WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Social-Network-Strategie Mark Zuckerberg wickelt Nutzer um den Finger

Seite 2/3

Akquisen und Umsatzsteigerungen

Der Aufstieg von Facebook
Februar 2004
Juni 2004
Herbst 2004
Herbst 2005
September 2006
Mai 2007
Januar 2008

Facebook hingegen zieht Kapital aus seiner Größe – und investiert geschickt. Seit der Mega-Akquise des Fotodienstes Instagram für eine Milliarde Dollar im April 2012 hat Zuckerberg Facebook weiter ausgebaut. Weitere 19 Milliarden steckte Facebook im Februar 2014 in den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ein Mega-Coup für die Reichweite. 500 Millionen Menschen nutzen das wegen Datenschutzmängeln regelmäßig in der Kritik stehende Portal. Laut WhatsApp selbst werden zudem mehr als 700 Millionen Fotos und 100 Millionen Videos am Tag verschickt. Alleine in Deutschland nutzten im März etwa 31 Millionen Menschen den Dienst.

Aktuell will Mark Zuckerberg auch Fitness-Fans stärker an sein Netzwerk binden. Unternehmen wie Nike und Fitbit haben gezeigt, wie groß die Nachfrage nach Bewegungstrackern ist. Entsprechend hat Zuckerberg nun eine eigene Fitness-App namens Moves gekauft. Dahinter steht die finnische Entwicklerfirma ProtoGeo. Der Preis für die Akquise wurde bislang nicht bekannt gegeben. Allzu hoch dürfte er aber nicht sein, denn die Funktionen der iOS- und Android-App klingen alles andere als spektakulär: Nutzer können ihre zurückgelegten Laufstrecken aufzeichnen und unter anderem die verbrauchten Kalorien berechnen.

Erst werbefrei, dann Umsatzbringer?

Sowohl WhatsApp als auch Moves will Facebook zunächst als eigenständige Anwendungen weiterlaufen lassen – und das vorerst angeblich auch werbefrei. Der Schachzug verwundert kaum. Zuckerberg hat am Beispiel seines Netzwerkes gesehen, wie sinnvoll es ist, einen Auftritt möglichst lange werbefrei zu halten. Auch bei Facebook wurden Werbemodule erst nach Jahren am Markt eingeführt – und das anfangs auch nur als eine Alternative zum Draufklicken am rechten Seitenrand. Aus Angst, Nutzer zu verlieren, hätte der Facebook-Chef niemals sofort die eigene Nachrichtenseite mit Reklame überschüttet.

