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Satire WiWoleaks: Was Wikileaks erst 2011 veröffentlichen wollte

Unser Technikredakteur hat den Wikileaks-Server in Stockholm mit seinem Schweizer Taschenmesser gehackt. Die WiWo druckt auszugsweise die wichtigsten Dokumente, die erst 2011 veröffentlicht werden sollten. Eine Satire.

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E-Mail von Sarrazin

Sanduhr Sarrazin Quelle: Picture-Alliance/DPA, Illustration: Dmitri Broido

Von: Thilo Sarrazin

An: Hans-Olaf Henkel

Cc: Norbert Bolz; Peter Sloterdijk; Günther Jauch; Focus-Chefredaktion

Betreff: Nächste Sau durchs Dorf treiben

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    Lieber Hans-Olaf,

    es war ein gutes Jahr, für mich mehr, für Dich weniger, wenn Du verstehst, was ich meine (haste die 100.000 schon geknackt?) – aber was soll’s, ich bin weihnachtlich gestimmt, und wir beide müssen unsere Kräfte jetzt bündeln. Habe noch mal bei Mendel nachgeschlagen und denke, dass Dein Nordo und Südo sich auch genhistorisch begründen lassen. Ich meine: Seit Tiepolo Würzburg besuchte, um die Residenz auszumalen, ist nichts Gescheites mehr über die Alpen gekommen... Um es also kurz zu machen: „Deutschland schafft Europa ab“ schreiben wir gemeinsam. Vielleicht können wir ja vor Andruck den Bolz oder den Sloterdijk mal drüber gucken lassen, Du weißt schon, diese beiden Schöngeister, die das Ressentiment der biodeutschen Steuerbürger so schön zum Klingen bringen können. Mit Focus und Jauch habe ich auch schon gesprochen. Die machen Vorabdruck, Jubelbesprechung und mindestens drei Talkshows zum Thema (Vorvertrag ist auf dem Weg). Ich wette ’ne Kiste Romanée, dass wir es so auf mindestens ’ne Million bringen.

    Mit patriotischem Gruß

    Dein Thilo

    E-Mail-Verkehr von Apple

    From: Steve Jobs, Almost God

    Sent: March 15, 2010, 5.13 am

    To: Scott Forstall, Senior Vice President of iOS Software

    Subject: Windows Mobile

    Scott, have you seen the new Windows Phone 7? It’s hilarious! Can you make the new iOS look like this? Steve

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    From: Scott Forstall

    Sent: November 15, 2010

    To: Steve Jobs, 5.14 am

    Subject: Re:Windows Mobile

    Steve, sure, we can. But my engineers think copying MS would be a bit embarrassing to us. And it would affect both iPhone and iPad.

    Best Scott

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    From: Steve Jobs

    Sent: November 15, 2010

    To: Scott Forstall

    Subject: Re: Re: Windows Mobile

    Scott, I don’t care. Steve

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    From: Scott Forstall

    Sent: November 15, 2010

    To: Steve Jobs

    Subject: Re: Re: Re: Windows Mobile

    Steve, Okay, I’ll put some people on it.

    Best Scott

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    From: Steve Jobs

    Sent: November 15, 2010

    To: Scott Forstall

    Subject: Re:Re: Re: Re: Windows Mobile

    Scott, as soon as you are ready, leak the new iPhone like last year, only this time not in a bar. People will get suspicious. Try Wikileaks, Steve

    Posteingang Bavaria Film vom 15. Juli

    Betreff: Drehbuchvorschlag z. Hd. Dirk Eisfeld

    Lieber Dirk,

    Wormser Sommertheaterimprovisationen über den Stauferkaiser Friedrich II. („Teufel, Gott und Kaiser“) glücklich abgeschlossen. Bezaubernde Anouschka Renzi! Fabelhafte Alexandra Kamp!

    Jetzt endlich wieder Filmstoff in Aussicht: Kachelmann und der Mannheimer Prozess. Bin elektrisiert. Diese Mischung aus Farce, Groteske, Testosteron, Sexualschwank – großes Kino.

