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Quartalszahlen Analysten rechnen mit Microsoft-Absturz

Nichts Gutes wird von den ersten Quartalszahlen 2013 des IT-Giganten erwartet. Chef Steve Ballmer muss sich langsam aber sicher etwas einfallen lassen, um den Sturzflug nach dem Windows 8-Release aufzuhalten.

Die neuen Geräte mit Windows 8
Laptop oder Tablet-Computer? Was das IdeaPad Yoga 13 von Lenovo ist, hängt davon ab, wo Nutzer den Bildschirm hindrehen. Denn der lässt sich nicht nur im 90-Grad-Winkel aufstellen, sondern komplett umklappen. Im Vergleich zu Geräten wie dem iPad ist das IdeaPad jedoch relativ groß und schwer: Es misst 13 Zoll und wiegt 1,5 Kilogramm. Auch der Preis von rund 1300 Euro ist stattlich. Alternativ bietet sich das Lenovo Ideapad Yoga 11 (im Bild) an. Das Gerät ist mit seinem 11-Zoll-Bildschirm deutlich handlicher und mit 1300 Gramm auch etwas leichter. Kostenpunkt: 799 Euro. Quelle: dpa
Fliegender Wechsel: Das Vaio Duo 11 lässt sich mit einer Schiebebewegung vom Ultrabook zum Tablet verwandeln. Das flache, leichte und leistungsfähige Gerät hat allerdings seinen Preis: Sony vermarktet es ab 1200 Euro – auch für ein Ultrabook ist das nicht gerade günstig. Quelle: Sony
Premiere für Microsoft: Der Konzern beschränkte sich bislang auf die Rolle des Software-Lieferanten, jetzt bringt er mit dem Tablet-Computer Surface auch eigene Hardware heraus. Installiert ist Windows 8 RT, das für Geräte mit den stromsparenden ARM-Prozessoren konzipiert ist. In den USA kommt das Surface zu Preisen ab 500 Dollar auf den Markt, damit kostet ähnlich viel wie das iPad, bietet aber mehr Speicher. Doch es gibt Alternativen zum Microsoft-Flachmann. Quelle: Reuters
Ein klasisches Tablet hat auch Asus entwickelt, das VivoTab, das es mit WLAN wie auch mit UMTS-Anschluss gibt. Über ein verdecktes Scharnier lässt sich jedoch eine Tastatur mit Zusatz-Akku anschließen. In der günstigsten Version kostet das VivoTab rund 600 Euro, im Paket mit der Docking-Station 730 Euro. Auf diese Doppellösung sind auch andere Hersteller gekommen. Quelle: PR
Drehen, klappen, fertig: Das XPS 12 von Dell wird mit wenigen Handgriffen vom Ultrabook zum Tablet-Computer. Da es sich um ein vollwertiges Notebook handelt, ist nicht das abgespeckte Windows 8 RT an Bord, sondern die volle Version. Das Tablet-Notebook soll in Deutschland ab 1000 Euro kosten. Quelle: PR
Ein Konvertit ist der Ativ Smart PC von Samsung: Der Tablet-Computer lässt sich mit Fingergesten oder einem Stylus bedienen, wird aber mit einer Anstecktastatur zum Laptop. Der koreanische Konzern vermarktet eine ganze Reihe von Geräten unter dem Namen Ativ, darunter ein Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8. Quelle: dpa
Ein klassisches Tablet ist das Elitepad 900 von Hewlett-Packard. Mit einen 10,1 Zoll großen Bildschirm ähnelt seine Größe dem iPad. Wer komfortabel damit arbeiten will, kann ihn mit sogenannten Smart Jackets erweitern, etwa um eine Tastatur oder einen Ständer mit diversen Schnittstellen und einem Zusatzakku. Zudem gibt es eine Docking-Station, die das Tablet zum zweiten Bildschirm eines PCs macht. Das Elitepad 900 kommt im Januar 2013 in den USA auf den Markt. Zum Preis hat sich HP noch nicht geäußert. Quelle: PR

 

Viel ist in letzter Zeit auf dem neuen Betriebssystem Windows 8 von Microsoft herumgehackt worden. Das Programm komme beim Kunden nicht an, gar für den stagnierenden PC-Markt wurde es zwischenzeitlich verantwortlich gemacht. Entsprechend gespannt schaut der Markt auf die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2013, die in der Nacht zum Freitag vorgestellt werden.

 “Ich erwarte große Verluste beim Profit, da der PC-Verkauf so stark eingebrochen ist”, sagt der amerikanische Analyst und Microsoft-Kenner Patrick Moorhead. Das Betriebssystem mache nach seinen Schätzungen immerhin 25 Prozent der Microsoftverkäufe und 40 Prozent des Gewinns aus. Und gerade Windows 8 habe einen großen Einfluss. “Ich vermute, dass 75 Prozent der Marktzulassungen Windows 8 und der Rest Windows 7 für mittlere und große Institutionen zugeschrieben werden können”, sagt Moorhead.

