Sony Pictures USA vermuten Nordkorea hinter Hackeraffäre

Die Hackerattacke auf Sony im November zieht Kreise. Hacker drohen Kinos für den Fall, dass sie den Film „The Interview“ zeigen sollten - und Sony zieht Konsequenzen. Die USA vermuten, dass Nordkorea dahinter steckt.

Ein Werbeplakat des umstrittenen Films „The Interview“. Quelle: AP

Nach Terror-Drohungen gegen Vorführungen des umstrittenen Films „The Interview“ hat das Filmstudio Sony Pictures den Kinostart der Komödie abgesagt. „Angesichts der Entscheidung einer Mehrheit unserer Kinobetreiber, den Film „The Interview“ nicht zu zeigen, haben wir beschlossen, den für den 25. Dezember geplanten Kinostart abzusagen“, zitierten zahlreiche US-Medien am Mittwochabend (Ortszeit) aus einer Mitteilung des Filmstudios. US-Behörden vermuten hinter der Cyberattacke Hacker im Auftrag Nordkoreas.

Man sei von offizieller Seite in Washington zu dem Schluss gekommen, dass Nordkorea bei dem Eindringen in Rechnern von Sony Pictures „eine zentrale Rolle gespielt“ habe, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter. Ermittler seien sich „zu 99 Prozent sicher“, dass die Hacker im Auftrag der nordkoreanischen Regierung gearbeitet hätten, berichtete auch die „Washington Post“.

Die größten Hacker-Angriffe aller Zeiten
Telekom-Router gehackt Quelle: REUTERS
Yahoos Hackerangriff Quelle: dpa
Ashley Madison Quelle: AP
Ebay Quelle: AP
Mega-Hackerangriff auf JPMorganDie US-Großbank JPMorgan meldete im Oktober 2014, sie sei Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden. Rund 76 Millionen Haushalte und sieben Millionen Unternehmen seien betroffen, teilte das Geldhaus mit. Demnach wurden Kundendaten wie Namen, Adressen, Telefonnummern und Email-Adressen von den Servern des Kreditinstituts entwendet. Doch gebe es keine Hinweise auf einen Diebstahl von Kontonummern, Geburtsdaten, Passwörtern oder Sozialversicherungsnummern. Zudem liege im Zusammenhang mit dem Leck kein ungewöhnlicher Kundenbetrug vor. In Zusammenarbeit mit der Polizei gehe die Bank dem Fall nach. Ins Visier wurden laut dem Finanzinstitut nur Nutzer der Webseiten Chase.com und JPMorganOnline sowie der Anwendungen ChaseMobile und JPMorgan Mobile genommen. Entdeckt wurde die Cyberattacke Mitte August, sagte die Sprecherin von JPMorgan, Patricia Wexler. Dabei stellte sich heraus, dass die Sicherheitslücken schon seit Juni bestünden. Inzwischen seien die Zugriffswege jedoch identifiziert und geschlossen worden. Gefährdete Konten seien zudem deaktiviert und die Passwörter aller IT-Techniker geändert worden, versicherte Wexler. Ob JPMorgan weiß, wer hinter dem Hackerangriff steckt, wollte sie nicht sagen. Quelle: REUTERS
Angriff auf Apple und Facebook Quelle: dapd
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iOS-Kundendaten geklaut Quelle: dpa
Hacker mit Staatsauftrag Quelle: dpa
Hacker Quelle: dpa
Der Sony-Hack Quelle: dpa
Mastercard und Visa Quelle: dpa
Estlands Computer außer Gefecht Quelle: dpa
ILOVEYOU-Virus Quelle: REUTERS
Der berühmteste Hacker des 20. Jahrhunderts Quelle: dpa

Die Regierung sei sich noch nicht über eine Reaktion auf den mutmaßlichen „Cyber-Terrorangriff“ einig, so die „New York Times“. Eine offizielle Erklärung der Behörden wurde für Donnerstag erwartet. Die Regierung wäge eine Reihe von Optionen ab, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meehan, der Zeitung.

