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Start Up Licht im App-Dickicht

Für alles gibt es - mindestens - eine App. Hunderte Wecker, tausende Kalender-, Spiele- oder Musik-Apps tummeln sich in den Online-Stores. Um den Durchblick zu behalten, haben Freiburger Gründer ein Vergleichsportal gestartet. Auch Apple will die Suche vereinfachen - und kauft ein App-Sortierunternehmen.

Die besten Apps für das iPad
Downloads und Umsatz Mobile Apps in Deutschland
Screenshot der App Zattoo Quelle: Screenshot
Screenshot der Couchfunk-App Quelle: Screenshot
Screenshot Deutschlandfunk-App Quelle: Screenshot
Screenshot App von Twitter Quelle: Screenshot
Screenshot der App Hootsuite Quelle: Screenshot
Screenshot der Flipboard-App Quelle: Screenshot

In Apples App-Store gibt es derzeit rund eine halbe Million Apps, viele davon für ein und dieselbe Sache. Und täglich werden es mehr. Wer einfach nur einen Touristenführer für eine bestimmte Stadt oder einen Organizer sucht, wird vom Angebot schier erschlagen. "Wenn ich heute nach einer To-Do-Liste suche, finde ich über 100 davon", sagt Claudius Heitz, einer der Gründer des neuen Vergleichsportals App Meister. Auch diese Apps wurden bereits von Nutzern bewertet, aber ist die drei-Sterne-App tatsächlich besser als die zwei-Sterne-Version? „Nein“, sagen die Macher von App Meister. Ein Stern sagt nur aus, dass ein Nutzer die Anwendung mochte, Kategorien gibt es nicht. Das will das Vergleichsportal App Meister ändern.

Hinter der Plattform steht das junge Freiburger Unternehmen compendii UG. Die Gründer Claudius Heitz von der Universität Freiburg, Jonathan Gumpp vom Karlsruher Institut für Technologie und Michael Sauter vom Birkbeck College der University of London, hatten die Idee, iOS-Apps paarweise gegenüberzustellen. Registrierte Nutzer können einzelne Apps in den Punkten Design, Features und Preis bewerten und kommentieren. Wer sich auf der Homepage ein App-Thema, beispielsweise „Movie Discovery Apps“ aussucht, bekommt alle Film-Finder-Apps aufgelistet, die bisher von der Community bewertet wurden.

Ranking nach eigenen Präferenzen erstellen

In diesem Fall wären das: MovieQuest Free (gratis), Movie Genius (gratis) und die beiden kostenpflichtigen Apps Movie Quest und Discovr Movies für je 1,59 Euro. Letztere hat im iTunes Rating zwei Sterne. Wer seine Lieblings-App in der Übersicht vermisst, kann sie mit einem Knopfdruck hinzufügen. Per Schieberegler kann der Nutzer jetzt bestimmen, was ihm am wichtigsten ist. Die Preisfrage gewinnen natürlich die Gratis-Apps, wenn aber mehr Features oder ein super Design gewünscht werden, ändern sich die Empfehlungen. Ein Algorithmus aggregiert die Paarvergleiche und berechnet daraus die Ranglisten.

Testsieger gleich installieren
Das Ergebnis: Movie Quest Free hat im puncto Design und Features die Nase vor Movie Genius. Nutzer Benedikt kommentiert den Vergleich so: "MovieQuest has a better design and a very good interface which makes it fun to discover movies. Also it has better features and not as much in-app pur...“ Kommentare gibt es, da app-meister.com noch recht jung ist, leider noch nicht für alle Apps und App-Vergleiche. Mit wachsenden Nutzerzahlen dürfte aber auch die Zahl der bewerteten Anwendungen und der Nutzerkommentare wachsen. Wer die Seite mit dem iPad, iPhone oder iPod Touch ansurft, kann seinen Vergleichssieger dann direkt über den iTunes-Link installieren.