    Wie geschaffen für mich. Muss so ’ne Art Neuadaption von Schnitzlers Reigen werden (die Mimis, Mizzis, Fifis und Fannis ersetzen durch Simones, Katharinas, Isabellas usw.). Ansonsten sehr viel „Duft der Frauen“, viel „Infamie der Männer“ (weidlich auskosten!!!). Später Shakespeare rauskitzeln (Duell Staatsanwaltschaft vs. Verteidigung). Die Tragik scharf schneiden gegen den Boulevard und die grelle Frauenfront in den Medien (BUNTE-Riekel, SPIEGEL-Friedrichsen, Alice im BILDerland). Skript: Kachelmanns Aufstieg (rhapsodisch!! schnelle Schnitte!!) zum Star-Meteorologen (Weather means Showtime!), Moderator, Schwarmobjekt, Frauenversteher. Dann Erfolgszynismus (er nennt sie „Lausemädchen“!), Sexspiele, Anklage wegen des Verdachts der Vergewaltigung, Untersuchungshaft in Mannheim, Gefängnisschock (Passions-Ironie? Bibelzitate?), Knastfreundschaften. Schließlich: Prozessverlauf, Anwaltswechsel – Rückkehr in den Schoß der Mutter (Ödipus!) – evtl. Bankrott der Firma. Hauptrollen? Vielleicht Ochsenknecht und die Schaffrath?

    Wär das nach unserem Projekt der „König von St. Pauli“ nicht was für dich und die Bavaria Film?

    Gruß Dr. Dieter Wedel

    Brief des Aachener Karnevalvereins

    Orden Sanduhr Quelle: Pressefoto, Illustration: Dmitri Broido

    Sehr geehrter Herr Dr. Geißler, lieber Ordensritter wider den tierischen Ernst,

    in Anerkennung Ihrer Verdienste als Schlichter im Konflikt um das Bahn-Projekt Stuttgart 21 hat sich der Vorstand des Aachener Karnevalsvereins zu einem in seiner Geschichte einmaligen Schritt entschlossen. Er verleiht Ihnen – nach 1995 zum zweiten Mal – den Orden wider den tierischen Ernst. Den bislang vorgesehenen Preisträger vertrösten wir auf 2012. Aus der Kunst des Möglichen, als welche die Politik einmal definiert wurde, ist dank Ihres Einsatzes bei den Stuttgarter Verhandlungen etwas scheinbar Unmögliches geworden: Die Parteien hörten einander zu, tauschten Argumente aus und akzeptierten schließlich den Schlichterspruch. Diese bewundernswerte Leistung verdankt sich nicht nur Ihrer politischen Erfahrung, sondern ebenso jener Portion Schalk und Mutterwitz, ohne die Großes in der Politik nicht gelingen kann. Sie haben auf eindruckvolle Weise gezeigt, dass Humor und Menschlichkeit friedensstiftend wirken – und Politik im besten Sinn unterhaltsam sein kann. Verliehen wird der Orden am 19. Februar in Aachen. Können Sie spontan noch zusagen?

    Hochachtungsvoll

    Ihre Aachener Narren

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      5. Januar, 2011

      SMS-Protokoll,

      Bundespräsidialamt, 31. Mai 2010, 08:36:10 Uhr

      Sehr geehrte frau bundeskanzlerin, liebe angela merkel, wie sie wissen, habe ich vergangene woche in einem interview gesagt, dass ein grosses, vom aussenhandel abhaengiges deutschland seine interessen notfalls auch militaerisch verteidigen muss. Ich bedaure, dass diese aeusserung zu missverstaendnissen anlass gegeben hat. Die reaktion der medien und so mancher parlamentarier halte ich indes für voellig ueberzogen. Es waere hilfreich, wenn sie die beschaedigungen meiner person und des amtes kraft ihrer autoritaet mit einem machtwort unterbinden wuerden. Andernfalls sehe ich mich gezwungen, den mir gegenueber mangelhaft bezeugten respekt durch meinen ruecktritt zu quittieren. Hochachtungsvoll, horst koehler.

      SMS-Protokoll,

      Bundeskanzleramt, 31. Mai 2010 08:41:13 Uhr

      Machen sie, was sie fuer richtig halten. Gruesse am.

      Korrespondenz-Auszüge

      Kreuz Sanduhr Quelle: Pressefoto, Illustration: Dmitri Broido

      Christian Lindner, MdBGeneralsekretär der FDPPlatz der Republik 111011 Berlin

      …denn in Ihrer Eigenschaft als EKD-Vorsitzende haben Sie noch Anfang 2010 versichert, Sie wollten das Gespräch mit der FDP suchen, gerade in sozialpolitischen Fragen. Das ermutigt mich zu einem für Sie vielleicht überraschenden Vorschlag: Könnten Sie sich vorstellen, eine wichtige, ja herausragende Rolle beim Entwurf eines neuen liberalen Grundsatzprogramms zu übernehmen? Etwa als beratendes Mitglied der Programmkommission? Freiheitliche Politik, wie ich sie verstehe, geht weit über Fragen von Steuersenkungen und Abgabenkürzungen hinaus. Sie steht, wie unser Vorsitzender Guido Westerwelle einmal sehr schön gesagt hat, für eine „grundsätzliche Haltung zum Leben“ … der Liberalismus ist und bleibt ein leeres Wort, wenn er nicht zur Herzensangelegenheit von vielen wird, zu einem die Menschen verbindenden und tragenden Lebensgefühl … Darf ich Sie, liebe Frau Käßmann, in diesem Sinne zur kritisch-solidarischen Mitarbeit einladen? Die liberale Familie würde sich glücklichen schätzen, Sie in ihren Reihen zu wissen.