US-Präsident Barack Obama empfahl den Amerikanern, trotz aller Drohungen „ohne Angst ins Kino“ zu gehen. Vorerst seien die Drohungen nicht glaubwürdig, deutete er am Abend in einem Interview von „ABC News“ an.

„Wir respektieren und verstehen die Entscheidung unserer Partner und teilen natürlich auch ihr vorrangiges Interesse an der Sicherheit ihrer Angestellten und Kinobesucher“, begründete Sony die Entscheidung zum Rückzug des Films aus den Kinos. Zudem habe sich Sony auch gegen jede andere Form der Veröffentlichung des Films entschieden, sei es als Video auf privaten Kabelkanälen oder auf DVD, zitierte das Magazin „Variety“ eine Sony-Sprecherin.

Neue Spiele für die PS4
Besitzer der Playstation 4 (PS4) können mit vielen neuen Titeln rechnen, die es nur auf der Sony-Konsole geben wird. Außerdem kündigte Sony auf der Spielemesse Gamescom Titel an, die sich durch exklusive Inhalte für die PS4 von den Ausgaben für andere Plattformen abheben sollen. Neben den Top-Titeln der kommenden Monate wie dem Multiplayer-Rennspiel Driveclub... Quelle: dpa
...dem Shooter The Order 1886 ... Quelle: dpa
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Aber nicht nur die großen Titel, vor allem die kleineren Entwickler und ungewöhnliche Spielideen stehen bei den Japanern im Rampenlicht. Auf der Spielemesse zeigte Sony Bilder zu Indie-Titeln wie The Tomorrow Children, einem ungewöhnlichen Aufbau- und Strategiespiel in Pixar-Optik und einer sowjetisch inspirierten Spielewelt. Quelle: dpa
Außerdem gab es in Köln Bilder zum Grusel-Schocker Until Dawn zu sehen. Das beinahe fotorealistisch wirkende Horror-Abenteuer sollte eigentlich für die ältere Playstation 3 erscheinen, kommt aber nun als rundum neu entwickelte Ausgabe für die PS4. Quelle: dpa

Zuvor hatten zahlreiche große Kino-Ketten in Nordamerika mitgeteilt, den Film nicht zeigen zu wollen. Auch die für Donnerstag geplante New Yorker Premiere wurde nach Medienberichten abgeblasen. Wie der „Hollywood Reporter“ berichtete, verzichtet das Landmark's Sunshine Cinema darauf, den Film zu zeigen. Die Angreifer hätten in E-Mails an Reporter konkrete Drohungen mit Verweis auf den 11. September 2001 veröffentlicht. Laut „Wall Street Journal“ will auch die viertgrößte US-Kinokette Carmike Cinemas den Film nicht zeigen. Sony Pictures habe den Kinos die Entscheidung, ob sie den Streifen bringen wollen, selbst überlassen - ein beispielloses Vorgehen für Hollywood, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

Die Drohungen rund um den Film stammten vermutlich von denselben Personen, die Ende November die Computersysteme von Sony Pictures angegriffen hatten, berichtete das „Wall Street Journal“. Unter Berufung auf Quellen bei der US-Bundespolizei FBI berichtete Foxnews, dass Nordkorea hinter diesen Cyberattacken stehe. Allerdings sei der Angriff „nicht unbedingt“ aus dem Land selbst erfolgt.

Den Hackern war es in einer beispiellosen Aktion gelungen, flächendeckend auf die Datenbestände des Konzerns zuzugreifen. Tagelang war der IT-Betrieb von Sony Pictures lahmgelegt. Sony sprach von einer „schamlosen Cyberattacke“.

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Eine Hackergruppe namens „Guardians of Peace“ hat sich zu den Angriffen bekannt und gefordert, den Film „The Interview“ zu stoppen. Nordkorea bestritt, an der Attacke beteiligt gewesen zu sein.

„The Interview“ sollte am 25. Dezember in den USA starten. In dem Streifen bekommen zwei US-Journalisten, gespielt von Seth Rogen und James Franco, den Auftrag, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bei einer Interview-Gelegenheit zu töten. In Deutschland sollte der Film, dessen Produktion rund 44 Millionen Dollar (etwa 35 Millionen Euro) gekostet hat, im Februar anlaufen.

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