Die Versionen von Windows 8

Als Hauptgrund für das schwache Auftreten von Microsoft in letzter Zeit wird unter nahezu allen Experten das neue Betriebssystem Windows 8 verantwortlich gemacht, mit dem der IT-Gigant den Spagat zwischen stationärem PC und mobilen Endgeräten schaffen will. Zu lange habe Microsoft Geräte unterschätzt, die rein über die Touchfunktion bedient werden, heißt es in der Branche. Die Konkurrenten Apple und Google haben hier mit iOS und Android einen großen Vorsprung, der sich kaum noch aufholen lässt. Denn der späte Einstieg in den Markt hat konkrete Folgen für potentielle Käufer. Das App-Angebot bei Microsoft ist nach wie vor spärlich. „Schlüssel-Apps wie zum Beispiel Facebook fehlen immer noch“, sagt Moorhead. Gleichzeitig kommen die Kacheloberfläche und vor allem der fehlende Startbutton bei den Kunden nicht an.

Windows 8 im Test - Schocktherapie für Nutzer
Flotter StartZum Start ein Fisch: Windows 8 startete in unserer virtueller Testumgebung auf einem aktuellen iMac innerhalb des Virtualisierungsprogramms Virtualbox binnen Sekunden. Der Fisch zeigt übrigens an, dass es sich um die Consumer-Vorschau-Variante des kommenden Windows-Systems handelt. Schon in der Beta-Version von Windows 7 kam der Kampffisch (Gattung Betta) zum Einsatz, aus der fertigen Version wird er verschwunden sein. Quelle: Screenshot
Wischen ist angesagt!Dann werden wir von einem schicken Login-Screen begrüßt. Nun gilt es bereits, sich dem neuen Windows-Paradigma zu nähern: Wischen statt klicken! Erst nachdem der Login-Screen mittels Wisch-Geste nach oben verschoben wurde, dürfen wir uns einloggen. Damit ist eine der beiden wichtigsten Gesten eingeführt: Das Wischen zum Scrollen von Inhalten. Die zweite wichtige Geste bei Windows 8 ist das einfach antippen einer Schaltfläche - der Doppelklick hat auf der Metro-Oberfläche ausgedient. Übrigens: Wer bei der Installation dem Wunsch von Microsoft widerspricht, sich einen Microsoft-Account für Windows 8 anzulegen, landet nach dem Start direkt auf der Metro-Oberfläche ohne den Login-Screen. Quelle: Screenshot
Kacheln statt FensterUnd dann das: Bunte große Kacheln statt Fenster. Auf einen Blick wird hier deutlich, warum Microsoft-Chef Steve Ballmer Windows 8 als die bislang “riskanteste Produktwette” von Microsoft bezeichnet. Windows 8 ist der bislang größte Traditionsbruch in der Geschichte des Windows-Systems, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1983 zurückreichen. Windows 8 hat sich von Windows Phone 7 inspirieren lassen, damit es sich genauso mittels Touch-Gesten steuern lässt wie mittels Maus auf dem PC. Anwendungen (“Apps”) und Widgets wie das aktuelle Wetter werden als Kacheln dargestellt. Für jede installierte Anwendung hängt Windows 8 eine weitere Kachel auf dem Startbildschirm an. Vorsortiert wird dabei nicht - die Sortierung übernimmt der Nutzer. Quelle: Screenshot
Anwendungen im Metro-GewandEin Klick auf die Kachel Internet Explorer und wir landen in dem Microsoft-Browser in der Metro-Variante. Bislang gibt es nur eine Handvoll mit Windows 8 ausgelieferte Microsoft-Programme, die in dem Vollbild-Metro-Modus laufen. Unter anderem von Googles Webbrowser Chrome und Mozillas Browser Firefox sind Metro-Varianten angekündigt. Ältere Windows-Software sieht dagegen auch unter Windows 8 so aus wie immer - und lässt sich damit per Touch-Bedienung nach wie vor nicht vernünftig bedienen. Anderseits ist die Bedienung der Metro-Programme mit der Maus äußerst gewöhnungsbedürftig. Nachdem wir eine Webadresse in den Browser eingegeben hatten, ist die Adressleiste plötzlich verschwunden. Erst ein Klick auf den unteren Rand des Fensters bringt sie zurück - und das erst nach einigem Ausprobieren. Alternative: ein Rechtsklick. Quelle: Screenshot
Anfängliche Verzweiflung: Wo geht’s hier raus?Und wie kommen wir nun aus dem Internet Explorer wieder raus? Ein “X” ist nirgendwo zu finden. Die altebekannte Tastenkombination Alt+F4 funktioniert auch nicht. Also schnell gegoogelt. Fazit: Wie bei einem Tablet-Konzept üblich, lassen sich die Metro-Apps gar nicht mehr so einfach beenden. Sie laufen im Hintergrund weiter und werden nur noch ausgeblendet. Und wie blendet man die App nun aus? Bei der Touchbedienung wird von rechts in den Bildschirm gewischt, um die sogenannten Charms - so nennt Microsoft das dann auftauchende Menü - herbeizuzaubern. Doch wie geht das mit der Maus? Erst ein Demonstrationsvideo von Microsoft bringt die Erkenntnis: den Cursor nach ganz unten oder ganz oben links bewegen. Damit werden die Charms rechts (siehe Screenshot) aufgerufen - und damit die Schaltfläche “Start”, um auf die Metro-Oberfläche zurückzukehren. Generell funktioniert mit der Maus vieles anders als mit der Touch-Bedienung - und manches ist auch unnötig verwirrend. Quelle: Screenshot
Zurück zum GewohntenFast wie Windows 7 sieht dagegen der klassische Desktop aus. Zu ihm gelangt der Nutzer jederzeit über den Start-Bildschirm der Metro-Oberfläche. Hier lässt sich auch wie gewohnt das Dateisystem mittels Windows Explorer durchforsten. Auch ansonsten beruhigt den eingefleischten Windows-Fan hier endlich ein gewohnter Anblick: Im unteren Bereich ist immer noch die Taskleiste, in der links die laufenden Programme und rechts Systemicons wie Lautstärkeregler, Warnungen des Wartungscenters und ein Netzwerk-Symbol angezeigt werden. Quelle: Screenshot
Einfach drauf lostippenHaben Sie beim letzten Bild etwas bemerkt? Ganz wie Windows 7 sah der Desktop doch nicht aus. Was fehlt? Genau, der mit Windows 95 eingeführte Windows-Start-Button ist ersatzlos gestrichen worden. In der ersten nur an Entwickler gerichteten Vorschau von Windows 8 war er noch vorhanden. Wie kommt der Anwender nun an seine Programme? Die Antwort ist für alte Windows-Hasen sehr ungewohnt: einfach drauf lostippen. Das funktioniert elegant und superflink - allerdings nur von der Metro-Startfläche aus, nicht vom Desktop. Wie bisher lassen sich Verknüpfungen auf Programme aber auf den Desktop oder in die Taskleiste legen. Zum Start aller anderen Anwendungen führt nun aber kein Weg am Start-Bildschirm der Metro-Oberfläche vorbei. Quelle: Screenshot

