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SchuldenlastTelecom Italia streicht in der Umstrukturierung 9000 Stellen

Der ehemalige Staatskonzern gliedert Teile des Geschäfts in ein Unternehmen aus – und damit auch Schulden in Milliardenhöhe. Die Sparmaßnahmen: hart. 07.07.2022 - 14:19 Uhr

Telecom Italia will nicht nur 9000 Stellen streichen, sondern auch das Festnetzgeschäft ausgliedern.

Foto: Reuters

Die Neuausrichtung des Telekomkonzerns Telecom Italia wird mit einem umfangreichen Arbeitsplatzabbau einhergehen. Bis 2030 würden mindestens 9000 Stellen gestrichen, kündigte der frühere Staatsmonopolist am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Zukunftspläne an. Derzeit arbeiten dort 41.000 Menschen. Aktuell kämpft Telecom Italia mit starker Konkurrenz auf dem Heimatmarkt und einem Schuldenberg von rund 23 Milliarden Euro.

Der italienische Konzern präsentierte seine Strategie für einen tiefgreifenden Umbau. Den Plänen zufolge will Telecom Italia zunächst das Festnetzgeschäft und die Tiefseekabel-Sparte Sparkle in ein separates Unternehmen mit dem Namen NetCo ausgliedern.

Konzern will eine Milliarde Euro sparen

Die neue Firma soll rund elf Milliarden Euro der Unternehmensschulden übernehmen. Diese könnten laut Telecom Italia dann weiter unter anderem durch den Verkauf von Minderheitsanteilen reduziert werden. Der Konzern hat sich früheren Angaben zufolge zum Ziel gesetzt, bis 2024 eine Milliarde Euro einzusparen.

Zugleich will Telecom Italia die Fusion des Festnetzgeschäfts mit dem staatlich kontrollierten Wettbewerber Open Fiber vorantreiben. Das sei weiterhin die bevorzugte Option, allerdings nur zu „attraktiven Konditionen“, hieß es in einer Präsentation. Vor allem Telecom-Italia-Großaktionär Vivendi will keine Zugeständnisse beim Preis machen. Zum im Konzern verbleibenden Dienstgeschäft soll weiterhin die brasilianische Tochter TIM Brasil gehören. Zudem soll sich eine Sparte um Firmenkunden kümmern und wie die Telekom-Tochter T-Systems auch Cloud- und Cybersicherheitsangebote machen.

Am Aktienmarkt kamen die Pläne zunächst gut an. Die Telekom-Italia-Aktie legte im frühen Handel im fast drei Prozent zu, büßte die Gewinne später aber wieder ein und notierte gegen Mittag nahezu unverändert bei 0,25 Euro.

Mehr: Warum die Deutsche Telekom bis heute an IT-Experten aus Russland hängt

rtr
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