Oracle gegen Google Google soll bewusst Ideen geklaut haben

Seit fast zwei Jahren schon streiten Oracle und Google um das mobile Betriebssystem Android. Oracle wirft Google eine nicht lizenzierte Nutzung von Java vor. Für Google steht viel auf dem Spiel.

Die neuen Android-Stars aus Barcelona
Smartphones mit Schnappschuss-FähigkeitAndroid-Pionier HTC geht auf dem Mobile World Congress wieder in den Angriffsmodus über. Drei Smartphones mit dem neusten Android-4-System sollen der Konkurrenz das fürchten lernen – und zwar nicht nur der Smartphone-Konkurrenz, sondern auch Einsteiger-Digitalkameras. In Barcelona stellt HTC das One X (Mitte), One S (links) und das One V (rechts) vor. Digitalkameras werden mit den den drei Modellen überflüssig, behauptet HTC. Das Konzept: Schnelle Auslösung des Fotos, schneller Autofokus und eine große Blende. Ein neuer Chip soll dafür sorgen, dass die Smartphones in nur 0,7 Sekunden zur Aufnahme eines Fotos bereit sind, der Autofokus benötigt nur 0,2 Sekunden. Ebenfalls innovativ: Alle drei Modelle haben den Cloud-Speicher Dropbox bereits integriert. Das erleichtert das Speichern von Fotos im Netz, sodass sie auf allen Geräten verfügbar sind – vom Smartphone bis zum PC. HTC-Kunden haben auf 25 Gigabyte kostenlosen Online-Speicher Zugriff. Normal sind bei Dropbox 2 Gigabyte kostenloser Speicher. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Eigenschaften der drei HTC-Geräte im einzelnen vor. Quelle: PR
HTC One XOne X ist ein Android-Smartphone mit Luxus-Ausstattung – und damit das neue Flaggschiff der neuen One-Serie von HTC. Das 4,7-Zoll-Display (11,93 cm Diagonale) bietet 720p-HD-Auflösung (1280x720) und wird dank des Einsatzes von Gorilla-Glas vor Kratzern geschützt. Herz des Smartphones ist der blitzschnelle neue Vier-plus-1-Kern-Prozessor Tegra 3 von Nvidia. Der Prozessor besitzt einen fünften besonders schwachen Kern, der im Standy-Modus aktiv wird und somit Strom spart. In Märkten mit dem neuen Funkstandard LTE (4G) kommt der Zwei-Kern-Prozessor S4 von Snapdragon zum Einsatz. Das HTC One X ist mit 32 Gigabyte Flash-Speicher für Apps und Daten ausgestattet, der nicht erweiterbar ist. Quelle: Reuters
HTC One SDas One S ist auf eine kompakte Bauweise optimiert. Das Display ist kleiner (4,3 Zoll) als das des One X und das Metallgehäuse nur 7,9 Millimeter dünn. Das Gerät wiegt rund 120 Gramm. Das One S ist etwas weniger üppig ausgestattet als das Flaggschiff: Die Display-Auflösung beträgt 960 x 540 Pixel, als Prozessor kommt der Zwei-Kern-Chip S4 von Snapdragon zum Einsatz. Das One S hat ein Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Speicher für Apps und Daten, die ebenfalls nicht erweitert werden können. Quelle: PR
HTC One VDas One V ist das aktuelle Einsteiger-Gerät der HTC-Serie. Es bietet einen relativ kleinen Bildschirm mit 3,7-Zoll-Diagonale und 800 x 480 Pixeln Auflösung. Arbeitsspeicher und Flash-Speicher fallen mit 512 Megabyte beziehungsweise 4 Gigabyte klein aus. Der 1-GHz-Prozessor hat nur einen einzigen Kern. Anders als das One S und One X lässt sich der Speicher für Apps und Daten per Micro-SD-Steckplatz erweitern. Im April soll das Gerät für rund 300 Euro in die Läden kommen. Quelle: PR
