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Soziale Netzwerke Xing baut sein Angebot aus

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Konstantin Guericke soll LinkedIn in Deutschland stärker vorantreiben

Das amerikanische Netzwerk ist mit 43 Millionen Mitgliedern international erfolgreicher, tut sich jedoch in Deutschland gegen den Platzhirsch aus Hamburg schwer. So wurde der Deutschland-Start trotz mehrfacher Ankündigungen immer wieder verschoben. Dabei wurde LinkedIn ausgerechnet von einem Deutschen mitgegründet: Konstantin Guericke. Wie LinkedIn-Mastermind Reid Hoffman studierte er in Stanford und startete mit ihm das Netzwerk 2003, im selben Jahr legte auch Lars Hinrich mit Xing (damals noch unter dem Namen OpenBC) los.

Guericke soll nun auch dafür sorgen, dass LinkedIn in Deutschland stärker vorankommt. Nachdem er im vorigen Jahr seinen Posten als Chef des Startups Jaxtr aufgab, ist Guericke mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Seit März ist er unterwegs, um mit Nutzern zu sprechen, wie man mehr Deutsche für das Netzwerk gewinnen kann. Offiziell fungiert Guericke als Berater.

LinkedIn möchte in Deutschland punkten

Zu tun gibt es genug: Gerade einmal 1,6 Prozent der Deutschen kennen LinkedIn überhaupt, ergab eine Umfrage im Frühjahr. Bislang hat die Seite hierzulande etwas mehr als 600 000 Mitglieder, bis Jahresende soll es eine Million werden. „Viele Funktionen, die Xing jetzt eingeführt hat, haben wir schon lange, doch unser Produktvorsprung wird nicht wahrgenommen“, klagt Guericke. So ist auch LinkedIn Mitglied bei „Open Social“ und führte ähnliche Applikationen im vergangenen Herbst ein.

Ein wichtiger Unterschied liegt in der Art der Kontaktaufnahme. Während man bei Xing die Mitglieder direkt kontaktieren kann, muss man bei LinkedIn die Mitglieder bereits kennen, um sie in sein Netzwerk aufzunehmen oder sich über andere Kontakte empfehlen lassen. Das sorge bei vielen Deutschen Nutzern für Verwirrung, sagt Guericke. „Viele haben das Gefühl, dass man niemanden direkt ansprechen kann.“

LinkedIn an deutsche Gewohnheiten anpassen

Neue Funktionen seien für die zweite Jahreshälfte geplant. Dabei sollen die Suche und die Gruppenfunktionalitäten ausgebaut werden. Es sei auch vorstellbar, dass die deutsche Version von LinkedIn für den hiesigen Markt angepasst werde. Vor allem beim Layout und den Voreinstellungen sieht Guericke Möglichkeiten, den deutschen Gewohnheiten entgegenzukommen. „Auch eine stärkere lokale Präsenz wäre hilfreich“, sagt Guericke. Bisher betreibt das Unternehmen nur ein Europabüro in London.

Sogar über den Preis, der mit 25 Dollar monatlich fast fünfmal so hoch liegt, wie das Premiumabo des deutschen Konkurrenten, könne man nachdenken. Das habe allerdings keine Priorität. „Wir sind bisher auch ohne Umsätze aus Deutschland profitabel“, sagt Guericke.

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