Konkurrent Apple

Mit den richtigen Apps die Welt retten
Ökologischen Fußbadruck berechnenDie kostenlose App CO2Rechner für das iPhone ermöglicht dem Anwender einen schnellen Überblick über sein „CO2-Sündenkonto“. In gewohnter iPhone-Steuerung lassen sich allerlei Daten eintragen – von der Wohnungsgröße bis zur Verkehrsmittelnutzung. Spannend wird es, wenn verschiedene Parameter verändert werden. Schnell wird so deutlich, welche persönliche Klimaschutzmaßnahme dem Klima wie viel bringen würde. Quelle: PR
Anleitung zum Gutsein I„Abstimmung über den Geldbeutel“ wird das Verhalten von Konsumenten genannt, die beim Kauf auf ökologische und soziale Aspekte des Produkts achten. Ein Problem dabei ist die mangelnde Transparenz. Selbst Konsumenten, die bereit sind, für ökologisch korrekte Produkte mehr zu bezahlen, müssen erst einmal wissen, welche das sind. Die kostenlose App GoodGuide ist angetreten, diese Wissenslücke zu schließen. Sobald die ein Barcode in die Kamera gehalten wird, sucht sie das entsprechende Produkt aus der Datenbank samt Informationen zu Gesundheit sowie ökologischen und sozialen Bewertungen. Die 120.000 gespeicherten Barcodes sind allerdings überwiegend Produkte des US-Markts - für europäische Kunden muss noch nachgebessert werden. Quelle: PR
Anleitung zum Gutsein IINach einem ähnlichen Prinzip wie GoodGuide funktioniert auch die für iPhone und Android-Smartphones erhältliche kostenlose App Barcoo. Sie enthält deutlich mehr Produkte des deutsches Markts. Ökologische Aspekte stehen hier zwar nicht im Vordergrund, werden neben Kundenbewertungen und Preis aber auch angezeigt. Nach dem Scannen einer Mineralwasserflasche erfährt der Nutzer beispielsweise: „Abgefülltes Mineralwasser verursacht etwa 300g CO2 pro Liter – Trinkwasser kommt auf unschlagbare 1g CO2“. Daneben wird auch eine Nachhaltigkeitsampel für den Hersteller des Produkts angezeigt, die auf einer Bewertung der sozialen und ökologischen Verantwortung basiert. Zu bestimmten Produktkategorien wird auch gleich ein Miniguide angeboten. Beim „Miniguide Wasser“ erfährt der App-Nutzer beispielsweise die Unterschiede zwischen Produktbezeichnungen wie „Natürliches Mineralwasser“, „Quellwasser“, „Tafelwasser“ oder „Heilwasser“. Quelle: PR
FischratgeberViele Inhaltsstoffe von Fisch sind gesund - doch die rücksichtslose Überfischung der Meere gefährdet den Bestand vieler Arten. Die kostenlose App WWF-Fischratgeber für iPhone und Android-Smartphones fragt weltweit Datenbanken über Fischbestände ab und zeigt Ihnen so aktuell immer an, bei welchen Sorten Sie ohne schlechtes Gewissen zugreifen können. Auch die Fang- oder Zuchtmethode fließen dabei in die Bewertung ein. Eingeteilt werden sämtliche Fischsorten in die Kategorien „Gute Wahl“, „Zweite Wahl“ und „Lieber nicht“. Zu jedem Fisch zeigt die App Hintergrundinformationen an. Ergänzend bietet auch die kostenlose App Seafood Watch in englischer Sprache Informationen zum Fischverzehr. Quelle: PR
Naturkost-WegweiserWo es Nahrungsmittel aus ökologischer Landwirtschaft und Bio-Fleisch gibt, zeigt der kostenlose Bio & Naturkost Finder für das iPhone. Dort sind über 3000 Bioverkaufsstellen samt Bewertungen von Nutzern gespeichert, Die nächstgelegenen lassen sich jeweils nach Entfernung sortiert anzeigen. Via Google Maps wird dem Nutzer der Weg gewiesen. Quelle: PR
Energie-Check für Umwelt und GeldbeutelDie Heizcheck-App Deutschen Energie Agentur (Dena) bietet einen schnellen Energie-Check für das eigenen Haus an. Dadurch sollen Hausbesitzer Energie-Einsparpotenziale erkennen  - etwa eine bessere Dachdämmung. Der Rechner zeigt an, wie viel Hausbesitzer sparen könnten, wenn sie verschiedene Parameter verändern. Der Heiz-Check kann auch online durchgeführt werden. Quelle: PR
Fahrgemeinschaften bilden„Alleine fahren ist kostspielig – für den Geldbeutel des Fahrers und den Planten“. Das ist das Motto der kostenlosen App Avego Driver. Sie unterstützt einen iPhone-Nutzer dabei, ökologisch vorteilhafte Fahrgemeinschaften zu bilden – und zwar in Echtzeit. Die registrierten Fahrer werden automatisch über Mitfahrer auf ihrer Route informiert. Die App sieht dabei vor, dass sich Fahrer und Beifahrer die Kosten teilen. Die Organisation von gemeinsamen Fahrten funktioniert dabei umso besser, je mehr Nutzer sich daran beteiligen. Dabei wird auch die Öko-Bilanz erfasst: Bei jeder Fahrt rechnet die App aus, wie viel CO2 die Fahrgemeinschaft gegenüber einer Individualfahrt eingespart hat. Weitere Öko-Apps für iPhone, Android-Smartphones und Blackberry finden Sie in der Übersicht von www.berggruener.de Quelle: PR