Die Fitness-Trainer am Handgelenk
Samsung Gear Fit (Preis: ca. 200 Euro)Ein Display, das sich dem Handgelenk anschmiegt: Unter den Wearables, also der Technik zum Anziehen, bietet Samsung auf dem Gear Fit das weltweit erste gewölbte Display. Darauf haben Sportler auch beim Jogging Termine, E-Mails und persönliche Nachrichten stets im Blick. Somit geht Samsung über reine Fitness-Tracker-Funktionen hinaus und hat ein Gadget auf Smartwatch-Niveau herausgebracht. Wichtiger für den Sport ist jedoch der eingebaute Pulssensor, dank dem das Armband stets die Fitnesswerte des Trägers anzeigt. Quelle: Samsung
LG Lifeband Touch (noch nicht erschienen)Ebenfalls aus Südkorea, ebenfalls ein Fitness-Tracker mit Smartwatch-Funktionalität: LG hatte zum Jahresanfang sein Lifeband Touch vorgestellt. Auf dem Display können Sportler Nachrichten lesen, Anrufe annehmen und den Musik-Player ihres Smartphones steuern. Die dazugehörigen „Heart Rate“-Kopfhörer sollen die Herzfrequenz anhand des Blutflusses in den Ohren erfassen können. Quelle: LG
TomTom Runner Cardio GPS (Preis: ca. 270 Euro)Mit der im April vorgestellten TomTom Runner Cardio GPS können Sportler darauf verzichten, ihre Herzfrequenz mit einem Brustgurt zu messen – das übernimmt die Sportuhr. Der Herzfrequenzmesser erfasst mit LED-Sensoren den Blutfluss. Nutzer können aus fünf Sportprogrammen auswählen und diese Intensitätsstufen nach ihren persönlichen Bedürfnissen anpassen. Quelle: Screenshot TomTom
Razer Nabu (noch nicht erschienen)Nachdem sich Razer bisher einen Namen mit Mäusen und Tastaturen gemacht hat, wagt sich der Gaming-Zubehör-Hersteller nun auf den Markt der Fitness-Tracker mit Smartwatch-Eigenschaften. Das Razer Nabu besitzt zwei Displays: Einen öffentlichen Bildschirm an der Oberseite des Handgelenks und einen privaten an dessen Unterseite. Das öffentliche Display zeigt lediglich die Tatsache an, dass eine Nachricht eingegangen ist oder eine bestimmte sportliche Leistung erbracht wurde. Damit nicht gleich jeder den Inhalt mitbekommt, muss der Träger sein Handgelenk umdrehen, um auf seinem privaten Bildschirm genaueres zu erfahren. Quelle: Razer
Jawbone Up24 (Preis: ca. 150 Euro)Seit Ende März ist das Up24 von Jawbone nun auch in Deutschland erhältlich. Das US-Hersteller konzentriert sich bei seinem Gadget auf die Fitness-Funktionen: Der Schrittzähler errechnet verbrauchte Kalorien, analysiert Schlafphasen und weckt den Nutzer bei Bedarf mit einem stillen Alarm. Quelle: Jawbone
Fitbit Flex (Preis: ca. 100 Euro)Das Armband Fitbit Flex verzichtet auf einen LED-Bildschirm und setzt stattdessen auf Lämpchen, die den Fortschritt zum Trainingsziel anzeigen. Das Gerät zeichnet Schritte, zurückgelegte Strecke, verbrannte Kalorien und den Schlafrhythmus auf – und weckt den Träger morgens geräuschlos. Steuern lässt sich das Band per Smartphone oder Laptop. Quelle: Fitbit
Bowflex Boost (Preis: ca. 50 Euro)Das US-Fitnessunternehmen Bowflex bietet sozusagen eine Ampel fürs Training. Erst, wenn das Tagesziel erreicht wurde wechselt die Anzeige von rot zu grün. Quelle: Screenshot Bowflex

Erst nach und nach hat er seine Strategie, Werbekunden einzubinden, weiter ausgerollt. Zuckerbergs Rezept: Erst wenn sich der Nutzer von seinem Netzwerk abhängig gemacht hat, führt er mögliche „Störelemente“ wie Werbebanner ein. Inzwischen werden auch Werbelinks nach Schlagworten innerhalb der Timeline angezeigt - und die Nutzer bleiben.

Dass auch die Zukäufe irgendwann eine Plattform für Reklame sein werden, steht außer Frage. Denn je mehr Dienste mit großer Reichweite das Unternehmen hält, desto mehr Geld kommt in die Kasse.

Entsprechend zerlegt Facebook sogar das eigene Portal in Unterangebote. So können künftig über die mobile App keine Nachrichten mehr verschickt werden. Dazu müssen Nutzer den dazugehörigen Facebook-Messenger installieren. Der bleibt ebenfalls werbefrei – vorerst. Andere Unterseiten für Fotos oder Gruppen sind denkbar.

Ganz neu hat das soziale Netzwerk die Zielgruppe der Journalisten für sich entdeckt. Ab sofort will das Portal stärker zur Nachrichtenquelle – und damit zur direkten Konkurrenz von Twitter – werden. Auf der neuen Seite „FBNewswie“ sollen spannende Inhalte aus dem Online-Netzwerk herausgefiltert werden. Vor allem soll es um Fotos, Videos oder Kurzmitteilungen aus dem dem Mittelpunkt von Protesten, Wahlen oder Sportereignissen gehen, erklärte Facebook bereits am späten Donnerstag. Dabei arbeitet Facebook mit dem Dienst Storyful zusammen, der sich auf das Aufspüren und Bestätigen von News in sozialen Netzwerken spezialisiert hat.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%