Quartalszahlen erwartet Woran Apple in diesem Jahr arbeitet

Analysten erwarten für die ersten Quartalszahlen 2014 einen neuen Rekord-Umsatz. Tim Cooks Strategie der ewigen Updates alter Produkte scheint sich zu rechnen. Mit welchen Neuheiten 2014 trotzdem zu rechnen ist.

Analysten erwarten einen kräftigen Umsatzschub bei der Bekanntgabe der ersten Quartalszahlen 2014. Quelle: dpa

Apple hat eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hingelegt. Doch der iPhone-Hersteller ist schon lange nicht mehr das Unternehmen, das Steve Jobs einst groß gemacht hat. Unter Tim Cook ist der Konzern aus Cupertino konservativer geworden. Statt neuer Produktgruppen folgt ein Update auf das nächste. Das iPhone wurde bunter, das iPad kleiner doch eine von vielen Anlegern geforderte Innovation blieb bisher aus. 2014 könnte sich das ändern.

Nötig hätte es Apple noch nicht. Wenn der Konzern am heutigen Montagabend (23 Uhr) die Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2014 bekannt gibt, rechnen alle Experten mit hervorragenden Ergebnissen. Denn gegenüber dem kalendarischen Kalender ist das Apple-Geschäftsjahr um drei Monate verschoben. Entsprechend zählt das lukrative Weihnachtsgeschäft mit dazu.

Was iPhone 5S und 5C drauf haben
In diesen fünf Farben wird das neue iPhone 5C erhältlich sein. Es ist das erste "Billig-iPhone", das ab 99 US-Dollar (mit Vertrag) in den Handel gehen soll. Quelle: REUTERS
Zum bunten 5C gibt es auch bunte Hüllen. Ohne Vertrag soll das "Billig-iPhone" 599 Euro inklusive Mehrwertsteuer kosten. Damit ist auch das Plastik-Modell immer noch deutlich teurer als die günstigsten Smartphones auf dem Markt. Quelle: AP
Das 5C hat denselben Chip und dieselbe Kamera wie das Vorgängermodell iPhone 5 - es ist im Prinzip das gleiche Telefon in einem hochwertigen Plastik-Gehäuse. Zugleich bleibt auch das vor zwei Jahren gestartete iPhone 4s als noch günstigere Alternative im Angebot. Quelle: AP
Gemunkelt worden war es schon länger, nun ist es klar: Das neue iPhone 5S wird in den Farben Grau, Silber und Gold auf den Markt kommen. das Gehäuse besteht aus hochwertigem Aluminium und ist wie auch schon die Vorgänger aus einem Stück gefertigt. Quelle: AP
Im iPhone 5S baut Apple erstmals einen 64-Bit-Chip in ein Smartphone ein, wie man sie aus PCs kennt. Dadurch werde das 5S rund 40 Mal so schnell wie das gut sechs Jahre alte Original-iPhone. Quelle: AP
Auch die Akku-Laufzeit wurde verbessert und man könne jetzt 10 Stunden im UMTS-Netz telefonieren oder mit dem superschnellen LTE-Datenfunk im Internet surfen. Die Bildschirm-Größe ist unverändert, während die Konkurrenz auf größere Displays setzt. Quelle: AP
Die Kamera des iPhone 5S ist mit einem größeren Bewegungssensor ausgestattet. Auch der Bildstabilisator wurde verbessert, heißt es. Quelle: AP
Ganz neu ist der Blitz der Kamera, der sich je nach Umgebung anpasst und das Licht kälter oder wärmer erscheinen lässt. Quelle: REUTERS
Der Sensor der Kamera im 5S ist 15 Prozent größer als beim Vorgänger. "Größere Pixel machen bessere Bilder", sagte Phil Schiller bei der Präsentation. Quelle: AP
Die Verbesserung der Bildqualität ist deutlich erkennbar: Das linke Bild wurde mit einem aktuellen iPhone aufgenommen, das rechte mit dem iPhone 5S. Quelle: REUTERS
Ganz neu ist die Tastensperre per Fingerabdruck. Wer nicht mehr jedes Mal ein Passwort eingeben möchte, kann künftig auch einfach seinen Finger auf den Homebutton legen. Ein Sensor erkennt die Struktur und entsperrt das Telefon. Quelle: REUTERS
Der Scanner ist im typischen runden Knopf unter dem Bildschirm versteckt. Quelle: REUTERS
Die Fingerabdrücke von bis zu fünf Personen würden verschlüsselt auf dem Handy gespeichert und keinen anderen Programmen zugänglich gemacht, versicherte Apple. Quelle: REUTERS
Craig Federighi hatte bereits zur Apple-Entwicklerkonferenz im Juni das neue mobile Betriebssystem iOS 7 vorgestellt. Es ist die erste große Rundumerneuerung des Systems seit dem ersten iPhone. Ab 18. September steht es kostenlos zum Download zur Verfügung. Quelle: AP
Die iWork-Büroprogramme werden künftig kostenlos sein. Das ist ein Angriff auf entsprechende Bezahl-Angebote von Microsoft und die für Verbraucher kostenlosen Google-Apps. Außerdem werden auch die Programme iPhoto und iMovie zur Foto- und Videobearbeitung auf dem iPhone gratis sein. Quelle: AP

Gerade das iPhone 5S, sowie in den Schwellenländern das iPhone 5C, ist gut verkauft worden. Das dürfte sich in den Zahlen niederschlagen. Die Analysewerkzeuge des Finanzdatenspezialisten Factset Research gehen von einem Gewinn pro Aktie aus. Danach könnte sich gegenüber dem Vorquartal ein Plus von 8,26 auf 14,09 Dollar (+70,6 Prozent) ergeben. Dabei war bereits Apples September-Bilanz mit 37,5 Milliarden US-Dollar Umsatz (davon 7,5 Milliarden Gewinn) besser ausgefallen als erwartet. Im ersten Geschäftsquartal 2013 erwirtschaftete Apple einen Umsatz von 54,5 Milliarden Dollar (davon 13,1 Milliarden Gewinn).

Die Zahlen sprechen für sich. Apple kann mit Smartphones und Tablets trotz wachsender Konkurrenz am Markt aufgrund der hohen Marge immer noch gutes Geld verdienen. Die ewigen Updates alter Geräte lassen die Kassen klingeln. Kein Wunder, dass es immer wahrscheinlicher wird, dass Apple neben Smartphone und Tablet nun auch noch ein Phablet in den Markt bringen wird.

Zumindest geht die chinesische Mikroblogging-Seite Weibo unter Berufung auf Insider-Kreise beim Apple-Zulieferer Foxconn davon aus, dass das iPhone 6 eine Zwischengröße von iPad und iPhone bekommen wird.

Die Bildschirmdiagonale könnte dann knapp sechs Zoll betragen. Dass es einen Markt für dieses Format gibt, zeigt Samsungs Erfolg mit der Galaxy-Reihe. Apple hat da noch eine Lücke, die sich ohne großen Aufwand schließen ließe. Ein neues Produkt, das wieder eine komplette Branche umkrempeln und unser Verhalten beeinflussen könnte, wird das iPhone 6 aber sicher nicht.

Mit Innovationen war Apple im vergangenen Jahr sparsam. Größte Neuerungen waren sicherlich die Gestaltung des Betriebssystems iOS7 und das neue, runde Design des Mac Pro. Derweil brachten unternehmen wie Sony, Pebble und Samsung eigene Datenuhren auf den Markt. Trotzdem schreibt Apple dank seiner hohen Margen immernoch Gewinne, von denen andere Unternehmen nur träumen können.

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