Plattform Industrie will bei Big Data führend werden

Die deutsche Industrie will bei Big Data aufholen. Eine Plattform mit dem Namen "Smart Data Innovation Lab" soll die Daten der Unternehmen sammeln und auswerten, um so die Konkurrenz aus den USA auf Abstand zu halten.

Mit Daten gegen Stau und Krebs
Big Data gegen den Stau: Forscher arbeiten an Systemen, die Verkehrsdaten in Echtzeit auswerten. Ziel ist es, dank intelligenter Steuerung das tägliche Stop and Go auf den Autobahnen zu vermeiden. Die Informationen liefern Sensoren in den Autos und am Straßenrand. Ein Pilotprojekt läuft derzeit beispielsweise in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer. Quelle: dpa
Es waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl verholfen haben: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Soziale Netzwerke zurück. Quelle: dpa
Was sagen die Facebook-Freunde über die Bonität eines Nutzers aus? Das wollten die Auskunftei Schufa und das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Sommer 2012 erforschen. Doch nach massiver Kritik beendeten sie ihr Projekt rasch wieder. Dabei wollten die beiden Organisationen lediglich auf öffentlich verfügbare Daten zugreifen. „Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden“, warnte etwa Verbraucherministerin Ilse Aigner ( CSU). Auch andere sind mit Big-Data-Projekten gescheitert. Quelle: dapd
Bewegungsdaten sind für die Werbewirtschaft Gold wert. Der Mobilfunk-Anbieter O2 wollte sie deswegen vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen. Dafür gründete er Anfang Oktober die Tochtergesellschaft Telefónica Dynamic Insights. In Deutschland muss die Telefónica-Tochter allerdings auf dieses Geschäft verzichten: Der Handel mit über Handys gewonnenen Standortdaten sei grundsätzlich verboten, teilte die Bundesregierung mit. Quelle: AP
Welches Medikament wirkt am besten? Die Auswertung großer Datenmengen soll dabei helfen, für jeden Patienten eine individuelle Therapie zu entwickeln. So könnten die Mediziner eines Tages die Beschaffenheit von Tumoren genau analysieren und die Behandlung genau darauf zuschneiden. Quelle: dpa
Damit die Energiewende gelingt, müssen die Stromnetze intelligenter werden. Big-Data-Technologien können helfen, das stark schwankende Stromangebot von Windrädern und Solaranlagen zu managen. Quelle: dpa
Welche Geschenke interessieren welchen Kunden? Und welchen Preis würde er dafür zahlen? Der US-Einzelhändler Sears wertet große Datenmengen aus, um maßgeschneiderte Angebote samt individuell festgelegter Preise zu machen. Dabei fließen Informationen über registrierte Kunden ebenso ein wie die Preise von Konkurrenten und die Verfügbarkeit von Produkten. Die Berechnungen erledigt ein Big-Data-System auf der Grundlage von Hadoop-Technik, an dem der Konzern drei Jahre gearbeitet hat. Quelle: dapd

Angesichts der Dominanz amerikanischer IT-Konzerne bündeln deutsche Unternehmen und Wissenschaftler ihre Kräfte. Industrie- und IT-Konzerne riefen unter dem Dach des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) dazu ein Forschungsprojekt ins Leben. So sollen die Forscher Daten aus der Industrie auswerten, um etwa Sensoren zur besseren Wartung von Maschinen zu entwickeln. Die Technologiekonzerne sind überzeugt, dass Deutschland dank seiner starken Industrie in dieser Sparte die Nase vorn hat und die Konkurrenz, vor allem aus den USA, auf Abstand halten kann. "Die Amerikaner haben bei der Consumer-IT gewonnen - wir können mit der Industrie-IT gewinnen", sagte der Co-Vorstandschef von SAP, Jim Hagemann Snabe, zum Projektstart in Karlsruhe. Nach den Worten von Software-AG-Chef Karl-Heinz Streibich ist dies "vielleicht die letzte Chance, eine weltweite Plattform zu bieten".

Die wichtigsten IT-Trends

Die IT-Branche setzt auf "Big Data" - die Analyse enormer Datenmengen - als gewinnbringende Zukunftstechnologie. Datenschützer sehen die Analyse von Massendaten dagegen kritisch. Aus der Masse an Informationen sollen die Forscher zusammen mit den Firmen nützliche Anwendungen erkunden.

In Arbeit
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Daten stellen Industriegrößen wie Volkswagen, Siemens oder Bosch zur Verfügung. Die Software dazu liefern SAP und sein kleinerer Konkurrent, die Software AG. Das besondere an dem Vorhaben namens "Smart Data Innovation Lab" sei, dass konkurrierende Unternehmen an einem Strang zögen und sensible Daten den Forschern zugänglich machten, erklärte Wolf-Dieter Lukas vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Finanziert wird die Plattform von den Unternehmen. Einzelne Projekte könnten laut Lukas aber auch staatlich gefördert werden.

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