      Vielleicht schon zum Dreikönigstreffen? 

      Herzlichst, Ihr Christian Lindner

      Berlin, 2. Januar 2011

      Mitschnitt aus dem Cockpit bei einer Testfahrt

      Auto Sanduhr Quelle: Pressefoto, Illustration: Dmitri Broido

      Fahrzeug: Tesla Roadster

      Testfahrer: Peter Schmidt/Volker Weiland

      Datum: 29.2.2011

      Ort: Porsche-Teststrecke Weissach

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        PS.: Fahrer an Leitstand. Aufzeichnung läuft? Prima. Danke.

        VW.: Hey, Peter, anschnallen.

        PS.: Wofür? Für diese Duracell-Dose?

        VW.: Nee, für die Berufsgenossenschaft, falls was schiefgeht und du ’nen Elektroschock kriegst. Hahaha.

        PS.: Kalauer nicht rum. Kupplung treten, Gang rein und los.

        VW.: Kupplung? Gang rein? Äh. Wo?

        PS.: Wart’, im Handschuhfach ist die Bedienungsanleitung. Ah, Elektroauto. So was hat er gar nicht. Einfach Gas geben.

        VW.: Hab’s schoooooooooooon. Himmel, was ein Zug.

        PS.: Ich dachte, das wär ’n Fake.

        VW.: Das Auto? Kommt doch nicht aus China.

        PS.: Nee, das Video auf You­Tube, wo der Knabe im Tesla sitzt und beim Beschleunigen kreischt: „It's scary!“

        VW.: Wie die Jungs aus der Aggregat-Entwicklung, wenn sie das Wort Elektromotor hören?

        PS.: Nee, begeistertes Juchzen.

        VW.: Ganz schön leise, die Karre. Gut, dass von den Nachbarn keiner hört, mit was wir hier Spaß haben...

        PS.: Der bräuchte noch satten Auspuffsound auf Knopfdruck zum Zuschalten.

        VW.: So wie unser neuer GTS?

        PS.: Unk nicht, lass mich mal ran ans Steuer. Ich will nicht warten, bis die Kollegen mit ihrer Konzeptstudie 918 Spyder endlich fertig sind, damit wir ran dürfen.

        Internes Memorandum FC Bayern München AG

        Von: Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge

        An: Sportdirektor Christian Nerlinger, Präsident McHoeness, den Kaiser und den General

        Dieser Fernsehkommentator, der da neuerdings beim BVB die Leibesübungen leitet, macht seinen Job offensichtlich ganz gut, ich habe ein wenig aus den Augen verloren, wo die in der Tabelle eigentlich stehen. Wenn er nicht immer so unrasiert wäre, hätte ich ihn schon lange als Trainer verpflichtet. Dann müssen wir eben mehr Spieler wildern bei den Konkurrenten. Macht bitte umgehend unsittliche Angebote an folgende Spieler: Mesut Özil, Edin Dzeko und Nuri Sahin. Bei diesem Hummels muss ja wohl nur die Option gezogen werden – dass der nichts davon wusste, überrascht mich nicht. Dass mit Manuel Neuer läuft ja schon, Christian, kauf die Spieler, notfalls soll Uli ein bisschen was von seiner Nürnburger-Tantieme rausrücken, Louis, du setzt sie dann bitte alle auf die Bank. Danke. Euer Kalle

        Ausschreibung Bundesfinanzministerium

        An: Bayerisches Hauptmünzamt, Berliner Münze, Hamburgische Münze, Staatliche Münzen Baden-Württemberg Prägestätten Karlsruhe und Stuttgart

        Datum: 01.04.2011

        Menge: 34.000.000.000 Stück

        Formate: Einheiten in 2, 5, 10 und 50 Pfennig, 2, 5 und 10 D-Mark

        Auslieferungsdatum: 01.01.2012, gegebenenfalls früher nach Währungsreform

        Anmerkungen: Keine Besonderheiten zur Herstellung, das Verfahren bleibt wie 1948 bis 2001 das gleiche. Sowohl Pfennige und D-Mark in der Einheit 1 fällt weg. Dafür kommt regulär ein 10-D-Mark-Stück hinzu. Entwurf folgt.

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