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Pannen-Show Daten der Quizduell-Spieler möglicherweise ausgespäht

Moderator Jörg Pilawa kündigte das „Quizduell“ am Montag noch als das „größte TV-Experiment des Jahres“ an - wenige Minuten später stand fest: Es war eine Pleite. Doch das scheint nicht das einzige Problem der Macher zu sein.

Über die Quizduell-App zur Live-Sendung können möglicherweise technische Daten ausgelesen werden. Quelle: dpa

Auch am zweiten Tag der neuen ARD-Reihe „Quizduell“ ist die ersehnte Zusammenführung von Fernsehen und Internet nicht geglückt. Die vier Studiokandidaten spielten gegen das Saalpublikum und nicht gegen Smartphone- oder Tablet-User aus ganz Deutschland, die sich die „Quizduell“-App runtergeladen haben, wie es die ursprüngliche Absicht von ARD und der Produktionsfirma ITV gewesen war.

Technische Probleme hatten „das größte TV-Experiment“, wie Moderator Jörg Pilawa es bezeichnete, am Montag bei der Premiere zunichte gemacht. Sie waren auch am Dienstag nicht behoben. Allerdings könnte die besagte technische Panne das geringste Problem sein: Laut einem Bericht von heise Security konnte wegen eines Datenlecks auf die persönlichen Daten der teilnehmenden Quizduell-Spieler zugegriffen werden. Und das funktioniere möglicherweise noch immer.

Techniken zur digitalen Selbstverteidigung
E-Mails verschlüsselnDie Technik für eine solche Verschlüsselung gibt es seit Jahren. Sie hat nur zwei Nachteile: Erstens macht es Mühe, sie zu benutzen, und zweitens muss der Empfänger dieselbe Technik einsetzen. Fakt ist, dass E-Mails grundsätzlich kein besonders sicheres Kommunikationsmedium sind, aber durch ihre weite Verbreitung unverzichtbar bleiben. Auch wenn es aufwendig klingt: Sie sollten darüber nachdenken, zumindest im Mailverkehr mit wichtigen Partnern beidseitige Verschlüsselung einzusetzen. Quelle: dpa
Verabschieden Sie sich aus sozialen NetzwerkenSoziale Netzwerke sind nicht sicher, können es nicht sein und wollen es wohl auch nicht. Deshalb muss sich jeder Nutzer darüber im Klaren sein, dass für die Nutzung von Facebook & Co. mit dem Verlust von Privatsphäre bezahlt wird. Viele Unternehmen fragen sich inzwischen: Brauchen wir das wirklich? Hier macht sich zunehmend Ernüchterung über den Nutzen sozialer Netzwerke breit. Quelle: dpa
Springen Sie aus der WolkeVermutlich sitzt die NSA zwar nicht in den Rechenzentren von Google oder Microsoft, aber sie könnte Internet-Service-Provider überwachen und damit auch Daten auf ihrem Weg in die Wolke beobachten. Unabhängig davon, was die NSA tatsächlich tut, wissen wir, dass Behörden auf Cloud-Server zugreifen können. Halten Sie Ihre Daten in einer Private Cloud oder gleich im eigenen Rechner. Zu aufwendig? Nicht zeitgemäß? Auf jeden Fall besser, als beklaut zu werden. Quelle: dpa
Schalten Sie alles Unnötige abWer Smartphones und Tablets benutzt, weiß, dass solche Geräte ständig im Hintergrund irgendwelche Kontakte und Kalender synchronisieren, Browser-Historien anlegen und viele mehr. Richtig gefährlich kann dieses ständige Sich-einwählen in Verbindung mit GPS-Daten sein. Google weiß nämlich, in welcher Bar Sie letzte Woche waren. Wichtig ist erstens, die GPS-Funktion immer wieder zu deaktivieren, zweitens in Google Maps sämtliche Funktionen, die Standorte melden und Standorte mit anderen teilen, zu deaktivieren. Quelle: dpa
Eine Methode, um Bewegungsprofile zu vermeiden, ist die Benutzung eines guten alten Navis statt eines Smartphones zur Orientierung. Navis lassen sich – anders als Telefone – auch vollkommen anonymisiert einsetzen. Quelle: REUTERS
Web-Browsing versteckenDer Einsatz eines Secure-socket layers (SSL) zur Datenverschlüsselung im Internet ist nicht völlig sicher, aber auf jeden Fall deutlich sicherer, als nichts zu tun. Eine Möglichkeit, SSL zu nutzen, ist die HTTPS Everywhere-Browsererweiterung der Electronic Frontier Foundation. Gibt es aber leider nur für Firefox und Chrome. Noch mehr Sicherheit bietet das Tor Browser Bundle, aber es kann das Surf-Erlebnis unter Umständen deutlich verlangsamen. Quelle: dpa
Keine Messages über externe ServerInstant Messaging über Google Hangouts, Skype und ähnliches landet zwangsläufig in den Händen Dritter, weil solche Nachrichten grundsätzlich nicht direkt, sondern über einen Server ausgeliefert werden. Quelle: REUTERS

Die App-User sollten gegen vier Studiokandidaten spielen. 187.000 Mal sei die neue aufs TV zugeschnittene „Quizduell“-App runtergeladen worden, berichtete der Moderator Jörg Pilawa noch stolz zu Beginn der Sendung, die drei Wochen lang werktäglich im Programm vorgesehen ist. Wie heise berichtet, seien die Daten der registrierten Nutzer aber nicht ausreichend geschützt gewesen, weshalb Dritte auf Daten wie Name, Wohnort, Geburtsdatum oder E-Mail-Adresse zugreifen können. Insgesamt seien Daten von über 50.000 Nutzern betroffen.

heise Security habe sowohl die ARD als auch die Produktionsfirma itv informiert. Beide erklärten, dass sie derzeit noch damit beschäftigt seien, den Vorfall vom Vortag zu analysieren. Nach wie vor sei nicht geklärt, ob der Ausfall – wie anfänglich behauptet – durch einen Hackerangriff ausgelöst wurde. Es werde "mit Hochdruck" daran gearbeitet, die Probleme in den Griff zu bekommen.

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1,61 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 9,1 Prozent) hatten am Montag gegen 18.00 Uhr die Botschaft von Moderator Jörg Pilawa verfolgt, dass ein einziger Hacker 15000 Server lahmgelegt habe. Der 48-Jährige nahm es mit Humor und sprach seinen „Glückwunsch für diese Leistung“ aus, ergänzte aber mit Blick auf den Täter, der habe Pech und könne jetzt kein Geld mehr gewinnen. Pilawa lud ihn in die Show ein - „wenn er einen Hintern in der Hose hat“ und versprach „keine juristischen Konsequenzen“.

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