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Quantified Self Fitness-Armbänder messen unpräzise

Bunte Fitness-Armbänder sind gerade in und sollen zu mehr Bewegung im Alltag anregen. Doch wie genau arbeiten sie und wie sinnvoll sind sie tatsächlich?

Das Nike Plus Fuel Band ist im Computer Bild-Test durchgefallen. Quelle: dapd

Ein integrierter Bewegungssensor misst Bewegungen und zeichnet sie im internen Speicher auf. Erreicht man das vorher per Smartphone-App oder PC-Programm eingestellte Tagesziel, blinken die Fitness-Armbänder teils fröhlich und deren Apps verleihen virtuelle Medaillen. Doch wie ein aktueller Test der Computer Bild zeigt, messen alle Armbänder sehr unpräzise, denn ihre Bewegungssensoren können nur Schritte messen, versagen aber bei anderen Bewegungen.

Das Nike Fuelband (Testergebnis: 3,98; Preis 130 Euro) lag sogar bei der Schrittzählung um ganze 24 Prozent daneben. Mit jedem Band lässt sich der Waldlauf sogar mit einem Drink vor dem Fernseher simulieren - leichtes Wackeln mit der Hand genügte. Der Testzweite Jawbone Up (Testergebnis: 3,77; Preis: 130 Euro) hatte mit 5,8 Prozent Abweichung noch den besten Wert vorzuweisen. Wer keine schrittbasierten Sportarten betreibt - also beispielsweise Radfahren -, der muss andere sportliche Aktivitäten per App oder Software nachladen. Das geht aber nicht beim Nike Fuelband.

