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Quartalszahlen Wie Google mit Werbung und auf YouTube absahnt

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Gewinn dank Gangnam Style

Wo Unternehmen zu Datenkraken werden
Apple iPhone 4 Quelle: rtr
Unzulässige Blankoschecks beim DatenschutzAuch Google hat nicht umsonst den Ruf ein „Datenkrake“ zu sein. Die von der „Chip“ beauftragten Rechtsexperten fanden bei Google folgenden Passus: „Wir stellen solche Informationen [personenbezogene Daten] unseren Tochtergesellschaften, Partnerunternehmen oder anderen vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zur Verfügung, die personenbezogene Daten in unserem Auftrag verarbeiten.“ Derart weit gefasste Datenschutzbestimmungen sind mit dem deutschen Datenschutzrecht nicht einmal ansatzweise vereinbar, so die Rechtsexperten. Quelle: dapd
Google nutzt seine zahlreichen Dienste, um die Interessen der Nutzer zu speichern und so personalisierte Werbung ausliefern zu können. Der wichtigste Indikator für Google, um festzustellen, welche Werbung den Nutzer interessieren könnte, ist bei der Websuche natürlich der eingegebene Suchbegriff - das funktioniert auch ganz ohne Personalisierung. Daneben wird aber beispielsweise auch Werbung in anderen Dienst wie Google Mail personalisiert angezeigt, je nachdem, welche Stichworte ein automatisierter Algorithmus in den E-Mails entdeckt. Insgesamt sammelt Google Daten über alle angebotenen Dienste hinweg - sei es Youtube, Google Mail, Picasa oder die Websuche. Für die personalisierte Werbung werden alle die auf verschiedenen Plattformen gesammelten Daten verknüpft. Welche Informationen Google über Sie gesammelt hat, können Sie als eingeloggter Benutzer unter http://google.de/ads/preferences einsehen - und dort die Cookies auch löschen lassen. Quelle: dapd
Ebenso vernichtend ist das Urteil der Experten zu den Datenschutzbestimmungen von Facebook: „Komplett wirkungslos“, urteilt der Datenschutz-Anwalt Martin Bachmann von der Kanzlei Hild & Kollegen laut „Chip“. Allein schon die Länge der Bestimmungen widerspreche dem im deutschen Datenschutzrecht vorgeschriebenen Transparenzprinzip. Quelle: dapd
Facebook sammelt auch auf externen SeitenFacebook ist dabei auch besonders wissbegierig. So sammelt Facebook nicht nur auf der eigenen Website Daten, sondern auch auf allen, die den „Gefällt mir“-Knopf eingebaut haben. Welche Daten das soziale Netzwerk damit mit auf externen Webseiten sammelt, kommt darauf an, ob der Nutzer Mitglied bei Facebook ist oder nicht. Von Nicht-Mitgliedern wird die IP-Adresse an das Unternehmen übertragen. Diese eindeutige Zahlenkombination bekommt ein Internetnutzer zugewiesen, wenn er sich ins Internet einwählt - sie funktioniert wie das Nummernschild am Auto. Bei deutschen Nutzern werden die letzten Stellen der Ziffernfolge allerdings gestrichen, sodass die Daten anonym sind. Von Mitgliedern wird mehr übertragen: Unter anderem die Seite, auf welcher der Facebook-Knopf geladen wurde, die Uhrzeit und der Browsertyp, den der Surfer nutzt. Ob jemand Mitglied ist, erkennt Facebook an einem Cookie, einer kleinen Textdatei, die beim Einloggen auf seinem Computer gespeichert wird. Abhilfe: Selbst wenn Sie Facebook-Mitglied sind, können Sie sich ausloggen und die Cookies löschen. Dann werden Sie von Facebook wie ein Nicht-Mitglied behandelt und bleiben anonym. Quelle: dpa
Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten-und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen. Quelle: dapd
Apps als DatenfalleAuch die Nutzungsbedingungen der beliebten Apps für Smartphones waren in der Vergangenheit Gegenstand heftiger Kritik. So sendet sowohl die iPhone- als auch die Android-Version der beliebten Musik-App Pandora persönliche Angaben wie Alter und Geschlecht des Nutzers sowie Gerätedaten an Online-Werbepartner, wie das " Wall Street Journal" (WSJ) in einem groß angelegten Test bereits im Dezember 2010 herausfand. Beliebte Gratis-Apps wie das iPhone-Spiel Paper Toss sendeten persönliche Informationen von Nutzern an mindestens fünf Werbeunternehmen, berichtete die Zeitung damals. Insgesamt stellten sich von den 101 untersuchten beliebten Mini-Programmen für iPhone und Android-Smartphones 56 als Spione heraus, weil sie die Geräte-ID an Dritte sendeten, ohne dafür die Erlaubnis des Nutzers einzuholen. 74 Apps sendeten den Standort des Geräts. Fünf Softwarehersteller waren besonders wissbegierig und ließen sich gleich noch Informationen zu Alter oder Geschlecht schicken.  Quelle: dpa

Das Geschäft mit gezielter Werbung wollen sich auch andere nicht entgehen lassen. Die Konkurrenz im Suchmaschinengeschäft wächst. Yahoo und Microsoft arbeiten seit geraumer Zeit zusammen, die Suchmaschine Bing (hinter der ebenfalls Microsoft steht) hat in den USA inzwischen einen Marktanteil von etwa 30 Prozent und sogar Facebook rüstet nach. Mark Zuckerberg hat erst vor wenigen Tagen die neue Suchfunktion „Graphic Search“ als drittes Standbein neben der „Timeline“ und dem „Newsfeed“ vorgestellt. Die Facebook-Suche ermöglicht es, die Informationen der mehr als eine Milliarde Nutzer im weltweit größten Sozialen Netzwerk zu durchforsten.

Doch Google den Rang im Werbesegment abzulaufen, wird so schnell sicher nicht möglich sein. Denn ein Tochterunternehmen spielt dem Mutterkonzern Google besonders in die Karten: Die Video-Plattform „YouTube“. Bereits 2006 kaufte der Suchmaschinen-Konzern das Portal, das die PayPal-Mitarbeiter Chad Hurles, Steve Chan und Jawed Karim eineinhalb Jahre zuvor ins Leben gerufen hatten. Umgerechnet 1,31 Milliarden Euro in Aktien gingen damals über den Tisch.

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    Goldgrube Werbeplätze

    Auch die auf YouTube verkauften Werbeplätze zählen am Ende des Tages für Google. Als besonders profitabel hat sich im vergangenen Jahr ein Song gezeigt, der zum viralsten Video des Jahres wurde. Der „Gangnam Style“ des südkoreanischen Rapper Psy ist das erste YouTube-Video, das mehr als eine Milliarde Mal gesehen wurde. Aktuell steht der Zähler bei gut 1,2 Milliarden Aufrufen.

    Digitale Welt



    Durch die Werbeplätze rund um das Video wurde der Clip zur Goldgrube. Er hat mehr als acht Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) an Werbeeinnahmen eingespielt, verriet Google-Manager Nikesh Arora. Einen Teil der Einnahmen gibt Google an den Interpreten weiter, einen Teil behält das Unternehmen. Wie die Aufteilung genau aussieht, gibt das Unternehmen nicht bekannt.

    Dennoch erklären diese Zahlen, warum Apple erst kürzlich die YouTube-App von der aktuellen Version des mobilen Betriebssystems iOS entfernt hat.

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