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Streit um Streaming-Plattform Oracle und Wal-Mart kaufen sich bei TikTok ein

Wochenlang hat Donald Trump die Video-App Tiktok unter Druck gesetzt, jetzt darf sie doch im US-Markt bleiben. Quelle: REUTERS

Das Tauziehen um das soziale Netzwerk TikTok scheint kurz vor einem Verbot beendet, sofern China zustimmt. Die Folgen könnten gravierend sein.

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Die Drohungen fruchteten anscheinend. Ab Sonntag hätten US-Nutzer TikTok und WeChat nicht mehr aus den Appstores laden können, ab 20. November nicht mehr benutzen. Zumindest für TikTok bahnt sich nun eine Lösung an.

Der Silicon Valley Technologiekonzern Oracle hat offiziell bestätigt, dass es TikToks Cloud-Dienstleister und Datenwächter wird und einen 12,5 Prozent Anteil an TikTok Global erhält. Der Handelskonzern Wal-Mart kauft sich mit 7,5 Prozent ein und fungiert außerdem als Werbe- und E-Commerce Dienstleister.

TikTok Global wird das weltweite Geschäft des sozialen Netzwerks bündeln. Das neue Unternehmen wird in Texas angesiedelt und soll mindestens 25.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Eigner streben an, es innerhalb von zwölf Monaten an die Börse zu bringen. Derzeitige Aktionäre sind neben Gründer ByteDance auch US-Wagniskapitalgeber wie Sequoia Capital und General Atlantic. Die Mehrheit ist in amerikanischer Hand und die Amerikaner stellen vier der fünf Mitglieder im Verwaltungsrat.

US-Präsident Trump bestätigte vor Reportern, dass er mit „dem Konzept des Deals“ einverstanden sei. Eine formelle Aufhebung der US-Maßnahmen gegen Tiktok steht noch aus. Das Handelsministerium schob aber den Download-Stopp für die App in den USA, der für Nutzer nun greifen sollte, bereits um eine Woche auf. Die chinesische Regierung dagegen könnte den Deal noch blockieren. Allerdings ist das neue Unternehmen eigenständig.

Laut Donald Trump wird TikTok Global außerdem fünf Milliarden Dollar für einen „Bildungsfund“ bereitstellen. Davon will ByteDance allerdings erst aus den Medien erfahren haben. Noch sind also Fragen offen.

Für Europa würde der Deal bedeuten, dass ein weiteres boomendes soziales Netzwerk aus dem Ausland gesteuert wird – jetzt nicht mehr von China, sondern aus den USA heraus wie schon Facebook, Snapchat und Twitter.



Für ausländische Unternehmen, die in den USA operieren, ist es eine Zäsur. Sie laufen Gefahr, aus politischen Gründen enteignet oder zum Verkauf gezwungen zu werden. Bislang kannte man das nur aus Diktaturen. Da das Sammeln von Daten immer wichtiger wird, könnten künftig auch weitere Unternehmen betroffen sein, wenn ihre Dienste als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft werden.

Das Aufteilen des Internets in Einfluss-Sphären wird damit vorangetrieben. China hat es vorgemacht. Facebook und Twitter sind im Reich der Mitte verboten. Google hatte sich mit seiner Suchmaschine vor zehn Jahren zurückgezogen. Stattdessen sind mit Baidu, Tencent und Alibaba nationale Champions entstanden.

Mehr zum Thema: Ein neuer Deal könnte TikTok in den USA retten. Doch die Unsicherheit ist groß. Wer bislang auf der Plattform reich wurde, rettet nun seine Millionen (Follower).

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