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Schadprogramme Gefahr für das Smartphone

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Apple-Nutzer sind vorerst sicher

Da Apple alle Apps, die in iTunes angeboten werden, intensiv überprüft, ist hier der Anteil an infizierter Software vergleichsweise gering. Quelle: dapd

Der Boom der Android-Schädlinge ist jedoch ungebrochen: Im Februar 2012 machten sie schon drei Viertel der Smartphone-Viren aus. Apple-Nutzer dürfen sich dagegen vergleichsweise sicher fühlen: Die Zahl der iPhone-Schädlinge lag bei gerade einmal 0,14 Prozent.

Hier zeigt sich der Vorteil an der rigiden Kontrolle, die Apple seinem System unterzieht. Denn bei der Schadsoftware handelt es sich in der Regel um Apps, die mit bösartigem Code infiziert sind. Doch während der iPhone-Hersteller alle Apps, die in seinem iTunes-Laden verfügbar sind intensiv prüft und beim Zeigen von blanken Busen oder anderen Verstößen gegen die Apple-Richtlinien ablehnt, ist der Android-Markt relativ offen. „Profis brauchen fünf Minuten, um eine App herunterzuladen, zu infizieren und leicht verändert wieder anzubieten“, erklärt Candid Wüst vom Sicherheitsanbieter Symantec. Nach seiner Schätzung ist eine von 10.000 Apps im Android Markt gefährlich. Die infizierten Programme werden inzwischen zwar vergleichsweise schnell entfernt, doch es bleibt immer ein Zeitfenster, indem Nutzer auf die Apps hereinfallen.

Bildergalerie: Wie Unternehmen ihre IT-Systeme schützen können

Wie Unternehmen ihre IT-Systeme schützen können
Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum im Gebäude des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik Quelle: REUTERS
Eine Viren-Warnung auf einem Computer-Bildschirm Quelle: dpa
Ein Mann ist via WLAN mit seinem Laptop im Internet Quelle: dpa
Kabel an einem Server Quelle: dpa
Ein E-Mail-Postfach Quelle: AP
Eine Frau vor einem Computer Quelle: REUTERS
Eine Hand hält einen USB-Stick Quelle: dpa

Tipps für Android-Nutzer

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Standort erkennen

    Trotzdem sollten Besitzer eines Android-Smartphones ihre Apps nur im offiziellen Marktplatz herunterladen – denn der Großteil der Schadprogramme wird auf anderen Seiten vertrieben. Um sich zu schützen sollte man sich die Apps vorher zudem genau ansehen: Wenn es ein populäres Spiel statt für 1,79€ mit leicht verändertem Namen kostenlos gibt, sollte man schauen ob er Hersteller auch identisch ist. Weitere Indizien sind das Datum, an dem eine App eingestellt wurde oder wie viele Nutzerkommentare und Downloads sie haben.

    Sonst kann es passieren, dass die App plötzlich unbemerkt teure SMS verschickt. „Das ist der Klassiker“, sagt Kaspersky-Spezialist Funk. Etwa 70 Prozent der Android-Schädlinge funktionieren nach diesem Prinzip. Wie lukrativ dieses Geschäft ist, zeigt auch eine der größten Festnahmen in diesem Bereich die erst kürzlich in Frankreich stattfand: Die zwei Betrüger hatten mit dem Versand kostenpflichtiger Nachrichten 100.000 Dollar erbeutet. Sie hatten etwa 2.000 Smartphones mit dem Foncy-Trojaner infiziert, der beispielsweise in einer gefälschten Version des Spiels „EA Sports Maddden NFL 2012“ steckt. Der Trojaner verschickte Premium-SMS die bis zu 4,50 Euro kosteten.

    Phising per QR-Code

    Inzwischen kommt es aber zu einer Diversifizierung und größeren Vielfalt der Schadprogramme. So versuchen andere infizierte Apps Login-Daten abzugreifen oder ermöglichen über eine Backdoor gar den Fernzugriff auf das Smartphone. „Die Evolution ist extrem schnell“, sagt Funk. „Jetzt geschieht in einem Jahr, was in der PC-Ära fünf Jahre gedauert hat.“

    Und so entdecken die Sicherheitsspezialisten immer neue Einfallstore. „Wir hatten jetzt auch schon Phising-Attacken mit QR-Codes“, sagt der Symantec-Experte Wüst. Die schwarz-weißen Pixelquadrate sind in der Werbung der letzte Schrei. Auf der CeBIT gibt es kaum einen Stand ohne, viele Unternehmen verteilen statt CDs oder USB-Sticks mit Informationsmaterial nur noch Flyer, auf die QR-Codes gedruckt sind. Diese kann man mit seinem Smartphone fotografieren und wird dann auf eine Website mit den gewünschten Informationen geleitet.

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