Nun versucht der IT-Gigant, der den Markt für Software mit dem Betriebssystem Windows 95 einst reformiert hatte, nachzujustieren. Außerdem wabern Gerüchte über den Windows-Nachfolger „Blue“ durch das Netz, nach denen angeblich der Startbutton wieder eingeführt werden soll. Genaueres ist hier allerdings noch nicht bekannt. Angeblich soll im Juni eine Beta-Version veröffentlicht werden, die dann Aufschlüsse gibt. Mit einem neuen Betriebssystem wird im August gerechnet. Dass Microsoft grundsätzlich jedoch an der Kacheloptik festhalten wird, davon ist auszugehen. Bei den aktuellen positiven Absatzzahlen für Tablets und dem stagnierenden PC-Markt rechnet niemand mit einer Trendwende. 2012 sind in Deutschland etwa 3,2 Millionen mobile Geräte verkauft worden. Das entspricht einem Anstieg von 52 Prozent verglichen mit 2011, als der Absatz etwa 2,1 Millionen Geräte betrug. Die Umsätze mit Notebooks waren hingegen mit einem Minus von 2,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro leicht rückläufig. Der Umsatz mit Desktops-PCs stagnierte mit einem Minus von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2011.

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Besorgt dürfte vor allem Microsoft-Chef Steve Ballmer die aktuellen Zahlen beäugen. Viel steht für ihn auf dem Spiel. Obwohl Bill Gates seinem Nachfolger auf dem Microsoft-Chefposten weiterhin den Rücken freihält, werden sie Stimmen im Silicon Valley lauter, Ballmer sei nicht in der Lage Microsoft auch in die mobile Welt zu führen. Immer wieder wird sein Führungsstil kritisiert. „Ich denke, dass man Ballmer anhand des Weihnachtsgeschäfts 2013 bewerten wird“, vermutet Moorhead. „Sollte es nicht sehr gut ausfallen, werden die Investoren seinen Kopf fordern.“

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