informieren. Das ist ein innovatives Konzept und durchdachtes, das mit Windows Phone 8 und den drei verschiedenen Kachel-Größen außerdem noch flexibler wird. Quelle: Reuters
Android 4 – Basis für Smartphones und TabletsBereits seit Februar ist die aktuelle Android-Version 4.0.4 verfügbar. Mit Version 4 alias Ice Cream Sandwich (ICS) führte Google die bis dahin getrennten Android-Versionen für Smartphones (2.x) und Tablet (3.x) wieder zusammen. Wie bei Android üblich, ist das aktuelle System immer noch nicht für alle Smartphones verfügbar. Für einige Geräte wird es der Hersteller auch nie anbieten. Quelle: Reuters
Die wichtigsten Neuerungen Eine der wichtigsten Neuerungen von Android 4 ist die Art, wie nun Apps in Ordner organisiert werden können. Dazu müssen die Apps seit Version 4 nur noch übereinandergelegt werden – genau wie bei iOS auch. Neu ist auch die Kontrolle über den Datenverbrauch. Da alle in Deutschland erhältlichen Daten-Flatrates keine echten Flatrates sind, sondern nach einem bestimmten Limit gedrosselt werden, hilft es, sich nach Apps aufgeschlüsselt anzeigen zu lassen, wer viele Daten verbraucht. Der Webbrowser kann in Version 4 nun bis zu 16 Tabs gleichzeitig öffnen und kann nun Websites speichern, um sie offline lesen zu können. Neu ist beim mobilen Chrome auch die Möglichkeit, die Lesezeichen mit dem Chrome auf dem PC synchronisieren zu lassen. Eine einfach Diktierfunktion besitzt Android 4 ebenfalls – auch wenn die mit Apple Siri bislang nicht mithalten kann. 3D-Karten und eine Auto-Navigation bietet Android 4 ebenfalls. Quelle: dpa
VorteileAndroid-Nutzer haben eine große Auswahl bei der Hardware – von sehr günstigen Einsteigergeräten von Huawai bis zu Smartphone-Luxuslinern von Samsung, Sony oder HTC. Einige der besten Smartphones der Welt wie das Samsung Galaxy S3 (Foto) oder das Sony Xperia S sind Android-Geräte. Android-User haben außerdem eine große Auswahl an günstigen Apps. Anwendungen, die etwa in der iPhone-Variante Geld kosten, gibt es für Android-Geräte häufig in einer werbefinanzierten Gratis-Version. Quelle: Reuters
NachteileGroße Hardware-Vielfalt bedeutet auch: viele unterschiedliche Prozessoren, Speicherausstattungen sowie Bildschirmgrößen und –auflösungen. Das macht die Optimierung von Apps für die Android-Geräte schwierig. Kritische Android-Updates werden von den Smartphone-Herstellern oft erst mit Verspätung eingespielt. Android ist derzeit außerdem die einzige Smartphone-Plattform, auf der Schadsoftware eine nennenswerte Rolle spielt. Allerdings gibt es kostenlose Apps, um sich gegen Android-Viren zu schützen. Quelle: dapd

Mit dem Aus des Chatprogramms geht eine Ära zu Ende. Der MSN Messenger wurde 1999 von Microsoft in Betrieb genommen. Da seit März keine Updates mehr für das Programm verfügbar war, kursierten schon länger Gerüchte, der Messenger könne abgeschafft werden. Da Microsoft seit Mai 2011 mit Skype gemeinsame Sache macht, liegt die Zusammenlegung nur nahe.

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Der Deal muss sich schließlich rechnen. Für 8,5 Milliarden Dollar hatte der Windows-Hersteller den Internettelefonie-Dienst Skype übernommen. Es wurde damals gemutmaßt, der hohe Preis könne das Ergebnis eines Bieterwettstreits gewesen sein: Am Ende hatte es auch Berichte über Gespräche von Skype mit Google und Facebook gegeben.

 

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