Nokias Kamera-GenieDer schwächelnde Handy-Weltmarktführer Nokia will Kunden mit einer Kamera der Superlative in seinen Telefonen und günstigen Windows-Smartphones gewinnen. Das neue Nokia-Modell 808 „PureView“ hat einen Bildsensor mit 41 Megapixeln - mehr als die meisten aktuellen Verbraucher-Kameras. Eine spezielle Software soll dafür sorgen, dass die Bilddateien trotz der vielen Bildpunkte kompakt bleiben können: Dabei werde von sieben Pixeln einer ausgesucht. Die „PureView“-Technologie solle in Zukunft in weitere Modelle einziehen, kündigte Nokia am Montag beim Mobile World Congress in Barcelona an. Bei Smartphones haben sich 8-Megapixel-Kameras als Standard durchgesetzt. Die Bildqualität einer Digitalkamera hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Die Pixelzahl allein lässt keine Qualitätsaussage zu. Das 808 läuft mit dem betagten Nokia-Betriebssystem Symbian, das einst den Smartphone-Markt dominierte und jetzt als Auslaufmodell gilt. Das Foto-Handy soll 450 Euro kosten. Quelle: dpa
Einsteiger-Smartphone mit Windows Phone 7Ein Jahr nach dem Sprung von Nokia ins Lager von Microsofts Smartphone-Plattform Windows Phone wird jetzt die Strategie der Finnen deutlich. Den teuren Lumia-Smartphones, die mit Apples iPhone oder Top-Modellen mit dem Google-Betriebssystem Android konkurrieren sollen, werden günstige Telefone zu Seite gestellt, um die angestammte Stellung in Entwicklungsländern zu verteidigen. Hier ist Nokia nach wie vor stark - aber mit dem Vormarsch von Rivalen wie Samsung und erwarteten günstigen Android-Smartphones von chinesischen Herstellern wie ZTE steigt die Konkurrenz. Nokia tritt dagegen unter anderem mit dem bisher günstigsten Windows-Phone-Telefon Lumia 610 an, das 189 Euro kosten wird. Es soll auch in Deutschland auf den Markt kommen. Zudem stellten die Finnen in Barcelona mehrere einfache Handys der Serie Asha vor. Die Telefone seien „schneller als viele einfachere Androiden“, verkündete die zuständige Nokia-Managerin Mary McDowell. Die Kunden anlocken soll auch eine Auswahl an Diensten unter der Dachmarke „Nokia Life“. So kann man zum Beispiel medizinische Fragen bei einem Call-Center loswerden. Außerdem können Asha-Käufer sich in den ersten zwei Monaten kostenlos 40 Spiele des Anbieters Electronic Arts im Wert von 75 Euro herunterladen. Der populäre Messaging-Dienst WhatsApp ist gleich vorinstalliert - ein weiterer Schlag gegen die Mobilfunk-Anbieter, für die SMS-Gebühren eine sehr wichtige Einnahmequelle sind.
Smartphone mit SonnenschutzSony zeigt mit dem Xperia P ein Smartphone mit Hingucker-Faktor: das Aluminium-Design aus einem Guss (Unibody) ist originell und soll in weiß, schwarz und rot verfügbar sein. Das Innere ist dagegen nicht herausstechend: 1 Gigabyte RAM, 8-Megapixel-Kamera und ein Dual-Core-Prozessor gehören zum Standard der Preisklasse, die Sony mit dem Xperia P anvisiert: 449 Euro. Die nicht mehr ganz taufrische Version des mobilen Betriebssystems Android 2.3 soll bald das Update auf die aktuelle Version Android 4.0 erhalten (Android 3.0 lief nur für Tablets). Als Besonderheit hebt Sony das Display mit „White Magic“-Technik hervor. Der Bildschirm in qHD-Auflösung (960 x 540 Pixel) soll auch unter hellem Sonnenlicht gut lesbar sein. Bislang wurde „White Magic“-Technik in Digitalkameras eingesetzt. Ein zusätzliches weißes Pixel neben rot, grün und blau soll den Stromverbrauch senken und die Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung erhöhen. Ebenso wie das ebenfalls in Barcelona vorgestellte Modell Xperia U soll das Xperia P an die Musik- und Video-Angebote des Unternehmens angebunden werden.
