Rabattkarten im Smartphone So soll mobiles Bezahlen attraktiver werden

Payback und Coca-Cola bringen Bonussysteme aufs Handy und wollen so dem mobilen Bezahlen in Deutschland den Weg bereiten.

Payback und Coca-Cola bringen Bonussammeln aufs Smartphone. Quelle: dpa/Montage

Ab Juni sollen Kunden an der Kasse statt des Portemonnaies öfter das Smartphone zücken. Der Bonusprogramm-Anbieter Payback ermöglicht dann, statt mit der bisher gebräuchlichen Plastikkarte auch per Handy-App Rabattpunkte zu sammeln. Der Vorteil: Die Nutzer können eine Karte weniger mit sich herumtragen. Vor allem aber bietet Payback künftig auch die Option an, mit dem Handy gleich in einem Schritt zu bezahlen.

Ab nächsten Monat führen zuerst die dm-Drogerien den Service ein, weitere Partner wie real, Rewe, Aral und Galeria Kaufhof sollen bis Herbst folgen. Sie wollen so mehr Menschen zum Bezahlen per Smartphone bewegen.

Bislang sind die Deutschen Muffel beim mobilen Bezahlen, dafür aber begeisterte Rabattjäger: Allein Payback hat 28 Millionen Kunden. Bislang sahen die wenigsten einen Vorteil darin, das Handy statt Bargeld oder EC-Karte zu zücken. Das könnte sich durch die Kombination mit Bonuspunkten erstmals ändern, glaubt Ulrich Binnebößel, Experte für Bezahlsysteme beim Handelsverband Deutschland (HDE): „Die Verknüpfung von Bezahlen mit solchen Services könnte dem Mobile Payment zum Erfolg verhelfen.“ 

Daher setzen auch andere Anbieter auf diese Kombination. Sogar Coca-Cola will jetzt dabei helfen, die Geldbörsen schmaler zu machen. Der Softdrinkriese hat dazu eine App entwickelt, die Stempelkarten ersetzen soll. Statt sich im Café um die Ecke nach jedem Kauf ein Pappkärtchen abstempeln zu lassen, um den zehnten Kaffee umsonst zu bekommen, scannt der Kunde einen QR-Code.

Die teilnehmenden Firmen – immerhin an 10.000 Standorten in Deutschland – bekommen den schwarz-weißen Code zum Ausdrucken und einen Zugang zum Internetportal des Getränkekonzerns. Weitere Technik ist nicht nötig.

Die beliebtesten Händler in Deutschland

Nun will der Brauseriese die App mit einer großen Werbekampagne bei Konsumenten bekannt machen. Für den Konzern ist das Angebot eher ein Marketing- und Bindungsinstrument für Geschäftskunden. Die App mit dem Namen Get Happy ist auch nur auf den zweiten Blick durch die bekannte Schriftart als Coke-Produkt erkennbar.

Start-ups blieben in der Nische

Die Idee, Rabattkarten durch eine App zu ersetzen, ist nicht neu. Seit einigen Jahren haben sich verschiedene Start-ups daran versucht, doch es ist keinem gelungen, eine kritische Masse zu erreichen. Der bekannteste Anbieter, 10Stamps aus München, wurde im Vorjahr vom Zahlungsdienstleister Wirecard geschluckt. Seit der Gründung 2011 hat 10Stamps eine sechsstellige Nutzerzahl gewonnen, die an 1200 Standorten digitale Stempel sammeln können.

Die Ambitionen von Coca-Cola gehen jedoch über die Digitalisierung von Stempelkarten hinaus. So kann der Nutzer seit Kurzem auch Plätze im Restaurant reservieren oder Essen bestellen – damit tritt das Unternehmen auch noch in Konkurrenz zu Lieferheld & Co.  Perspektivisch will es der US-Konzern zudem ebenfalls ermöglichen, mit der Smartphone-App direkt vor Ort zu bezahlen. „Es wird in den nächsten Monaten kleinere Tests mit Pilotkunden geben“, sagt Marcus Franke, der bei Coca-Cola Deutschland die digitalen Geschäfte leitet.

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