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Quartalszahlen Wie Google mit Werbung und auf YouTube absahnt

Bei Google wird heute erleichtert aufgeatmet. Das letzte Jahresviertel mit den umsatzstarken Weihnachtstagen sorgte noch einmal für einen Schub, nachdem das Geschäft im Sommer die Anleger enttäuscht hatte. Mit zielgruppenorientierter Werbung gelang die Kehrtwende.

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Wo das bunte Herz von Google schlägt
Nebel über dem Google-Rechenzentrum in The Dalles (US-Bundesstaat Oregon). Er stammt aus den Kühltürmen des Zentrums. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Über die Router und Switches in Googles Campus-Netzwerkraum können die Rechenzentren miteinander kommunizieren. Die Glasfaserkabel verlaufen entlang der gelben Kabeltrassen an der Decke. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Drinnen Hightech, draußen Naturidylle: Googles Rechenzentrum in Council Bluffs (US-Bundesstaat Iowa). Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Das Rechenzentrum liegt am Ufer des Columbia Rivers. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Der Mond kommt gegen die Lichter des Rechenzentrum in Lenoir (US-Bundesstaat North Carolina) nicht an. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Der Winter hat die Landschaft rund um das Rechenzentrum im finnischen Hamina fest im Griff. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Ein Sonnenuntergang erleuchtet die Landschaft rund um das Rechenzentrum in Pryor (US-Bundesstaat Oklahoma). Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse

„Apple kann Hardware, und Google kann Werbung“, sagt der IT-Analyst Patrick Moorhead. Und genau darin liegt der Kern des aktuellen Erfolgs bei Google. Der Suchmaschinen-Konzern versteht es besser als andere, gesammelte Daten für sich zu nutzen und die Kunden gezielt mit Werbung anzusprechen. Die florierende Online-Werbung ließ den Gewinn des Konzerns im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar (8,0 Milliarden Euro) steigen. Der Umsatz überstieg auch dank des Zukaufs des Smartphone-Herstellers Motorola die markante Marke von 50 Milliarden Dollar. Das war trotz kurzfristiger Flaute im Sommer ein intelligenter Schritt des Konzerns.

Daten sind Macht

Doch das Kerngeschäft bleibt die Werbung. Dass Daten Macht sind, haben die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin schon lange verstanden. Hungrig sammelt der Konzern User-Daten, IP-Adressen, Suchanfragen und Suchverläufe. Die Informationen werden auf den gigantischen Servern gespeichert, die überall auf der Welt stehen. Auch die geteilten Links auf dem Netzwerk Google + fließen in den gigantischen Algorithmus mit hinein, der berechnet, was der Person vor dem Rechner besonders gut gefällt. So wird die personalisierte Werbung immer genauer. Wer viel im Netz nach Reiseempfehlungen sucht, dem wird Hotelwerbung oder das neuste Suchportal für Billig-Flüge in den Süden angezeigt.  

Auch grafische Werbeanzeigen, die auf allen möglichen Seiten im Internet auftauchen, setzen sich immer mehr durch. Zum Beispiel: Wird auf einem Nachrichtenportal über den neuesten Bestseller berichtet, spielt Google dort gezielt die passende Werbung wie die von Buchhandlungen oder anderen Verlagen aus.

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    Inzwischen haben auch die Unternehmen das Potential erkannt, die Zielgruppen im Netz gezielt anzusprechen. „Wir profitieren von dem Trend, dass Werbung immer stärker online geschaltet wird“, sagte Google-Manager Nikesh Arora. Die Werbung ist die Haupteinnahmequelle des Konzerns. Allen voran die rosafarbenen, hervorgehobenen Links, die in der Suchmaschine über den eigentlichen Ergebnissen angezeigt werden. Weitere Werbung findet sich in der rechten Spalte. Das Geschäft in Deutschland sei besonders gut gelaufen, sagte Arora. Schwächer habe es in Südeuropa ausgesehen, was aufgrund der wirtschaftlichen Lage im Zuge der Finanzkrise kaum verwundert.

