Stiftung Warentest Welche Antivirenprogramme Ihren Computer wirklich schützen

Antivirenprogramme sollen Computer vor Schädlingen aus dem Netz bewahren, doch nicht alle schaffen das. Die Stiftung Warentest hat 18 Programme untersucht und zeigt: Manche Gratissoftware arbeitet sehr effektiv.

Ein Mann an einer Tastatur Quelle: dpa

Für Kriminelle sind digitale Angriffe ein einträgliches Geschäft. Dank bestimmter Softwarepaketen brauchen sie dafür nicht einmal herausragende IT-Kenntnisse. Egal ob sie Identitäts- und Nutzerkontendiebstähle begehen, Erpressungsversuche mittels Ransomware starten oder den heimischen PC unbemerkt zum Teil eines Botnetzwerks machen – es gibt viele Möglichkeiten.

Programme, die Internetkriminelle verwenden, nutzen Sicherheitslücken im Betriebssystem oder in den laufenden Programmen aus, etwa im Internetbrowser. Schon über einen infizierten Werbebanner kann schädliche Software auf den Rechner gelangen. Schützen kann der Nutzer sich zum einen, indem er seine Software stets auf dem aktuellsten Stand hält. Denn ständig werden neue Sicherheitslücken bekannt – Hersteller schließen diese mit „Patches“ –, darum ist es wichtig, die Software zu aktualisieren. Nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf dem Smartphone, dem Tablet, dem Fernseher und allen anderen Geräten, die mit dem Internet verbunden sind.

Zum andern sollen Antivirenprogramme die Benutzer schützen. Die Stiftung Warentest hat 18 Antivirenprogramme für Windows 10 untersucht, 13 kostenpflichtige und 4 kostenfreie Programme sowie den Windows Defender, den Virenschutz, der auf Windows 10 bereits vorinstalliert ist. Den vollständigen Test finden Sie auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Zu diesen Antivirenprogrammen rät die Stiftung Warentest

Die 18 untersuchten Programme wurden dafür mit 14.000 Schädlingen attackiert, darunter Viren, Würmer und Trojaner. Zudem mussten sie 37 Erpressungsprogramme, bekannt als Ransomware, abwehren.

Das größte Gewicht entfiel bei der Untersuchung auf die Qualität des Schutzes (65 Prozent), gefolgt von der Handhabung (25 Prozent) und der Rechnerbelastung (10 Prozent).

Das Ergebnis: Zwei Drittel der untersuchten Programme schneiden gut ab - darunter auch die Gratisprogramme AVG und Avira. Der Rest erhält die Note „Befriedigend“. Gut ist: Im Vergleich zu früheren Tests werden die Programme immer ausgereifter, außerdem verlangsamen sie den Rechner nicht mehr so stark, wie das einstmals der Fall war.

Von diesen Antivirenprogrammen rät die Stiftung Warentest ab (03.2017)

Fest steht aber auch: Keines der Programme stoppt alle Schädlinge. Der Testsieger, das Antivirenprogramm von Norton, Kostenpunkt 23 Euro, hat bis auf ein Erpressungsprogramm alle erkannt und gestoppt – auch die Mehrzahl der 14.000 Viren, Würmer und Trojaner.

Das kostenlose Antivirenprogramm von AVG kann mit Norton allerdings durchaus mithalten. Nur 66 Viren, Würmer und Trojaner (von immerhin 14.000) hat es weniger erkannt als die kostenpflichtige Software, die Erpressungsprogramme konnten sogar allesamt abgewehrt werden. Beim Phishing-Schutz hinkt AVG jedoch hinterher. Norton erkannte 435 von 500 Phishing-Links, AVG nur 160.

Die Warentester betonen zudem, dass der bei Windows 10 vorinstallierte Microsoft Defender als Schutz alleine unzureichend ist. „Jedes der geprüften Programme schützt den PC besser als Microsofts Defender“, heißt es im Test. Sie bemängeln unter anderem, dass er den Rechner nicht gründlich scannt.

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