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SED, OLED, Laser Die Technologien der Zukunft

SED, OLED und Laser-Technik - auf diesen drei Technologien lastet Hoffnung der Unterhaltungselektronikbranche für die Zukunft. wiwo.de erklärt, was sich hinter den Begriffen verbirgt.

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Canon-Chef Fujio Mitarai (l.) Quelle: REUTERS

SED: In seinen Grundzügen entspricht das Surface-conduction Electron-emitter Display (SED) der herkömmlichen Kathodenstrahlröhre. Statt eines Elektronen-Emitters für den gesamten Bildschirm gibt es jedoch für jeden Subpixel – also für jeden roten, grünen und blauen Punkt – eine eigene Strahlungsquelle. Dadurch entfällt die platzraubende Ablenkung der Elektronen und das Gerät kann als Flachbildschirm an der Wand montiert werden.

Da der Elektronenstrahl für das Aufleuchten der Pixel sorgt, entfällt zudem die beim LCD-Display erforderliche Hintergrundbeleuchtung. Dadurch sinkt der Stromverbrauch um etwa 50 Prozent. Ebenso wird der Kontrast stärker, weil zur Darstellung der Farbe schwarz einfach der Elektronenstrahl abgeschaltet werden kann.

Bei der Reaktionszeit liegen die SED-Fernseher gleichauf mit dem klassischen Röhrenfernseher und unterbieten damit die LCD-Technik deutlich. Damit vereint die Technologie die Vorzüge des Röhrengerätes mit denen des LCD-TV. Negativ fällt ins Gewicht, dass ein SED-Bildschirm wie alte Fernseher auch Röntgenstrahlung produziert, die abgeschirmt werden muss. Ferner können bei Ausfall einzelner Elektronenquellen Pixelfehler auftreten.

Ursprünglich von Canon und Toshiba im Joint-Venture entwickelt, steht der japanische Optikkonzern seit dem Frühjahr alleine da. Wann die ersten SED-Geräte vermarktet werden steht nicht zuletzt deshalb in den Sternen.

Sonys tragbarer Musik-Player Quelle: REUTERS

OLED: Die Organic Light Emitting Diode (OLED) besteht aus einer Schicht halbleitenden Kunststoffes zwischen Kathode und Anonde. Wenn positive und negative Ladungen an der trennenden Barriere zusammentreffen tritt Licht in der Farbe des Kunststoff-Inlays aus. Anders als herkömmliche Leuchtdioden (LEDs) arbeiten die neuartigen Bauteile mit organischen, also kohlenstoffhaltigen Stoffen.

Die Produktion der OLEDs ist sehr preiswert und die flexibel. So können die Bauteile auch auf Folie gedruckt werden und damit als elektronisches Papier, Bildschirm-Tapete oder in die Kleidung integriertes Display fungieren. In Fernsehern eingesetzt ergeben je eine blaue, grüne und rote Diode zusammen ein Pixel. Je nach Leuchtintensität der Bauteile können alle Farben des sichtbaren Spektrums gemischt werden. Auch diese Technologie kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus und spart so Energie bei gleichzeitiger Maximierung des Kontrasts.

Die OLED-Displays sind deutlich dünner als ein Zentimeter und im Farbwechsel 2000-fach schneller als ein LCD-Display. Hauptproblem der neuen Technik ist die begrenzte Lebensdauer der OLEDs: Für die besonders anfälligen blauen Dioden wird die Halbierung der Leuchtkraft nach 17 Jahren Dauerbetrieb vorhergesagt.

Seit Dezember 2007 verkauft Sony erste OLED-Fernseher in Japan, für die kommenden zwölf Monate wird mit der Markteinführung in Deutschland gerechnet. Andere Firmen könnten folgen.

Beim Laser-Fernseher wird das Quelle: AP

Laser: Anders als SED- und OLED-Technik basiert der Laser-Fernseher auf dem Prinzip der Rückprojektion: Das Bild wird von drei Laserstrahlen in den Grundfarben von hinten auf die Mattscheibe gezeichnet. Dabei zielen die Laser auf einen Kristall, der die Strahlung bricht und auf einem Chip montierte Spiegel umlenkt. Diese schicken das Licht weiter durch eine Projektionslinse auf die Plastikscheibe des Bildschirms, wo sich pixelgenau das Fernsehbild abzeichnet.

Trotz der aufwändigen Bauweise sollen die Geräte ähnlich flach sein wie herkömmliche LCD-Fernseher. Die Vorteile des Laser-TV liegen in seiner Farbtiefe: Bis zu 90 Prozent der vom Menschen wahrnehmbaren Farben können dargestellt werden, während sich gängige Technologien mit weniger als 50 Prozent des Spektrums begnügen.

Schon vor rund 15 Jahren wurde die Technologie ein erstes Mal öffentlich vorgeführt: Die deutsche Firma Schneider präsentierte einen Prototypen auf der Internationalen Funkausstellung. Nun hat Mitsubishi die Technologie zur Serienreife gebracht. Noch im Herbst will der Technologieführer erste Geräte auf dem US-amerikanischen Markt verkaufen.

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