    Gewinn dank Gangnam Style

    Wo Unternehmen zu Datenkraken werden
    Apple iPhone 4 Quelle: rtr
    Unzulässige Blankoschecks beim DatenschutzAuch Google hat nicht umsonst den Ruf ein „Datenkrake“ zu sein. Die von der „Chip“ beauftragten Rechtsexperten fanden bei Google folgenden Passus: „Wir stellen solche Informationen [personenbezogene Daten] unseren Tochtergesellschaften, Partnerunternehmen oder anderen vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zur Verfügung, die personenbezogene Daten in unserem Auftrag verarbeiten.“ Derart weit gefasste Datenschutzbestimmungen sind mit dem deutschen Datenschutzrecht nicht einmal ansatzweise vereinbar, so die Rechtsexperten. Quelle: dapd
    Google nutzt seine zahlreichen Dienste, um die Interessen der Nutzer zu speichern und so personalisierte Werbung ausliefern zu können. Der wichtigste Indikator für Google, um festzustellen, welche Werbung den Nutzer interessieren könnte, ist bei der Websuche natürlich der eingegebene Suchbegriff - das funktioniert auch ganz ohne Personalisierung. Daneben wird aber beispielsweise auch Werbung in anderen Dienst wie Google Mail personalisiert angezeigt, je nachdem, welche Stichworte ein automatisierter Algorithmus in den E-Mails entdeckt. Insgesamt sammelt Google Daten über alle angebotenen Dienste hinweg - sei es Youtube, Google Mail, Picasa oder die Websuche. Für die personalisierte Werbung werden alle die auf verschiedenen Plattformen gesammelten Daten verknüpft. Welche Informationen Google über Sie gesammelt hat, können Sie als eingeloggter Benutzer unter http://google.de/ads/preferences einsehen - und dort die Cookies auch löschen lassen. Quelle: dapd
    Ebenso vernichtend ist das Urteil der Experten zu den Datenschutzbestimmungen von Facebook: „Komplett wirkungslos“, urteilt der Datenschutz-Anwalt Martin Bachmann von der Kanzlei Hild & Kollegen laut „Chip“. Allein schon die Länge der Bestimmungen widerspreche dem im deutschen Datenschutzrecht vorgeschriebenen Transparenzprinzip. Quelle: dapd
    Facebook sammelt auch auf externen SeitenFacebook ist dabei auch besonders wissbegierig. So sammelt Facebook nicht nur auf der eigenen Website Daten, sondern auch auf allen, die den „Gefällt mir“-Knopf eingebaut haben. Welche Daten das soziale Netzwerk damit mit auf externen Webseiten sammelt, kommt darauf an, ob der Nutzer Mitglied bei Facebook ist oder nicht. Von Nicht-Mitgliedern wird die IP-Adresse an das Unternehmen übertragen. Diese eindeutige Zahlenkombination bekommt ein Internetnutzer zugewiesen, wenn er sich ins Internet einwählt - sie funktioniert wie das Nummernschild am Auto. Bei deutschen Nutzern werden die letzten Stellen der Ziffernfolge allerdings gestrichen, sodass die Daten anonym sind. Von Mitgliedern wird mehr übertragen: Unter anderem die Seite, auf welcher der Facebook-Knopf geladen wurde, die Uhrzeit und der Browsertyp, den der Surfer nutzt. Ob jemand Mitglied ist, erkennt Facebook an einem Cookie, einer kleinen Textdatei, die beim Einloggen auf seinem Computer gespeichert wird. Abhilfe: Selbst wenn Sie Facebook-Mitglied sind, können Sie sich ausloggen und die Cookies löschen. Dann werden Sie von Facebook wie ein Nicht-Mitglied behandelt und bleiben anonym. Quelle: dpa
    Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten-und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen. Quelle: dapd
    Apps als DatenfalleAuch die Nutzungsbedingungen der beliebten Apps für Smartphones waren in der Vergangenheit Gegenstand heftiger Kritik. So sendet sowohl die iPhone- als auch die Android-Version der beliebten Musik-App Pandora persönliche Angaben wie Alter und Geschlecht des Nutzers sowie Gerätedaten an Online-Werbepartner, wie das " Wall Street Journal" (WSJ) in einem groß angelegten Test bereits im Dezember 2010 herausfand. Beliebte Gratis-Apps wie das iPhone-Spiel Paper Toss sendeten persönliche Informationen von Nutzern an mindestens fünf Werbeunternehmen, berichtete die Zeitung damals. Insgesamt stellten sich von den 101 untersuchten beliebten Mini-Programmen für iPhone und Android-Smartphones 56 als Spione heraus, weil sie die Geräte-ID an Dritte sendeten, ohne dafür die Erlaubnis des Nutzers einzuholen. 74 Apps sendeten den Standort des Geräts. Fünf Softwarehersteller waren besonders wissbegierig und ließen sich gleich noch Informationen zu Alter oder Geschlecht schicken.  Quelle: dpa

    Das Geschäft mit gezielter Werbung wollen sich auch andere nicht entgehen lassen. Die Konkurrenz im Suchmaschinengeschäft wächst. Yahoo und Microsoft arbeiten seit geraumer Zeit zusammen, die Suchmaschine Bing (hinter der ebenfalls Microsoft steht) hat in den USA inzwischen einen Marktanteil von etwa 30 Prozent und sogar Facebook rüstet nach. Mark Zuckerberg hat erst vor wenigen Tagen die neue Suchfunktion „Graphic Search“ als drittes Standbein neben der „Timeline“ und dem „Newsfeed“ vorgestellt. Die Facebook-Suche ermöglicht es, die Informationen der mehr als eine Milliarde Nutzer im weltweit größten Sozialen Netzwerk zu durchforsten.

    Doch Google den Rang im Werbesegment abzulaufen, wird so schnell sicher nicht möglich sein. Denn ein Tochterunternehmen spielt dem Mutterkonzern Google besonders in die Karten: Die Video-Plattform „YouTube“. Bereits 2006 kaufte der Suchmaschinen-Konzern das Portal, das die PayPal-Mitarbeiter Chad Hurles, Steve Chan und Jawed Karim eineinhalb Jahre zuvor ins Leben gerufen hatten. Umgerechnet 1,31 Milliarden Euro in Aktien gingen damals über den Tisch.

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      Goldgrube Werbeplätze

      Auch die auf YouTube verkauften Werbeplätze zählen am Ende des Tages für Google. Als besonders profitabel hat sich im vergangenen Jahr ein Song gezeigt, der zum viralsten Video des Jahres wurde. Der „Gangnam Style“ des südkoreanischen Rapper Psy ist das erste YouTube-Video, das mehr als eine Milliarde Mal gesehen wurde. Aktuell steht der Zähler bei gut 1,2 Milliarden Aufrufen.

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      Durch die Werbeplätze rund um das Video wurde der Clip zur Goldgrube. Er hat mehr als acht Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) an Werbeeinnahmen eingespielt, verriet Google-Manager Nikesh Arora. Einen Teil der Einnahmen gibt Google an den Interpreten weiter, einen Teil behält das Unternehmen. Wie die Aufteilung genau aussieht, gibt das Unternehmen nicht bekannt.

      Dennoch erklären diese Zahlen, warum Apple erst kürzlich die YouTube-App von der aktuellen Version des mobilen Betriebssystems iOS entfernt hat.

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