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Sammelklage gegen Apple So schützen Sie sich gegen die App-Käufe ihrer Kinder

Eltern sind mit einer Sammelklage gegen Apple gezogen, weil sie nicht mehr für die App-Käufe ihrer Kinder aufkommen wollen. Wie der Konzern reagiert und was Apple-Kunden jetzt schon tun können.

Per Klick über den Display ist der App-Store einfach zu erreichen. Quelle: dpa

Die Tablets und Smartphones von Apple sind einfach und intuitiv zu bedienen. Dass jedes Kind sofort damit umgehen kann, hat die Produkte des Konzerns so beliebt gemacht. Doch genau das wird zum Problem, wenn der Nachwuchs das iPhone oder iPad in die Finger bekommt. Schnell landet der Sprössling in Apples iTunes-Store und kauft die eine oder andere App.

Weil Eltern für die Einkäufe ihrer Kinder nicht mehr aufkommen wollen, haben sie eine Sammelklage gegen den Multikonzern gerichtet. Das Ergebnis: Apple wird seinen Kunden mindestens 32,5 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 24 Millionen Euro, zurückerstatten. Die Grenzen nach oben seien offen – je nachdem wie viele Betroffenen sich melden, kündigte Unternehmens-Chef Tim Cook an. In einem Brief an seine Mitarbeiter schrieb Konzern-Chef Tim Cook, dass bisher etwa 37.000 Beschwerden eingegangen seien.

Mit dem freiwilligen Entgegenkommen will der iPhone-Hersteller einen Vergleich mit der U.S. Federal Trade Commission erzielen. Außerdem bietet Apple an, auch das gesamte Abrechnungsverfahren im App-Store neu zu gestalten.

Die beliebtesten iPhone-Apps der Welt
USADie Amerikaner fliegen auf einen kleinen gefiederten Detektiv namens Perry.  Das Disney-Spiel „ Where’s My Perry“ (Foto, deutscher Name: „ Wo ist mein Perry?“) ist derzeit die beliebteste Bezahl-App für das iPhone in den USA. „Wo ist mein Perry“ ist ähnlich wie die Disney-App „Wo ist mein Wasser“ ein unterhaltsames Rätsel-Spiel, das auf den Gesetzes in der Physik beruht. Als Hauptfigur steht diesmal nicht wie bei „Wo ist mein Wasser“ ein Krokodil im Mittelpunkt, sondern ein Schnabeltier mit Schlapphut. Das Spiel kostet in Deutschland 79 Cent. Unter den Gratis-Apps liegt bei den Amerikanern Googles neue iPhone-Version des Browsers Chrome auf dem ersten Platz. Der Google-Browser bietet unter anderem eine Synchronisation mit Chrome-Installationen auf Mac, PC, Android und iPad an. Voraussetzung ist, dass sich der Nutzer per Google-Account bei Chrome einloggt. In Kanada sind die beiden Top-platzierten Apps identisch. Quelle: PR
UKIm Vereinigten Königreich ist der WhatsApp Messenger (Foto) auf Platz eins der Bezahl-Apps. Der Messenger-Service erlaubt den kostenlosen Austausch von Kurznachrichten via Internet. Voraussetzung ist lediglich, dass auf beiden Geräten WhatsApp installiert ist. Die Anwendung ist für alle relevanten Smartphone-Plattformen verfügbar und vor allem bei SMS-verrückten Jugendlichen beliebt. In Deutschland kostet die App 79 Cent, die Nachrichten sind kostenlos. Unter den kostenlosen Apps ist auch in Großbritannien Googles Browser Chrome derzeit auf Platz eins der Download-Statistik. In Russland, Indien, Türkei, Schweden, Finnland, Israel und Irland sind ebenfalls WhatsApp Messenger und Chrome auf den ersten Plätzen in Apples App Store. Quelle: PR
FrankreichWie die Briten stehen auch die Franzosen auf den WhatsApp Messanger – Platz eins unter den kostenpflichtigen Apps. Bei den Gratis-Apps ist der der runtastic Höhenmesser Pro (Foto) auf Platz eins, der der derzeit als Aktion – auch in Deutschland – gratis downloadbar ist. Die App richtet sich an Bergsteiger und zeigt neben Kompass, Wetter und Koordinaten auch die Höhe an. Die App ist werbefinanziert. In Deutschland, Belgien, der Schweiz, Italien, Spanien, Österreich und Tschechien ist die Reihenfolge ebenso wie in Frankreich. Quelle: PR
PolenIn Polen ist Googles Chrome unter den Gratis-Apps nur auf Platz zwei. Auf Platz eins ist die etwas blutrünstige Spiele-App Clear Vision, die derzeit – auch in Deutschland – gratis zum Download angeboten wird. In der nicht jugendfreien App geht es darum, mittels Sniper-Waffe Menschen abzuschießen. Unter den verkauften Apps ist „ Wo ist mein Perry?“ auf Platz eins der Download-Charts in Polen. Quelle: PR
DänemarkAuf Platz eins der verkauften Programme findet sich bei denen Dänen die App MeinKalender (Foto). Die Kalender-Anwendung synchronisiert mit Facebook, sodass beispielsweise Geburtstagserinnerungen aus dem sozialen Netzwerk auch auf dem iPhone landen. In Deutschland kostet die App 79 Cent. Auch bei den Gratis-Apps gehen die Dänen eigene Wege: Auf Platz eins befindet sich die App TV 2 Tour 2012, eine Fernseh-Programm-App für einen dänischen Sender. Quelle: PR
NiederlandeDie Niederländer stehen auf Musik: Platz eins der Downloads-Charts im niederländischen Apple Store ist die App Song Pop Free (Foto) – ein Musikerkennungsspiel. Vorgegebenen Song-Schnippsel müssen möglichst schnell erkannt werden. Das Spiel lässt sich auch gegen andere Musik-Freaks via Internet spielen. Unter den Paid-Apps ist auch bei den Niederländern der What’sApp Messenger auf Platz eins. Quelle: PR
AustralienWie in vielen anderen Ländern ist in Australien die What’sApp Messenger die beliebteste Bezahl-Apps – bei den Gratis-Apps sind die Australier aber Ausreißer. Dort ist die Blödel-App Talking Ted (Foto) auf Platz eins. Die von NBC Universal angebotene App zum gleichnamigen Film, lässt einen Stoff-Teddy allerlei Dinge auf Kommando sagen, ihn rauchen oder rülpsen. Mit der kostenlosen AppRanking WorldWide können Sie auch selbst nachsehen, welche Apps in anderen Ländern derzeit besonders beliebt sind. Quelle: PR