Bislang listet das Portal rund 2000 iOS-Apps aus 250 Kategorien auf. Je mehr Nutzer sich dort anmelden und ihre Lieblings-Apps vorstellen und bewerten, desto aussagekräftiger wird App Meister mit Sicherheit werden. Mit der Entwicklung der Nutzerzahlen ist Mitgründer Heitz zufrieden. „Die User finden und installieren Apps“, sagt er. „Es sind mehr, als wir gedacht haben.“ Die Idee der Freiburger wurde von höchster Stelle geadelt: Auch das US-Unternehmen Apple sieht ein, dass die App-Stores immer unübersichtlicher werden und wollen die Kunden an die Hand nehmen. Allerdings macht Apple es sich da ein wenig einfacher und kauft sich einfach ein Unternehmen, dass beim Finden der perfekten App hilft. Für rund 50 Millionen Dollar schluckte das US-Unternehmen den Dienstleister Chomp aus San Francisco, das genau diesen Service anbietet.

Mehr Nutzer bringen mehr Geld

Heitz und seine Kollegen konnten bei der Unternehmensgründung auf ein EXIST-Gründerstipendium zurückgreifen. Wer ein solches Stipendium beantragen möchte, braucht einen stichhaltigen Businessplan und ein wenig Unterstützung eines Gründerberaters. Wenn das Stipendium bewilligt ist, gibt es ein Jahr lang zwischen 800 und 2500 Euro pro Monat vom Bundeswirtschaftsministerium. Je nach dem, ob der Antragsteller noch studiert, schon Absolvent ist oder vielleicht sogar promoviert hat. Wer Kinder hat, kann monatlich weitere 100 Euro erwarten. Für Sachausgaben wie Geräte, Möbel und Ähnliches gibt es bis zu 10.000 Euro, Gründerteams bekommen maximal 17.000 Euro. Weitere 5000 Euro gibt es für Coachings. So können die Gründer sich voll auf ihr Projekt konzentrieren und müssen nicht nebenher Vollzeit arbeiten, um sich das neue Unternehmen leisten zu können. Die Förderung für compendii und dessen Vergleichsportal App Meister läuft noch rund fünf Monate, danach muss das Unternehmen sich selber tragen. Dafür müssen jetzt nur noch die Nutzerzahlen weiter steigen.

In Arbeit
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Die Finanzierung des Portals ruht auf drei Säulen: Zum einen gibt es ein Affiliate-Programm mit iTunes – die Macher von App-Meister verdienen also an jeder bei iTunes gekauften App mit. des weiteren ist geplant, App-Entwicklern kostenpflichtige Vergleiche anzubieten: Die Community kann Apps also schon bewerten, bevor sie tatsächlich auf dem Markt sind. Der Entwickler zahlt dafür und erfährt, wie potentielle Kunden sein Produkt bewerten. Außerdem, so erzählt Heitz, sollen ähnlich wie die Anzeigen in den Google-Suchergebnissen , einzelne Apps besonders beworben werden. Ob die Werbe-App natürlich im Vergleich gut abschneidet, entscheidet der User.

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