Was Smartphones alles messen können
KalorienEin paar Pfunde verlieren oder den Cholesterinspiegel in den Griff bekommen - wer wirklich gesund leben will, muss sich gut ernähren. MyFitnessPal (iOS, Android, Blackberry, Windows Phone)MyFitnessPal ist nicht nur eine App sondern eine ganze Community, die sich rund um das Thema Abnehmen dreht. Hier kann man sich ein Profil erstellen und darin abspeichern, was, wann wo gegessen wurde. Der Vorteil an der Gruppe: Der User kann sich mit anderen vergleichen und wird so extra angespornt. In die App integriert ist auch ein Sport-Tool, dass einem je nach Länge der Aktivität anzeigt, wie viele Kalorien man wieder verbaucht hat. Kaloriencheck (iOS)Die App zeigt mit einem Mouse-Klick an, wie viele Kalorien in dem Essen stecken. FoodNavi (iOS)FoodNavi hilft dabei den Überblick über die eigenen Ernährung zu behalten und zeigt in Diagrammen an, wie viele Milchprodukte, wie viel Obst und wie viele Kohlenhydrate der User schon zu sich genommen hat. Quelle: REUTERS
Blutdruck und PulsWenn der Blutdruck Achterbahn fährt, gilt es Ruhe bewahren und vor allem den eigenen Körper genau im Auge behalten. Dabei helfen etliche Tools. Blutdruck Daten (iOS, Android)Der digitale Blutdruck-Pass erfasst alle Blutwerte, die mit einem extra Gerät gemessen werden müssen. Das Tool ist kostenlos. Blutdruck+Puls Grapher (iOS und Android)Ganz ähnlich funktioniert der Grapher. Hier können nicht nur die Blutdruckwerte, sondern auch die Ernährung des Tages sowie die jeweiligen Tagesaktivitäten eingetragen werden. Zum Beispiel "Fußball auf dem Sofa mit einer Tüte Chips". Ithlete (iOS, Android)Der Brustgurt Ithlete misst den Puls beim Sport machen: Ganz gleich ob beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Die Ergebnisse der Messung werden direkt auf die App überspielt. Quelle: dpa
SchrittzählerWer den ganzen Tag im Büro sitzt, kennt das Problem: Man bewegt sich viel zu wenig. Wie schlimm es um einen wirklich bestellt ist, zeigen Schrittzähler an. Diese dokumentieren wie viele Schritte der einzelne pro Tag absolviert. Pedometer (iOS und Android)Von Runtastic stammt der Pedometer. Die App nutzt den Beschleunigungssensor des Smartphones, um die Anzahl der Schritte zu ermitteln. Die Distanz und die Zeit der Aktivität werden am Ende übersichtlich angezeigt. Das Smartphone kann überall am Körper getragen werden. Ultimate (iOS)Apple-User können auch Ultimate nutzen. Der Schrittzähler misst die Bewegung via GPS. Quelle: dpa
JoggenWie die Schrittzähler funktionieren auch andere Tools für das Laufen - vom leichten Joggen bis zum Marathontraining. Hinter den beiden Apps steht jeweils eine Community mit Personen, die sich zum Thema austauschen und auch gegenseitig anfeuern. Runtastic (iOS, Android, Blackberry, Windows Phone, Bada)Eine der beliebtesten Trainings-Apps ist Runtastic. Via GPS wird der Verlauf der Jogging-, Fahrrad- oder Skaterstrecke gespeichert und innerhalb der Plattform hochgeladen. Wer möchte, kann nach dem Lauf auch sein Ergebnis bei Facebook oder Twitter hochladen. Außerdem bietet das Tool die Möglichkeit gegen die eigenen Leistung oder die anderer anzutreten. Auch einfache Gymnastik-Trainings oder Yoga-Übungen lassen sich manuell hinterlegen. Runkeeper (iOS und Android)Ganz ähnlich funktioniert Runkeeper. 17 Millionen Menschen nutzen nach Anbieter-Angaben die App weltweit. Quelle: dpa
SchlafSo verrückt es klingt, immer mehr Menschen verfolgen ihren Schlaf genau. Wie oft wird man wach? Wie viele Stunden Schlaf bekomme ich in der Woche. Sleep101 (iOS)Die App des Anbieters Zeo verfolgt genau wie lange und wie gut ein User schläft. Ein integrierter Wecker weckt genau in dem Moment, in dem eine Tiefschlafphase vorbei ist. ElectricSleep (Android)Eine Alternative für Android-Nutzer ist die App ElectricSleep, die ebenfalls von Zeo auf den Markt gebracht wurde. Quelle: dpa
StimmungEinfach mal messen, wie es einem so geht. Auf dem Markt gibt es zig Tools, die einem dabei helfen. Eine Empfehlung: Mood Panda (iOS und Android)Ein kleiner Panda ist der Begleiter durch den Tag. In der ansprechend gestalteten App können Stimmungsschwankungen genau festgehalten und visualisiert werden. Einzelne Ereignisse lassen sich auch auf Twitter oder Facebook verbreiten. Quelle: dpa
ZeitWie gerne würde man einmal die Zeit zurückdrehen können - viel zu schnell scheint sie an manch Tagen zu vergehen. Dabei müsste man sich viel häufiger die Frage stellen, was man eigentlich den ganzen Tag tut, was einem so sehr die Zeit raubt. Dabei hilft der: Rescue Time (Android)Wie lange habe ich E-Mails gelesen, wie lange im Internet gesurft und wie lange telefoniert. Den eigenen Tagesablauf genau zu messen, kann sinnvoll sein. So lässt sich ganz einfach herausfinden, an welchen Stellen des Tages Zeit vergeudet wurde. Das tolle daran: Das Programm läuft im Hintergrund des Smartphones und speichert so alle Verhaltensweisen. Quelle: dpa


Der Testsieger Fitbit Flex (Testergebnis: 3,47; Preis 100 Euro) und das Fuelband besitzen kleine Leuchten. Die eigene Leistung lässt sich so schnell überprüfen. Außer einer solchen Anzeige fehlt dem Jawbone die Möglichkeit, per Bluetooth Daten auf das Smartphone zu übertragen. Für die Gesundheitsfaktoren Schlaf und Ernährung interessieren sich zudem nur das Fitbit und das Jawbone. Die Eingabe von Ernährungsdaten in die Apps ist allerdings mühsam.

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Jedes Gerät erfordert eine Anmeldung beim Hersteller. Beim Fitbit Flex und Nike Fuelband landen die gesammelten Daten in deren Clouds. Fitbit räumt sich jedoch sehr weitgehende Weitergabemöglichkeiten an Dritte ein, und Nike besitzt keine für Deutschland gültigen Datenschutzbestimmungen. Das Jawbone hingegen speichert die Daten lediglich auf dem Smartphone, dafür sind die Messwerte beim Handywechsel weg.
Fazit des Tests: Die bunten Armbänder ersetzen keine Pulsuhr und sind aufgrund ungenauer Messwerte nur eingeschränkt benutzbar. Das Nike Fuelband überzeugt wenigstens im Lifestyle-Check mit Design und Handhabung, der Testsieger Fitbit mit sehr vielen möglichen Zielvorgaben und guter Überwachung der Aktivität.

Mit Material von ots.

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