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Salesforce-Vordenker Rangaswami "Konsumenten lenken die Unternehmen"

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Alles zur gleichen Zeit

Toyota Quelle: gms

Welche Unternehmen arbeiten schon so?

Im Mai haben wir bei Salesforce ein Projekt mit Toyota gestartet. Der Autohersteller hat einen Wagen mit einem eigenen sozialen Netzwerk für Kunden ausgestattet. Mitarbeiter und Händler sind darüber mit dem Fahrzeug verbunden. Der Konsument kann wie bei Facebook Freund seines Autos werden. In dem sozialen Netzwerk erfährt er, wenn der Service fällig oder der Luftdruck im Reifen zu niedrig ist. Auch bekommt er standortbezogene Angebote von Händlern.

Und die Datenschützer schreien auf?

Manchem mag all die Vernetzung Angst machen. Aber wir leben in einer Welt, in der nicht mehr die Unternehmen den Konsumenten lenken, sondern umgekehrt. Mittels sozialer Netzwerke können Kunden heute Konzerne etwa daran hindern, die Preise anzuheben.

Das klingt aber sehr utopisch.

Man nennt das Social Marketing. Eine Organisation, die das sehr gut verkörpert, ist Carrotmob. Das sind Konsumenten, die sich zusammentun, um ihre Macht als Gruppe zu nutzen. Sie drängen Unternehmen, Gutes zu tun. Diese Gruppe funktioniert ähnlich wie Groupon. Bei Groupon tun sich die Leute zusammen, um einen Rabatt zu bekommen. Bei Carrotmob fordern sie etwas anderes, um Produkte des Unternehmens zu kaufen. Etwa, dass es den Abfall reduziert. Es ist ein kultureller Prozess, der die Unternehmen verändert. Das ist wie mit der Zigarette. Vor 25 Jahren kannte ich kaum einen Mann, der nicht geraucht hat. Heute kenne ich kaum noch jemanden, der es tut.

Facebook, Twitter und jetzt auch noch das soziale Netzwerk meines Autos und Carrotmob. Wer hat überhaupt noch Zeit, sich damit zu beschäftigen?

Der Mensch hat im Schnitt drei Stunden Freizeit am Tag. Das ist seit vielen Jahrzehnten stabil. Aber man hat heute viel mehr Möglichkeiten, diese drei Stunden zu verbringen. Meine Kinder nutzen inzwischen mehrere Informationskanäle gleichzeitig. Meine 13-jährige Tochter etwa macht Hausaufgaben, schaut gleichzeitig fern, isst und unterhält sich mit Freundinnen. Aber was macht sie wirklich? Die Antwort ist: alles. Unsere Kinder wachsen in einer Kultur auf, wo so vieles gleichzeitig möglich ist, dass sie sich daran anpassen. Meine Tochter kann viel besser Dinge zeitgleich tun, als ich das kann.

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