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Soziales Netzwerk Facebook vergrößert Privatsphäre seiner Nutzer

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Der Schritt ist clever. Facebook wurde auch deshalb so ein Megahit, weil zum Start nur die Studenten von renommierten US-Universitäten beitreten konnten. Der Reiz, zu einer exklusiven Gruppe zu gehören, half Facebook einst auf die Beine. Nun können die Facebook-Nutzer ihren eigenen ultraexklusiven Zirkel innerhalb ihres Netzwerks einrichten.

Sicherungskopie aller eigenen Veröffentlichungen

Die überraschendste Neuerung: Facebook-Nutzer können nun alles, was sie jemals im sozialen Netzwerk veröffentlicht haben, als Sicherungskopie auf ihre Festplatte herunterladen. Die komprimierte Datei lässt sich über einen normalen Internet-Browser öffnen. Selbst voluminöse Fotos oder Videos sind in dem Download enthalten. Facebook hätte es sich einfach machen können und diese Dateien nur verlinken. Der Nutzer hätte sich dann in das soziale Netzwerk einklinken müssen, um sie zu betrachten.

Darüber, so Zuckerberg, hätte es viele Diskussionen gegeben, schon wegen der Größe der herunterzuladenden Datei. Aber am Ende wolle man den Facebook-Nutzern alle Freiheiten geben, bis zur totalen Abnabelung. „Den Nutzern gehören diese Inhalte, nicht uns“, sagt Zuckerberg. Das Umschwenken verblüfft. Denn bislang hatte Facebook nicht als Vorreiter bei der sogenannten Datenportabilität gegolten, sondern als Bremser. Denn gerade im Internet ist es verlockend, den Kunden digitale Fesseln anzulegen, ihnen den Wechsel zu erschweren. Der Auktionsanbieter Ebay hat auch deshalb seine Marktführerschaft behalten, weil niemand sein auf der Plattform mühsam verdientes positives Feedback aufgeben will und bei einem Konkurrenten ganz von vorn anfangen. Theoretisch ließen sich die von Facebook heruntergeladenen Daten, gibt Zuckerberg zu, in ein konkurrierendes soziales Netzwerk füttern. Google soll ja angeblich an einem Facebook-Wettbewerber basteln.

Doch das würde wenig Sinn machen. Denn mitnehmen kann man nur seine persönlichen Inhalte, nicht aber sein Netzwerk von Freunden. Selbst wenn diese sich untereinander absprechen und gemeinsam wechseln, bleibt die Frage: Warum? Gerade die Möglichkeit, ihre Daten herunterladen zu können, dürfte Facebook weitere Klientel bescheren und die derzeitigen Nutzer ermuntern, noch mehr Inhalte anzulegen.

Facebook wie auch sein Gründer sind souveräner geworden. Was sicherlich auch daran liegt, dass die Konkurrenz momentan nicht hinterherkommt.

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