Eine Kindersicherung im App-Store dürften Apple deutlich mehr wehtun als die Rückzahlungen. Der Konzern steht trotz schrumpfenden Marktes mit seinen hohen Margen blendend dar. Etwa 19,5 Millionen US-Dollar Umsatz kann Apple pro Stunde verbuchen.

Doch gerade das schnelle und simple Shopping ohne große Einschränkungen hat den App-Store so erfolgreich gemacht. Allein im vergangenen Jahr gaben die Kunden hier mehr als zehn Milliarden Dollar im App-Store aus.

Besonders simple sind die sogenannten „In-App“-Käufe, die vor allem in Spielen vorkommen. Damit können die Nutzer per Touch Zusatzkomponenten oder Optionen kaufen, um im Spiel besser voran zu kommen oder Werbung auszuschalten. Die Kosten die Hierdurch entstünden seien für Eltern kaum noch zu überblicken.

Ein weiteres Problem: Wer sich in den App-Store eingeloggt hat, kann ihn nicht einfach wieder per Klick verlassen. Das Programm schmeißt den Nutzer automatisch heraus – allerdings erst nach 15 Minuten. Genug Zeit, um im iTunes-Store kräftig zuzuschlagen. Tim Cook argumentiert, man habe das Produkt so in den Markt eingeführt, um das Einkaufen komfortabler zu gestalten.

In Arbeit
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Ob Apple die beiden inzwischen über fünf Jahre alten Bedienungskonzepte wieder rückgängig macht, ist unwahrscheinlich. Wie die neue Kindersicherung im iTunes-Store am Ende tatsächlich aussehen wird, bleibt offen.

Wer aktuell die Shopping-Touren des Nachwuchses unterbinden will, muss sich durch die Einstellungen des mobilen Betriebssystems iOS klicken, das sowohl auf iPads als auch iPhones installiert ist (Einstellungen > Allgemein > Einschränkungen > Einschränkungen aktivieren). „In-App-Käufe“ lassen sich unter dem Punkt „Zulässiger Inhalt“ deaktivieren. Hier können Nutzer auch einstellen, dass bei jedem Einkauf das iTunes-Passwort wieder abgefragt wird. Und wer sein Passwort nicht weiter gibt, muss auch nicht mit unnötig hohen Kosten rechnen. Darüber hinaus hat Apple selbst einen Leitfaden für Eltern ins Netz gestellt.

Mit Material von Bloomberg und Reuters 

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