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Schutz-App fürs Smartphone Lookout ist ein gigantisches Frühwarnsystem

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"Deutschland ist einer unserer Top-Märkte"

Trotzdem muss Hering noch beweisen, dass er in der ersten Liga mitspielen kann. Unbestritten boomt der Markt für mobile Sicherheit. Aber auch etablierte Anbieter wie Kaspersky Lab, Trend Micro oder Symantec steigen ins Geschäft ein.

Analysten wie John Pescatore vom Beratungshaus Gartner sind skeptisch, ob sich der Markt für Smartphone- und Tablet-Sicherheit abgrenzen lässt wie der für PC-Virenschutz. Denn Apple und Google haben bei ihren mobilen Betriebssystemen mehr Möglichkeiten zur Gegenwehr. Sie prüfen Apps auf Schadsoftware, bevor sie die Programme in ihren iTunes- respektive Play-Store aufnehmen. Beide können im Notfall Programme auch aus der Ferne löschen.

Die dümmsten Passwörter der Welt
"Dadada"Nein, die Rede ist hier nicht von dem Neue-Deutsche-Welle-Song von Trio, sondern dem Passwort des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg in Netzwerken wie Twitter, LinkedIn und Pinterest - zumindest wenn man den Hackern Glauben schenkt, die im Anfang Juni 2016 mehrere seiner Profile gehackt haben. Beim Foto-Dienst Pinterest gelang es den Hackern mithilfe des Passworts, das sie nach eigener Auskunft in den gestohlenen des Karriere-Netzwerks LinkedIn gefunden haben, den Profiltext für kurze Zeit durch den Text „gehackt vom OurMine Team“ zu ersetzen. Bei Twitter gab es eine verdächtige Aktivität auf Zuckerbergs Account mit dem Namen „@finkd“, in dem er seit Januar 2012 nichts mehr veröffentlicht hatte. Und bei Pinterest wurde das angebliche Passwort sogar öffentlich gemacht: "dadada". Damit wählte der Facebook-Entwickler scheinbar nicht nur ein ziemlich simples Passwort (übrigens nicht besser als "12345" oder "password"), sondern benutzte das Passwort gleich für mehrere Profile - ebenfalls absolute No-Gos, die aber immer wieder vorkommen, wie die folgenden Beispiele zeigen. Quelle: Screenshot
Simple Zahlen- oder BuchstabenfolgenSicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben 2015 fast 35 Millionen geraubte Identitätsdaten aufgespürt. Wie die Potsdamer Sicherheitsforscher anhand der gesammelten Daten analysierten, stehen bei den Internetnutzern in aller Welt immer noch Zahlenreihen oder Zeichenfolgen auf der Tastatur (z.B. qwerty auf der amerikanischen Tastatur) an der Spitze der Beliebtheitsskala bei Passwörtern. Gern werden auch Vornamen oder andere simple Begriffe verwendet, etwa das Wort "password". "Unangefochten weltweit auf Platz 1 liegt leider nach wie vor die Zahlenreihe 123456, obwohl automatische Cracker solche simplen Passwörter als erstes und blitzschnell ermitteln", sagte HPI-Direktor Christoph Meinel. Dass Passwörter dieser Art überhaupt nicht sicher sind, ändert nichts an ihrer Beliebtheit: Schon 2014 wurden mehr als 3,3 Millionen Passwörter geknackt, auf dem ersten Platz landet auch da schon "123456". Auch wenn die Länge variiert wird, hilft das nicht: Auf dem dritten und vierten Platz finden sich "12345" und "12345678". "123456789" landet auf Rang sechs, gefolgt von "1234" auf Platz sieben. Auf Rang elf liegt "1234567". Nachfolgend ein Überblick der meistgeknackten Passwörter 2014: Quelle: dpa
Passwort: "Password"Wer sich für ganz schlau hält und einfach "password" als Zugangscode verwendet sei hiermit gewarnt: Die vermeintlich simple und sichere Lösung liegt auf Rang zwei der meistgeknackten Passwörter. Quelle: dpa
FantasiewörterSie denken sich, kein Mensch weiß was "qwerty" ist? Falsch gedacht. Die Buchstabenfolge, die auf einer amerikanischen Tastatur nebeneinander liegt, landet auf Platz fünf. Auf deutschen Tastaturen wäre es übrigens "qwertz". Quelle: REUTERS
Das sportliche PasswortSport-Fans müssen sich etwas besseres einfallen lassen, als nur den Namen ihrer Lieblingssportart: Auf Platz acht der meistgeknackten Passwörter landet "baseball". Quelle: AP
Mystische GestaltenAuch Drachen-Fans gibt es einfach zu viele. Das Passwort "dragon" ist jedenfalls alles andere als originell. Es findet sich auf Rang neun. Quelle: REUTERS
Sport, die zweiteAnhänger des Football sind auch nicht besser dran als Baseball-Freunde: Das Passwort "football" findet sich auf Rang zehn der gehackten Zugangsdaten. Quelle: AP

Zumindest für Googles Android gibt es aber dennoch massenhaft bösartige Apps. Und Lookout schafft es immer wieder als einer der Ersten, Kunden vor Angriffen zu schützen. Hering ist überzeugt, dass es darum geht, Attacken abzuwehren, bevor sie Erfolg haben. Heute stopfen Softwarehäuser Lücken oft erst, nachdem Hacker sie missbraucht haben.

Jeder Nutzer ist ein Frühwarn-Sensor

Der größte Schatz von Lookout sind seine Nutzer. Jeder ist eine Art Sensor. Beginnt ein Smartphone kritische Informationen zu übermitteln, erkennt es die Lookout-App. Das ermöglicht es den Experten früh, den Vorgang mit anderen Angriffen zu vergleichen – und notfalls Alarm zu schlagen.

„Niemand hat ein so großes Netz für mobile Geräte wie Lookout“, sagt Tyler Shields von der Beratung Forrester Research. Und Telekom-Chef Höttges lobt: „Lookout hat nicht einfach nur einen bestehenden PC-Viren-Schutz fürs Smartphone adaptiert.“

In Arbeit
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Damit der Traum vom nächsten Symantec wahr wird, hat Hering den Posten als Firmenchef an Jim Dolce übergeben. Der war früher Top-Manager von Netzwerkausrüstern und -betreibern wie Juniper Networks und Akamai „und hat die Erfahrung im Großkundengeschäft, die mir als Start-up-Gründer fehlt“, sagt Hering. Er leitet nun den Verwaltungsrat, arbeitet an Langfriststrategien und wirbt um Partner. Mitgründer Mahaffey gibt den Technikchef, Burgess dient als Chief Information Officer.

Dass die Gründer möglichst lange aktiv sind, ist Hering wichtig, weil sie eine andere Mentalität hätten als angeheuerte Manager. Er selbst berät als Mentor andere Start-ups – und pflegt seine deutschen Wurzeln bei Besuchen in München und Berlin. Da sich seine Eltern früh haben scheiden lassen, wuchs er bei seiner Mutter, einer britischen Designerin, in Kalifornien auf – und hat kein Deutsch gelernt.

Heute bedauert er das. „Deutschland ist einer unserer Top-Märkte“, sagt er. „Den Menschen dort sind Privatsphäre und Sicherheit wichtig. Die müssen wir nicht lange von unserem Nutzen überzeugen."

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