Hauchdünnes Doppelkern-SmartphoneDas Ascend P1 S von Huawei besticht vor allem durch seine dünne Schale: Nur 6,8 Millimeter Dicke misst das Gerät. Nur an der Stelle mit der 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist es etwas dicker. Das Leichtgewicht bringt außerdem gerade einmal 100 Gramm auf die Waage. Bei der Ausstattung müssen kaum Abstriche gemacht werden. Der Doppelkern-Prozessor ist mit 1,5 Gigahertz getaktet und das 4,3-Zoll-Display (540 x 960 Pixel) arbeitet mit organischer Super-AMOLED-Technik, die eine farbgetreue Wiedergabe von Inhalte verspricht. Einzig mit dem Flash-Speicher hat Huawei gegeizt: Nur vier Gigabyte stehen für Apps und Daten zur Verfügung. Quelle: Reuters
Mobiler BeamerAuch Apples größter Konkurrent Samsung ist in Barcelona präsent. Die Koreaner präsentieren mit dem Galaxy Beam ein Android-Smartphone mit integriertem Projektor, mit dem sich Präsentationen, Spiele, Fotos oder Filme direkt an eine Wand projizieren lassen. Die Bilder sollen eine Größe von bis zu 50 Zoll erreichen - also etwa die Größe eines großen Flachbildfernsehers. Die sonstige Ausstattung entspricht der Einsteigerklasse: 4-Zoll-Display (480 x 800 Pixel Auflösung), Zwei-Kern-Prozessor und acht Gigabyte Flash-Speicher für Daten und Apps, der sich über Micro-SD-Karten erweitern lässt. Zu Preis und Verfügbarkeit machte Samsung noch keine Angaben. Quelle: PR
Wasserdicht und robustNach Jahren der Abstinenz meldet sich der japanische Hersteller Panasonic in Barcelona auf dem Smartphone-Markt zurück. Das Android-Smartphone Eluga preist der Hersteller als besonders robust an. Außerdem ist das Gerät bis zur Wassertiefe von einem Meter wasserdicht. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das Panasonic-Gerät besonders leicht (103 Gramm) und dünn (7,8 Millimeter). Die Ausstattung entspricht einem Mittelklassen-Smartphone: Zweikern-Prozessor, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und 8-Megapixel-Kamera. Etwas schwach ist der Flash-Speicher mit lediglich 8 Gigabyte ausgerüstet. Als Betriebssystem kommt das nicht mehr ganz taufrische Android 2.3.5 zum Einsatz. In Europa soll das Gerät ab April um die 400 Euro kosten. Quelle: PR
Klang-WunderDie dänische Firma Lumigon präsentiert mit dem Smartphone T2 ein besonders exklusives Gerät für Hifi-Freunde. Für den Sound des Smartphones war der Luxus-Hersteller Bang & Olufsen zuständig. Das B&O ICEpower genannte System soll eine besonders gute Audioqualität garantieren und den Akku schonen. Das Smartphone ist mit dem aktuellen Android 4.0 ausgestattet und besitzt Gorillaglas-Schutz, 8-Megapixel-Kamera, NFC-Chip, Kompass und UKW-Radio-Empfänger. Das T2 soll in der ersten Jahreshälfte in ausgewählten Geschäften zu einem noch nicht bekannten Preis erhältlich sein. Quelle: PR
Wichtigster BranchentreffDer Mobile World Congress ist der wichtigste Treffpunkt der Mobilfunkbranche. Zu der viertägigen Veranstaltung im Februar kommen Jahr für Jahr viele Konzernlenker nach Barcelona. Diesmal sind unter anderem Vittorio Colao von Vodafone und Paul Otellini von Intel dabei. Auch Googles Verwaltungsratsvorsitzender und Ex-Chef Eric Schmidt kommt wieder in die spanische Metropole. Mehr als 1000 auch kleinere Unternehmen zeigen auf dem Messegelände von Barcelona ihre Produkte und Lösungen. Der Mobile World Congress (früher bekannt als 3GSM) ist eine Fachveranstaltung: Die erwarteten rund 60.000 Teilnehmer sind entweder Brancheninsider oder Journalisten. Private Verbraucher können die Messe nicht besuchen. Ein Schwergewicht fehlt in Barcelona: Der US-Konzern Apple, der mit seinem iPhone die Mobilfunkbranche umgekrempelt hat, bleibt Messen dieser Art traditionell fern. Die Veranstalter versuchen, Apples Fehlen mit einem Bereich für Entwickler von iPhone-Apps auszugleichen. Quelle: Reuters

