Smartphone als Geldbörse Was man zum Bezahlen mit dem Handy wissen muss

Das Bezahlen per Handy soll endlich die Massen erobern, Mastercard, Paypal oder Google wetteifern um die Kunden. Um vorne mit dabei zu sein tut sich nun die Telekom mit Mastercard zusammen und präsentiert ein Provisorium.

Bezahlen per Smartphone: Die NFC-Chips können kontaktlos aus einer Entfernung von bis zu vier Zentimetern ausgelesen werden. Quelle: dapd

Den Traum vom Handy als Geldbörse gibt es schon lange. „Wir reden jetzt seit rund zehn Jahren über das mobile Bezahlen mit dem Handy“, sagt Telekom-Manager Thomas Kiessling. Um diese Idee nun endlich mehr Menschen zugänglich zu machen, hat sich die Deutsche Telekom mit Mastercard zusammengetan. In Berlin präsentierten sie am Montag ihre Kooperation und verkündeten euphorisch: „MasterCard und Deutsche Telekom machen Bargeld überflüssig“.

Doch noch sieht die Zukunft des Bezahlens ganz schön provisorisch aus: Wer mit seinem Handy bezahlen möchte, muss sich dazu einen kleinen Chip auf sein Telefon kleben. Ab Jahresende will die Telekom diese für ihre Kunden verfügbar machen, dazu gibt es eine klassische Mastercard. Ab 2013 soll die Technik dann auch in Smartphones integriert werden und weitere Funktionen ermöglichen.

Ein Provisorium zum Aufkleben hatten in der vorigen Woche auch die Targobank, E-Plus und Mastercard vorgestellt, das bereits im Spätsommer starten soll. Auch andere Unternehmen bieten neue Bezahlverfahren an – die wichtigsten Fragen dazu im Überblick. 

Wie funktioniert die neue Technik?

Genutzt wird die Nahfunk-Technologie NFC (Near Field Communication). Die NFC-Chips können kontaktlos aus einer Entfernung von bis zu vier Zentimetern ausgelesen werden. Bei den nun von Mastercard, Telekom und Targobank vorgestellten Varianten können Beträge bis zu einer Höhe von 25 Euro abgebucht werden. Erst bei höheren Summen muss zusätzlich ein PIN-Code eingegeben werden.

Das Geld wird wie bei einer klassischen Plastik-Kreditkarte von einem Konto abgebucht, der Kunde wird per SMS über jeden Bezahlvorgang informiert.

Die besten Shopping-Apps
Die besten Apps zum EinkaufenAmazon MobileDie App des US-Versandhändlers beeindruckt mit ihrer visuellen Produktsuche „Memo“ : Fotografiert der Nutzer ein beliebiges Produkt, erscheint kurz darauf der Link zur passenden Amazon-Seite. Bilderkennung und fleißige Mitarbeiter machen es möglich. Quelle: Screenshot
BarcooWer per Handykamera den Barcode auf einer Verpackung scannt, dem verrät die App Barcoo des Berliner Software-Anbieters checkitmobile unter anderem, wie viel das Produkt in anderen Läden kostet, welche Nährwerte es hat oder ob es Laktose enthält. Quelle: Screenshot
CoupiesWas früher das Gutscheinheft war, ist heute Coupies: Die App des gleichnamigen Kölner Startups zeigt Rabatte von Läden in der Umgebung an – zwei Mittagessen zum Preis von einem etwa oder Prozente beim Einkauf im Geschäft um die Ecke. Quelle: Screenshot
FastmallDas US-Startup FastMall hat Einkaufszentren in 31 Ländern kartiert. Besucher können sich per App wie mit einem Navi zum Shop ihrer Wahl führen lassen. Auch aktuelle Angebote von Geschäften blendet das Programm auf der Karte ein. Quelle: Screenshot
GrouponDas US-Werbeunternehmen Groupon vermittelt Rabatte in Geschäften, Online-Shops oder Restaurants, die nur dann zustande kommen, wenn sich genügend Interessenten finden. Mit der App können Nutzer per Mobiltelefon Angebote in der Nähe suchen, sie einkaufen und die Gutscheine vor Ort einlösen. Quelle: Screenshot
OdifyIm Restaurant nicht mehr auf den Kellner warten, sondern gleich per Smartphone bestellen: Das soll bald mit der App Ordify des Göttinger Startups Orderpass möglich sein. Darin können Restaurants ihre Speisekarten digital anbieten. Bestellt ein Kunde ein Menü, dann geht die Order auf direktem Weg in die Küche. Quelle: Screenshot
RepositoMit der App des Karlsruher Startups Reposito lassen sich Kassenzettel abfotografieren und in einem Online-Archiv als rechtsgültige Kopie für den Garantiefall aufbewahren. Per E-Mail erinnert die App automatisch an ablaufende Garantie- und Gewährleistungsfristen. Die App meldet sich auch, wenn ein Produkt aus dem Kassenzettelarchiv über das EU-Schnellwarnsystem Rapex zurückgerufen wird. Quelle: Screenshot

Was ist der Vorteil?  

Kunden sollen damit auch kleinere Summen bezahlen können, ohne nach Kleingeld zu kramen. Das könnte auch die Länge der Schlangen an der Kasse verringern, denn das Bezahlen dauert nur halb so lange wie mit Bargeld. Im Vergleich zu herkömmlichen EC-Karten sollen die neuen Systeme immer noch 25 Prozent schneller sein.

Neben dem Bezahlen an der Kasse sollen auch verschiedene andere Bezahlvorgänge vereinfacht werden. So hat die Telekom für das erste Halbjahr 2013 in Deutschland erste Produkte auf Basis einer elektronischen Geldbörse namens „Wallet“ angekündigt. Damit sollen Nutzer dann beispielsweise auch Bahntickets und Konzertkarten kaufen, oder Rabatte einlösen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%