Social Media Falsche Datenschutzmeldung grassiert auf Facebook

Eine Falschmeldung zum Datenschutz bei Facebook sorgt derzeit für Wirbel. Weit über 60.000 User (Stand 14 Uhr, 12. November) haben inzwischen einen Schriftzug geteilt, der das Zuckerberg-Unternehmen dazu auffordert, die eigenen Texte und Fotos sowie sämtliche persönlichen Daten nicht kommerziell zu nutzen.

Die Geschichte von Facebook
April 2013Mark Zuckerberg stellt die neue Funktion Facebook Home vor. Die Software ist für Android verfügbar und legt sich wie ein Filter zwischen das Google-Betriebssystem und den Desktop. Mit der Installation wird der Facebook-Newsfeed zur ersten Benutzeroberfläche. Ein Angriff auf Google. Quelle: AP
Januar 2013Mark Zuckerberg stellt im Rahmen einer Pressekonferenz das neue Tool "Graph Search" vor. Damit steigt Facebook stärker in die Suche ein. Zuckerberg sieht das Produkt neben "Newsfeed“ (Aktivitäten von Freunden und Bekannten) und "Timeline“ (die eigenen Aktivitäten) als dritten großen Eckpfeiler seines Unternehmens. Mehr zum Thema Quelle: REUTERS
30. Januar 2012Facebook wächst weiter und auch die mobile Werbung nimmt Fahrt auf. Doch die Margen schrumpfen, unter dem Strich bleibt weniger übrig. Die Kosten steigen und es wird massiv investiert. Die Börse reagiert mit Verunsicherung. Das Umsatzwachstum im Weihnachtsquartal von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,58 Milliarden Dollar übertraf sogar die Analystenschätzungen von im Schnitt 1,53 Milliarden Dollar. Doch dem weltgrößten Social Network laufen die Kosten davon. Der Nettogewinn des Unternehmens aus dem kalifornischen Menlo Park fiel im Jahresvergleich um dramatische 79 Prozent auf nur noch 64 Millionen Dollar. Nachbörslich verlor die Aktie in der Spitze bis zu zehn Prozent, erholte sich später aber wieder leicht. Weitere Informationen. Quelle: REUTERS
24. September 2012: Schwarzer Börsen-TagDie Facebook-Aktie hat einen ihrer schwärzesten Tage seit dem Börsengang im Mai erlebt. Sie verlor bis zum Börsenschluss in New York mehr als 9 Prozent auf 20,79 Dollar. Grund für den Einbruch waren erneut hochgekochte Zweifel daran, dass das Soziale Netzwerk seine überlebenswichtigen Werbeeinnahmen wie erhofft steigern kann. Quelle: dpa
18. Mai 2012Facebook geht erstmalig an die Börse und muss schon wenige Tage später eine Schlappe einstecken. Die Aktie fiel auf 13,1 Prozent. Quelle: dapd
Mann sitzt vor einem Skype-Bildschirm
Facebook-Fanpage der Queen Quelle: rtr
Juli 2010
August 2009
April 2009
Januar 2008
Mai 2007
September 2006
Herbst 2005
Herbst 2004
Juni 2004
Februar 2004

Als Anlass wird eine Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen genannt. Das Kuriose daran: Facebook hat die AGBs aktuell gar nicht geändert. Derartige Falschmeldungen beim weltweit größten Sozialen Netzwerk (über eine Milliarde Nutzer) sind nicht neu. Sogenannte „Hoax“ haben sich schon früher verbreitet. So grassierte erst im Oktober eine Meldung, dass die Fastfood-Kette McDonalds bei 500.000 „Gefällt mir“-Klicks einen Lieferdienst gründen wolle. Am Ende stellte sich heraus, dass auch diese Umfrage gefälscht war.

Wie bei den vorangegangenen, geht auch die aktuelle Falschmeldung dank klassischem Schneeballsystem gerade rasant um. Im genauen Wortlaut fordern die User: "Aufgrund der neuen AGB's in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner schriftlichen Zustimmung."

Merkregeln für sichere Passwörter

Allein die formelle Formulierung scheint die Facebook-Nutzer zum „teilen“ der Botschaft zu animieren, ohne darüber nachzudenken, was da eigentlich gepostet wird. Einen aktuellen Anlass gibt es nicht. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden zuletzt am 8. Juni geändert. Damals wurden die Datenverwendungsrichtlinien und auch die Erklärung der Rechte und Pflichten angepasst. Verschiedene Blogs weisen aktuell darauf hin, wie unsinnig das verbreiten der Statusmeldung aktuell ist. Und auch bei Facebook weist die Gruppe „Zuerst denken – dann klicken!" auf aktuelle Fakemeldungen hin.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Und selbst wenn es einen Anlass gäbe, wäre diese Meldung ohne Wirkung: Wer einen Vertrag mit Facebook abschließt, kann sich davon nicht mit einem Post in der Timeline lösen. Positiv an der Weiterverbreitung ist lediglich, dass der Post die User daran erinnert, dass alle geposteten Nachrichten, publizierten Fotos und Statusmeldungen von Facebook zu Geschäftszwecken genutzt werden können. Über 60.000 besorgte User sind zumindest ein Zeichen an den Konzern.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%