Im Prozess um das Betriebssystem Android in Kalifornien hat Oracle dem Entwickler Google zum Auftakt bewussten Ideenklau vorgeworden. Der Oracle-Anwalt präsentierte in San Francisco Zitate aus diversen E-Mails. Sie sollen belegen, dass den zuständigen Google-Managern - darunter auch der heutige Konzernchef Larry Page - durchaus bekannt gewesen sei, dass sie eine Lizenz für Teile der Java-Software hätten erwerben müssen. Die Google-Seite folgt mit ihren einleitenden Bemerkungen am zweiten Verhandlungstag am späten Dienstag.

Google bestreitet Vorwürfe
Oracle wirft Google vor, mit Android Patente und Urheberrechte für die Software Java zu verletzen. Java ist eine Programmierumgebung, die ursprünglich von Sun Microsystems entwickelt wurde und im Web breit eingesetzt wird. Oracle hatte Sun und damit die Rechte an Java im Jahr 2010 übernommen. Google will keine Verletzung von Urheberrechten anerkennen und streitet Oracle auch das Recht ab, die beiden ins Feld geführten Patente gegen Android einzusetzen. Oracle-Anwalt Michael Jacobs tischte den frisch berufenen Geschworenen eine gut 90-seitige Multimedia-Präsentation mit groß ausgeschnittenen Zitaten, Fotos der Google-Manager und
Video-Mitschnitten mit früheren Aussagen auf. Einen zentralen Platz bekam wie erwartet die E-Mail des Entwicklers Tim Lindholm an Android-Chef Andy Rubin von August 2010. Dort berichtet Lindholm, sein Team habe sich im Auftrag der Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin nach Alternativen für Java umgesehen und festgestellt, dass sie nicht passten. Deswegen sei es notwendig, eine Java-Lizenz auszuhandeln, schrieb er. Außerdem wirft Oracle Google vor, Teile der Java-Infrastruktur bei Android schlicht nachgebaut zu haben.

Firmenchefs sollen in den Zeugenstand

Oracle will in dem Prozess auch rasch die Firmenchefs im Zeugenstand antreten lassen. In einer kurz vor Prozessbeginn eingereichten Liste steht Oracle-Chef Larry Ellison an dritter Stelle und sein Google-Gegenpart Page wird als siebter Zeuge geführt. Oracle hatte ursprünglich Schaden-Forderungen von über sechs Milliarden Dollar kalkuliert, musste die Ansprüche später jedoch auf rund eine Milliarde herunterschrauben. Theoretisch könnte der Software-Konzern auch ein Verkaufsverbot von Android erreichen. Der Richter William Alsup versuchte zwischenzeitlich, die Unternehmen zu einer außergerichtlichen Einigung zu drängen. Die Gespräche blieben jedoch ergebnislos. Der Prozess ist zunächst auf rund zwei Monate angesetzt.

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