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Persönliche Daten Das wissen Google und Apple über uns

Seit Einführung der neuen Datenschutzverordnung im Mai vergangenen Jahres können Bürger in der EU Auskunft darüber verlangen, welche Daten die großen Internetkonzerne über sie gespeichert haben. Zwei WiWo-Redakteure haben ihre Daten nun angefordert und ausgewertet. Quelle: imago images

Die zwei Technologiekonzerne aus dem Silicon-Valley sammeln jede Menge persönliche Daten. Seit 2018 können Nutzer diese Informationen einsehen. Zwei WiWo-Redakteure haben ihre Daten nun angefordert und ausgewertet.

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Seit Einführung der neuen Datenschutzverordnung im Mai vergangenen Jahres können Bürger in der EU Auskunft darüber verlangen, welche Daten die großen Internetkonzerne über sie gespeichert haben. Zwei unserer Redakteure haben dies ausprobiert. Der eine nutzt vor allem Apple-Geräte, der andere verwendet vor allem Google-Dienste. Das Ergebnis der Analyse sehen Sie in der Infografik, die beispielhaft anhand zweier Nutzer zeigt, welche Informationen und Daten Apple und Google speichern. Klicken Sie hier für eine vergrößerte Darstellung

Wer selbst erfahren will, welche Daten die beiden Unternehmen über ihn oder sie gespeichert haben, muss wie folgt vorgehen:

Daten bei Apple anfordern

Der Nutzer ruft hierfür die Apple-Privatsphäre-Seite auf und meldet sich mit seiner Apple-ID an. Anschließend klickt er auf „Kopien deiner Daten anfordern“ und wählt jene Informationen aus, für die er sich interessiert. Das können die Websites sein, die der Nutzer häufig aufruft, oder die Apps, die er auf seinem Smartphone nutzt. Dann kann er entscheiden, wie groß ein Datenpaket maximal sein soll. Apple bietet Optionen zwischen einem und 25 Gigabyte. In unserem Fall hatten wir uns für maximal ein Gigabyte entschieden. Das heißt aber nicht, dass alle am Ende gelieferten Informationen zusammen nicht größer sein können. Denn Apple liefert eine ganze Reihe Datenpakete.

Das wissen Google und Apple über uns


Das wissen Google und Apple über uns

Es kann nun einige Tage dauern, bis Apple die Datenpakete verschickt. Irgendwann bekommt der Nutzer eine E-Mail mit einem Link, unter dem er sich die Informationen herunterladen kann. Wenn er auch Kopien all seiner Fotos angefordert hat, kann es sein, dass er sehr viele Pakete zum Download erhält. In unserem Fall, bei dem wir eine Paketgröße von maximal einem Gigabyte gewählt hatten, waren es am Ende 123 Einzelpakete allein mit persönlichen Fotos. Es empfiehlt sich also, die Option zur Datenpaketgröße lieber auf 25 Gigabyte zu setzen. Insgesamt waren es 95 Gigabyte an Daten, was eine kleinere Festplatte schnell an ihre Grenzen bringt. Ohne Fotos, E-Mails und Cloud-Dateien sind es dagegen leicht verdauliche 40 Megabyte.

Die meisten personenbezogenen Daten erhält der Nutzer aber in Form von Tabellen, die er mit einem Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel öffnen und auch darin auswerten kann. Nur sehr vereinzelt findet sich eine json-Datei, mit der Normalanwender nicht viel anfangen können. Musiktitel, Bücher und gekaufte Filme bietet Apple in der Datenabfrage nicht zum Download an, da das keine personenbezogenen Daten sind. Anders ist das beim Verhalten, welche Musik der Nutzer sich herunterlädt. Dies lässt Rückschlüsse auf seinen Geschmack zu und wird deshalb ausgewertet.

Viele Menschen benutzen für ihre iTunes-Bibliothek und den App-Store andere Anmeldenamen als für ihren Apple-E-Mail-Account oder den Cloud-Dienst iCloud. Wer seine Daten für all diese Accounts einsehen will, muss sie separat anfordern.

Bemerkenswert ist, dass der Konzern aus Cupertino „Thomas Apple" auch Informationen zu Besuchen in den Apple-Stores mitliefert. Wann hat er dort etwas gekauft, wann war er an der Genius Bar, um sich von einem Techniker beraten zu lassen, und wann hat er Geräte zur Reparatur gebracht oder getauscht.

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