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Rechtschreibung Apple kennt keine schlimmen Worte

Wenn iPhone-Nutzer die englischen Worte für Selbstmord oder Vergewaltigung falsch schreiben, stellt sich Apples Rechtschreibhilfe dumm.

Die Autokorrektur und -vervollständigung des iPhones stellt sich bei anstößigen Wörtern dumm. Quelle: dapd

Ein Buchstabendreher im Wort Enzyklopädie? Systemadministrotor statt Systemadministrator geschrieben? So etwas korrigiert die Autokorrektur des iPhones schon beim Schreiben. Und wer ein Wort trotzdem falsch schreibt, kann es hinterher antippen und bekommt einen Vorschlag präsentiert, was man wirklich gemeint haben könnte. Außer es handelt sich um die englischen Wörter für Abtreibung, Selbstmord, Pornografie oder bigott. Die kennt Apples Rechtschreibprüfung nicht.

Journalisten von The Daily Beast haben sich die Software genauer angesehen und eine Liste der schlimmen Worte erstellt, für die es in Apples Betriebssystem iOS keine nachträglichen Korrekturvorschläge gibt. Dutzende Wörter sollen es sein: deflower, homoerotic, marijuana, prostitute, bullet, ammo, drunken, arouse, Aryan, murder und virginity zum Beispiel.

Das sind die Macken des iPhone 5
Die Begeisterung beim Verkaufsstart des iPhone 5 kannte in den Apple-Stores der Welt keine Grenzen. Doch trotz der schönen Bilder und noch besseren Verkaufszahlen ist wohl kein iPhone-Verkaufsstart je so schief gelaufen, wie dieser. Die Netzgemeinde überschlägt sich mit Kritik am neuen Apple-Smartphone. Quelle: REUTERS
KratzerDa nimmt man das neue iPhone aus der Packung und statt schwarzer Eleganz sticht einem ein Kratzer ins Auge. Erste Tests haben ergeben, dass das iPhone 5 trotz neuem Metallrücken deutlich anfälliger für Kratzer ist als noch das iPhone 4S. Und das nicht nur auf dem Rücken, sondern auch auf dem vergrößerten Display. Quelle: REUTERS
KostenDie günstigste Variante des iPhone 5 soll ohne Vertrag immerhin 679 Euro kosten. Das sind 50 Euro mehr als noch das Vorgängermodell 4S. Dabei liegen die Produktionskosten für das neue Apple-Smartphone bei etwa 170 Euro. Apple begründet die Preiserhöhung unter anderem mit Personalkosten. Obwohl sich viele Apple-Fans abgezockt fühlen, greifen sie zu - und die Preispolitik des Unternehmens scheint aufzugehen. Quelle: REUTERS
iOS6-MapsDie Kombo zeigt zwei Screenshots von Karten des Gebiets um den Bahnhof Shinjuku Station in Tokio: Links ist die Darstellung im bisherigen Google Maps zu sehen, rechts die Darstellung in Apples neuem Kartendienst. Apple hat zum Start des neuen iPhone 5 auch die bisherigen Google-Karten durch einen eigenen Dienst ersetzt. Fehler und fehlende Details in den neuen Karten verärgerten jedoch viele Nutzer. Teilweise wurden Städte gar nicht angezeigt, Routen quer durch das Meer empfohlen oder Straßennamen nicht sauber ausgespielt. Quelle: dpa
AkkuDas iPhone 5 ist dünn wie nie. Doch auf die 17 Prozent, die das Gerät schlanker daher kommt, hätten viele iPhone-Fans gerne verzichtet, wenn stattdessen ein leistungsstärkerer Akku zum Einsatz gekommen wäre. Viele User beschweren sich via Twitter über eine schlechte Akku-Leistung. Quelle: REUTERS
SteckerApple-Marketing-Chef Phil Schiller hat in San Francisco den neuen Stecker des iPhone 5 angepriesen. Dieser soll der neue Standartstecker für alle künftigen Apple-Geräte werden, hieß es weiter. Alte Zusatz-Gadgets können mit Hilfe eines Adapters weiter genutzt werden. Für dieses Adapter verlangt das Unternehmen satte 29 Euro, mit Kabel sogar 39 Euro. Ein cleveres Zusatzgeschäft für Apple, das viele Kunden aufregt. Quelle: REUTERS
LTEDesweiteren kündigte Apple an, den Datenturbo-LTE weltweit für das iPhone 5 zur Verfügung zu stellen. Allerdings entschied sich das Unternehmen, lediglich die Frequenz von 1800 MHz zu unterstützen. Die Nutzungsrechte für diese Frequenz hält in Deutschland derzeit die Telekom. Und die verlangt einen LTE-Zuschlag von fast zehn Euro, dabei ist das LTE-Netz auf 1800 MHz bisher fast nur in städtischen Gegenden ausgebaut. Andere Anbieter wie Vodafone oder O2 müssen darauf hoffen, dass Apple auch bald die Frequenz 800 MHz unterstützt. Quelle: REUTERS

Um genau herauszufinden, wann die Rechtschreibprüfung von Apple versagt, haben die Journalisten ein Experiment durchgeführt. Sie schrieben ein Skript, das in rund 250.000 englische Wörter einen kleinen Rechtschreibfehler einbaute. So wurde zum Beispiel der letzte Buchstabe einfach durch den ersetzt, der auf der Tastatur links daneben liegt - für moderne Rechtschreibhilfen ist das kein Problem.

Diese Varianten testeten sie an einem iOS-Simulator, einem Programm, das sich wie ein fabrikneues iPhone verhält. Von den 250.000 Ausgangswörtern blieben nach mehreren Tests etwa 14.000 übrig, die das System nicht zu korrigieren vermochte, weil es sie nicht kannte. Wenn sie korrekt geschrieben waren, wurden sie nicht rot unterstrichen - es waren also Worte, die iOS zumindest als Worte erkannte. Die meisten davon waren technische oder sonstige Fachbegriffe.

Aber eben nicht alle. Unter den 14.000 waren auch die Begriffe rund um Sex, Drogen und Gewalt, für die iOS keine Korrekturvorschläge macht, weil Apple das so will. Das gilt allerdings nur für englische Worte, deutschsprachige Nutzer bekommen die Empfehlung, aus dem Wort "Suizip" ein "Suizid" zu machen.

Nicht untersucht haben die Journalisten die Autocomplete-Funktion, also die Vorschläge, die iOS schon macht, während der Nutzer das Wort noch tippt. In früheren Versionen von iOS wurden die fraglichen Begriffe durchaus richtig vervollständigt. Erst mit der Einführung der nachträglichen Rechtschreibprüfung im April 2010 änderte sich das, heißt es im Artikel.

In Android gibt es keine Einschränkungen

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Heute rührt sich auch die Autocomplete-Funktion nicht mehr, wenn jemand "abortio" tippt und nur noch eine Möglichkeit übrig bleibt, das Wort zu vervollständigen. Da Autocomplete lernfähig ist, dürfte sich das ändern, wenn ein Nutzer das Wort oft genug eingegeben hat.

In Android gibt es solche Einschränkungen übrigens nicht. Im Test von ZEIT ONLINE mit Android 4.1.2 gab es sowohl die passenden Autokorrektur- wie auch Autocomplete-Vorschläge für Wörter wie abortion oder rape.

Die Reporter von The Daily Beast haben Apple um eine Stellungnahme gebeten, aber keine bekommen.

Dieser Artikel ist zuerst auf zeit.de erschienen.

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