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Soziale Netzwerke Allein, aber glücklich

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Fotoillustration auf der Quelle: dapd

Das echte Plus an Google+ ist, dass es einen nicht zu der eigenartigen Weltsicht zwingt, alle Menschen, denen man zufällig mal die Hand geschüttelt hat, müsse man auch gleich zu seinen Freunden zählen. Facebook fing an, unangenehm zu werden, als einem diese Leute sogenannte Freundschaftsanfragen schickten. Natürlich war das nicht wörtlich gemeint, natürlich habe ich weiterhin zwischen Facebook- und echten Freunden unterschieden. Aber das ungute Gefühl blieb. Auch weil es Facebook einem absichtlich schwer macht, die Einstellungen so zu adjustieren, dass nicht alle auch alles sehen (dafür gibt es gute wirtschaftliche Gründe: je mehr Verkehr, je besser für das Netzwerk).

Bei Google+ kann ich umgekehrt auch Nachrichten von Menschen verfolgen, ohne mit ihnen einen direkten Kontakt zu besiegeln. Beruflich ist es für mich durchaus interessant, den erratischen Verlautbarungen des Verlegersohns Konstantin Neven DuMont zu folgen. Dafür muss er nicht in meinem Freundeskreis erscheinen, und er erfährt auch nicht, in welcher Kategorie er gelandet ist.

Vorerst nur die Betaphase

Ich entscheide selbst, welchen Nachrichtenstrom ich mir wann anschauen möchte – den meiner Freunde, den der Kollegen oder den der Leute, die ich rein beruflich verfolge. Oder alle zusammen. Facebook bevormundet mich lieber, denn es steuert selbst, wessen Nachrichten ich bekomme. Abhängig davon, wie viel Kontakt ich über das Nachrichtensystem oder den Chat halte. Dabei hat die Mutter aller Netzwerke wohl nicht bedacht, dass ich mit meiner Freundin Katrin durchschnittlich viermal am Tag telefoniere. Nachrichten auf Facebook schicken wir uns selten, aber wenn sie etwas online stellt, will ich das trotzdem sehen. Na ja. Katrin ist ohnehin schon weg bei Facebook. Ihr Motto für Soziale Netzwerke, so verkündete sie dieser Tage, sei: "Erleben, verstehen, verschwinden". So weit bin ich noch nicht. Aber fast.

Beim Versuch, einen gemeinsamen Hangout zu starten – so nennt Google Videotelefonkonferenzen –, waren wir nicht so erfolgreich. Das System scheint noch absturzgefährdet. Kurz konnten wir uns immerhin selbst mit dem Hörer in der Hand beim Telefonieren zuschauen. Es ist halt noch die Betaphase von Google+, da geht auch mal was schief. So war der Medienjournalist Stefan Niggemeier, dessen Nachrichten ich verfolge, dem ich aber nicht sehr ähnlich sehe, einen Tag lang in meinem Kreis mit meinem eigenen Porträtfoto zu sehen. War wohl ein Softwarefehler.

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