Spotify & Co. Musikdienste buhlen um die Nutzer

Mit Spotify startet eine der beliebtesten Musikplattformen in Deutschland. Die Nutzer haben inzwischen eine riesige Auswahl an solchen Streamingdiensten, für die Anbieter wird der Wettbewerb dagegen hart.

„Es gab erhebliche Hürden für den Eintritt auf den deutschen Markt“, sagt Spotify-Gründer Ek. Doch nun ist es soweit.

Lange hat es gedauert, doch morgen startet der schwedische Musikdienst Spotify nun auch in Deutschland. Spotify ist eine so genannte Streamingplattform, bei der die Nutzer ihre Musik nicht mehr herunterladen müssen, sondern direkt aus dem Netz übertragen.

Der Katalog von Spotify umfasst dabei derzeit 16 Millionen Songs. Die Basisversion ist zunächst für sechs Monate kostenlos, in anderen Ländern kann man danach allerdings monatlich nur noch zehn Stunden Musik hören und jedes Stück maximal fünf Mal. Für 4,99 Euro gibt es derlei Begrenzungen nicht und die Werbung fällt weg. Wer Spotify auch mobil auf dem Smartphone nutzen möchte, muss 9,99 Euro zahlen – dafür gibt es zudem eine höhere Soundqualität.

Nach ähnlichem Prinzip funktionieren eine Reihe von Anbietern, beispielsweise Simfy aus Köln. Erst in den letzten Monaten drängten Napster, Rdio, Rara und Deezer auf den deutschen Markt. Entscheidend dafür war eine Einigung zwischen Musikbranche und der Verwertungsgesellschaft Gema über die Vergütungsregeln. Zu den Details des Gema-Deals will sich das Unternehmen nicht äußern. Allerdings sagte Spotify-Gründer Daniel Ek: „Es gab erhebliche Hürden für den Eintritt auf den deutschen Markt“. Und gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte die Gema, es gebe momentan noch gar keinen Vertrag mit Spotify. Gut möglich, dass es in dieser Hinsicht noch Ärger gibt.

Die Streaming-Anbieter im Internet

Laut Gema-Tarif müssen die werbefinanzierten Streaminganbieter 10,25 Prozent der Einnahmen an die Gema zahlen, dazu kommen Mindestvergütungen, die bei Diensten wie Spotify bei 0,6 Cent pro Song liegen. Ähnliche Vereinbarungen schließen die Musikportale zudem mit den Plattenfirmen.

Null mit fünf Stellen nach dem Komma

Trotzdem gibt es immer wieder Kritik von kleineren Labels und weniger bekannten Künstlern am Streamingmodell. „Das, was im Quartal damit erlöst wird, ist pro Titel in der Regel eine Null mit bis zu fünf Stellen hinter dem Komma“, erklärte der Musikproduzent und Gründer des Labels Compost Records, Michael Reinboth einmal. Statt nennenswerter Zusatzeinnahmen würden die Streamingvergütungen daher eher zu Abrechnungsproblemen führen. Spotify entgegnet solchen Vorwürfen, dass das Unternehmen seit dem Start im Jahr 2008 rund 200 Millionen Euro an Rechteinhaber gezahlt habe. „Wir überweisen jährlich im Schnitt 120 Euro pro Nutzer an die Musikbranche“, sagt Spotify-Manager Jeff Levick im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online. „Apples iTunes nur etwa die Hälfte“.

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